Der Wolf, das Lamm, hurz!

- Lesezeit: ca. 11 Minuten

(v1.2*) Letzter Zeit schreibe ich öfters mal über die in der Gesellschaft anerzogene und als „normal“ anerkannte Rolle des Opfers, die nach Betreuung, Schutz und Belohnung für eben jene Haltung zu erheischen meint. Es werden Informationen verteilt, die sichtlich an eine Ausrottung der Menschen erinnern soll.

Geschriebenes wird sofort zu einer Realität umgemünzt und einmal mehr erklingt das Lied der Klageweiber.

„Sie wollen uns all töten!“ „Nein. Der gewohnte zur Opferhaltung und Gehorsamsbereitschaft erzogene Mensch soll endlich wieder selbst Verantwortung tragen und seinen eigenen Grips benutzen.“

Das Klagen und Jammern, was mitunter in so manchem Beitrag hervorlugt oder jene Blog-Betreiber, die sich zur Aufgabe gemacht haben, nur das Gruselige veröffentlichen zu wollen, wollen damit – bitte schön – was erreichen? Informieren? Nein, nicht wirklich!

Warum es sich so gestaltet?

In den letzten Jahren habe ich eine Menge Menschen getroffen, die Änderungen forderten, nach wenige Gesprächen war klar, dass sie nicht wirklich Änderungen wollten. Woanders oder bei anderen hingegen schon.

Wenn also ein Teilnehmer der Gesellschaft Veränderungen fordert und später selbst nicht davon betroffen sein mag, so ist das lediglich der Hinweis, dass die Mehrheit nur so tut, als ob sie Veränderungen wolle.

Das ist auch der Grund, warum eine Gesellschaft als Ganzes in einen Sack gesteckt wird, damit sich unter zunehmenden Druck etwas verändert, wie das aktuell zu erkennen ist. Schließlich wurden von Einzelnen ja Veränderungen gefordert.

Dass dies nun das System als Ganzes betrifft, hätte sich niemand wirklich gedacht, es sollten ja nur solche Veränderungen sein, die wieder mit dem Bisherigen konform gehen, weshalb den meisten auch der Tausch genügt. Die ungerechten gegen gerechte und wohlwollende Vorgesetzte austauschen, war im Rahmen gewohnter Opfer- und Untergebenenhaltung und ihrer Beibehaltung das einzige Mittel. Wirkliche Veränderungen? Null!

Allein weil das Bundeswahlgesetz nicht mehr gilt, ist kein legitimierter Tausch mehr möglich, was die Betreuungswürdigen, die sich in ihrer „Freiheit“ eingeschränkt zu erkennen meinen, nicht wissen.
Denn sie haben sich nie wirklich mit der Tatsache auseinandergesetzt, dass ihr Handeln stets im Rahmen des positiven Rechts stattfand und nicht einfach nach ihrem Gutdünken, wie sie dies zu glauben meinten.

Nun funktionieren sie offensichtlich nur noch nach ihren gewohnten Denk- und Verhaltensweisen, während nicht nur ihnen die rechtliche Grundlage zur Wahl fehlt, sondern seit einer Weile auch ihren Herren. Doch dies – und damit verbundene Konsequenzen – wird geflissentlich übersehen oder überhört.

Letztlich handelt es sich um einen rechtsfreien Raum, wo der Stärkere nur deswegen zu gewinnen scheint, weil sich der Untergebene noch ein bisschen mehr unterwirft. Man hat neulich auch schon Menschen stehend unter einer Staubschicht entdeckt.

Mag man denn noch ein bisschen so weitermachen, und darf es noch etwas mehr sein?

Es geht doch auch gar nicht darum, etwas gegen die „bösen Anderen“ zu unternehmen, sondern einfach mit dem Denken wieder selbst anzufangen und es natürlich auf Dauer auch beizubehalten.

Dazu ist es zunächst notwendig, die anerzogene Opferrolle zu erkennen und abzulegen.

Gleiches trifft auf die Vorstellung zu, man müsse eine jammernde Bevölkerung noch einmal mehr schützen und es gibt immer noch „Helden“, die diese Aufgabe zu übernehmen bereit sind, wenn man sie beim nächsten Male wählen würde. Hallo?

Das der Natur abgewandte Konstrukt aus Untergebenen mit ihren gewählten Erhabenen, steht zur Gänze auf dem Spiel, einschließlich des Spiels selbst.

Das Spiel, was jedoch nur irriger Weise als „alternativlos“ und deswegen auch als „ernst“ erachtet wird.
Wer sein Denken für „dreißig Silberlinge“ verkauft hat, tut sich natürlich schwer, weswegen der Glaube an den Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier und dem Wert der eigenen Arbeit, die Aufgabe des Um- und Weiterdenken zusätzlich erschwert.

Doch es gibt Hoffnung für alle: Es gibt keine anderen, die daran „schuld“ sind.

Die „Eliten“, die „Schwabs“ der Welt, machen nur auf ihre Art und Weise der Bevölkerung „Feuer unter den Arsch“, damit die wieder beginnt, ihre Existenz wieder selbst in die Hand zu nehmen, während die noch hofft, dass die Unterdrückung, wegen stattfindender Wahlen, irgendwann vorbei sein wird.

Wer sagt, dass die Bevölkerung überhaupt jemals einen Einfluss auf ihre gewählten Herren hatte?

Wer weiß schon, dass man mit dem Kreuzchen, sich selbst „über den Tisch zieht“ und selbst entwürdigt, während man meint, dabei auch gleich die Verantwortung abgeben zu können, weil es ja andere gibt, die schon wissen, was für die Masse „gut und richtig“ ist oder erscheint?

Wer genauer hinschaut wird erkennen, dass der Mensch in der Rolle des Wählers zwar ein kleines Kreuzchen macht, jedoch am Ende ein großes wieder zu tragen hat. Während er übersieht, dass er sich nur selbst etwas vormacht und nicht erkennen mag, dass das Unterlassen der Wahl der bessere Weg ist.

Das Alte geht mehr und mehr „den Bach runter“ und noch immer versuchen sich die Altsystemgläubigen aus Untergebenen und Erhabenen am erreichten „Treibgut“ festklammern zu wollen.

Ab diesem Moment kann man alle Bemühungen und scheinbare Gegnerschaften im Rahmen von Regierungsbildungen jeglicher Art getrost, „in die Tonne hauen“.
Das gilt auch für alle gelenkten Reichsgruppenbemühungen, wo nur versucht wird, die alten Seilschaften einmal mehr „ins Neue“ hinüberretten zu wollen, wie dies bereits nach 1945 der Fall war, während man dazu nur genug Hilfsdiener bräuchte.

Das hat damals nur deswegen funktioniert, weil prinzipiell die gleichen hierarchischen Strukturen vorlagen, die ein lautloses Hinüber erst ermöglicht haben. Das Lächeln der Politiker wurde dabei nur etwas auffälliger, von dem sich der Oberflächliche nur allzu gerne vereinnahmen lässt.

„Wir haben nicht die Verfassung Deutschlands oder Westdeutschlands zu machen. Wir haben keinen Staat zu errichten.“ Carlo Schmid, 8. September 1948

Es ist ja auch nur eine Betreuungsanstalt, wo die unvernünftig und gewissenlos erzogenen betreut werden, während sie an einem gesellschaftlichen Laborexperiment teilnehmen.

Eine Bitte an die vielen „Rechtsexperten“: Versuchen Sie bitte keinen Staat zu errichten. Der Zug ist schon lange abgefahren. Es geht darum nach vorne zu blicken, durch Infragestellen des Alten und nicht dessen erneute Beibehaltung.

„Manchmal geht es einfach darum, einen Baum zu pflanzen, unter dessen Schatten man sich selbst nicht mehr legen kann.“

Und was so mancher so als „Neue Weltordnung“ meint erkennen zu wollen, sind lediglich die Ausläufer der alten Ordnung.

Sie waren bereits vorher versklavt, nur haben Sie es nicht gemerkt und selbst wenn, Sie haben es freiwillig mitgemacht.
Dies, weil ihre Eltern Ihnen beibrachten, es würde Ihnen mal etwas gehören und Sie erst mal arbeiten gehen müssten, um was zu werden – nämlich ein anständiger Sklave (neudeutsch: Arbeiter), am besten mit einem Titel und einer Berufsbezeichnung versehen, wenn Sie mal dazu gehören wollen, in jedem Fall artig und fleißig sein müssen. Vielleicht bringen Sie es ja auch mal zu Ansehen.

„Herr Berg, sie werden hier fürs Arbeiten und nicht fürs Denken bezahlt.“

Dass was Sie als Ihr Eigen nennen und Besitz, ist lediglich dazu gedacht, dass Sie auch weiter fleißig sind, damit es Ihnen auch weiter „gehört“, denn sonst wird es Ihnen wieder weggenommen, wenn Sie nicht „artig“ sind. Eine Bekannte spricht bei der gewohnten Erziehung nicht von Konditionierung, sondern von Dressur.

Die Welt präsentiert sich in der Regel nur für den Menschen in seiner anerzogenen Opferrolle als feindlich, während er das Feindliche in sich selbst trägt.

Es wird eine Menge Menschen geben, die diesen Prozess der fundamentalen Veränderung nicht miterleben werden, weil sie selbst entschieden die gewohnte Rolle weiterzuspielen beabsichtigen.

Einmal mehr ist es sinnvoll darüber vorzudenken, was das System denn nun ist und es nicht reicht, sich lediglich mit kollektiv ernannt oder schauspielernden „Schuldigen“ und Symptomen des Systems der alten Ordnung auseinanderzusetzen.

„Es ist leicht, Leute zu belügen, die sich schon selbst belügen.“ „Mysterio“, Spider-Man – Far From Home, 2019

Nachtrag: Wer mag schon hören wollen, dass Arbeiten gehen, Geld verdienen und wieder ausgeben, ein wesentlicher Motor für die in der Welt wahrgenommenen Unsäglichkeiten verantwortlich ist, einschließlich der anerzogenen Vorstellung, dass mit Zahlen bedrucktes Papier und die eigene Arbeit etwas wert seien?

„Welches ist der widerstandsfähigste Parasit? Ein Bakterium? Ein Virus? Ein Darmwurm? Ein Gedanke! Resistent. Hoch ansteckend. Wenn ein Gedanke einen Verstand erst mal infiziert hat, ist es fast unmöglich, ihn zu entfernen. Ein Gedanke, der vollkommen ausgeformt, vollkommen verstanden ist, der bleibt haften.“ „Dominick Copp“, Inception, 2010