Die völkische Sehnsucht nach gerechter Betreuung

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(v1.0*) Viele wollen mit dem Gesetz nichts zu tun haben, was im Grunde genommen bedeutet, nichts mit den Autoritäten zu tun zu haben. Man ist lieber artig und wenn, dann gibt es höchstens mal ein Knöllchen für den gewohnten Denker, was mitunter den anerzogenen Schuldreflex zu malträtieren weiß. Mal vereinfacht ausgedrückt.

„Ebenso werden sich die Menschen an die Vorstellung gewöhnen, dass sie immer in Unterordnung gewesen sind, dass ihre Väter auf dieselbe Weise gelebt haben. Sie werden denken, dass sie dieses Übel erleiden müssen, und werden sich durch Beispiel und Nachahmung anderer überzeugen und schließlich diejenigen, die sie herumkommandieren, mit Eigentumsrechten ausstatten, basierend auf der Idee, dass es schon immer so war.“ „Die Politik des Gehorsams: Der Diskurs der freiwilligen Knechtschaft“ Étienne de la Boétie, (1530-1563)

Was scheinbar kaum jemand realisiert, ich kann dies oft genug auf „RT.Deutsch“ beobachten, dass viele nicht wissen, dass ihre Existenz in einen Rechtskokon eingehüllt ist, der auf die „natürliche Person“ des Menschen zugreift.

„Die „natürliche Person, ist der Mensch in der Rolle als… Rechtssubjekt.“

Das seit 25.07.2012 nicht mehr geltende Bundeswahlgesetz, ist dabei ein Anfang, ein Signal, sich für einen anderen Weg, als den üblichen zu entscheiden. Dazu bedarf es jedoch Mut im offenen Raum und nicht auf irgendeinen Hinterhof oder einem Grillfest.

Es gibt mittlerweile genug Filme, die darauf hinweisen, dass der Kampf um die Freiheit kein Kampf im Außen ist, wo die „Feinde“ erst besiegt werden müssen, damit man anschließend von Freiheit sprechen kann, sondern der „Kampf“ gegen die eigenen Denk- und Verhaltensweisen.

Nun weiß jeder, wo er steht. Ob er im Neuen ist, oder nur so tut, als ob er im Neuen ist oder weiß, dass er das Alte mit allem, was ihm zur Verfügung steht, zu verteidigen weiß. Eines ist mittlerweile sicher: Das Alte verliert jeden Tag mehr und mehr an Bedeutungshoheit und klammert sich an die Unwissenden, was all jene, die sich nicht wirklich mit dem System auseinandersetzen, mit einschließt.

Gehorsamsbereitschaft liefert die Basis für übliche Strukturen aus Herr- und Untergebenenschaft, die wiederum aus gewohnter Erziehung hervorgeht.

Behüten, Betreuen, Beschützen sind ebenfalls Verhaltensweisen, die einmal angewöhnt auch gerne durch fremdbestimmen, unterhalten und unterdrücken ersetzt werden, um eben den Status Quo der „Betreuung“ erhalten zu wollen. Und wenn beide Teilnehmer sich einig sind und die wohlwollend zugestandenen Privilegien bestand zeigen, so kann sich eine hierarchische Ordnung auch am Laufen halten.

Das erinnert mich an jene aus der „Rechtenszene“, die davon sprachen, dass man eine hierarchische Ordnung letztlich ja nur akzeptieren müsse und sie gar nicht so „schlimm“ sei.

Das System der alten Ordnung „gleitet“ durch die gewohnte Erziehung wie ein wallendes, dünnes Seidentuch über die nachfolgenden Generationen, ohne dass dies von den „Überträgern“ oder den „Infizierten“ bewusst bemerkt wird.

Der Mensch „untersteht“ keinem anderen Menschen, weswegen Erziehung (begrifflicher Hinweis auf ein Umdenken) mehr ein Begleiten im Sinne individueller Entwicklung bedeutet, statt gewohnter Vorstellung von üblicher Entsprechung.
Das wiederum erfordert von beiden Seiten eine Form des Lernens, statt üblicher Auferlegung (Oktroyieren).

Entsprechung erscheint nur deswegen so einfach, weil man die gleichen Denk- und Verhaltensweisen an den Tag legt, und man den Kopf nicht anstrengen muss, weil Gewohnheit eine Form der Automatisierung darstellt, was mit einer „Dressur“ vergleichbar ist: Gehorsamsbereitschaft, Verdrängungskonzepte, Fremdbestimmung, Untergebene, „Vorgesetzte“, Entsprechung, Wertvorstellung: Macht, Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut, dass einem etwas oder jemand gehört usw.

„Am Anfang schweigt man, weil man gehorcht. Später schweigt man, damit man was erreicht. Und am Ende schweigt man, damit man das Erreichte behält.“

Ob sich der Mensch in der gewohnten Rolle des positiven, also des vom Menschen künstlich geschaffenen Rechts oder im überpositiven Recht (also dem Vernunftrecht, dem Naturrecht) bewegt, dass so eine Alternative besteht, weiß der Gewohnte in der Regel nichts.

Und für alle „Schießwütigen“: Das Naturrecht hat nichts mit dem „Recht des Stärkeren“ zu tun. Das ist Un- und Dummsinn. Gewalt ist nur das Werkzeug der Unwissenden und ihrer Gegner. Und wenn sich etwas ändern soll, warum man dann nicht selbst? Die Parole lautet: Vorleben.

„Weißt du, du hast ein ganz intimes Verhältnis mit dem Tod. Aber… begreife es nicht als Fluch, sondern vielmehr als Segen. Etwas, wodurch du Zugang findest zum Leben. Denn wie der Talmud uns lehrt: Die beste Vergeltung, ist ein gutes Leben zu führen.“ „Meyer Offerman“, Hunters, 2020

Dem gewohnt konditionierten/dressierten Akteur fehlt in der Regel der Vergleich zwischen positiven und überpositiven Recht, da auch das Hinterfragen des Systems der alten Ordnung (Untergebene und ihre „Vorgesetzten“) tabuisiert wird. Und wer nicht entspricht, wird stigmatisiert und ausgegrenzt, siehe: „Reichsbürger“.

Der gewohnte in Gehorsamsbereitschaft konditionierte Akteur wird – aus der Gewohnheit heraus – immer wieder einen Vorgesetzten in einem anderen erkennen wollen, oder sich als Vorgesetzte über andere sehen wollen – einschließlich jener, die etwas dagegen haben. Jedoch bewegen sich beide im Kreisverkehr ihrer eigenen Denk- und Verhaltensweisen.

Das ist auch der Grund, warum sich der Traum von einem Rechtsstaat mit gerechten Vorgesetzten niemals wirklich erfüllen wird, egal wie man den Laden betitelt oder nach welchen künstlichen Gesetzen man sich zu richten habe.
Es sind und bleiben nur klägliche Machwerke. Der Irrglaube ein gerechter Vorgesetzter sein zu wollen oder einen erheben zu müssen, zieht früher oder später nur Verderbnis und Emporkömmlinge hinter sich her.

Ebenfalls ist darauf zu achten, dass die Anhänger des Systems der alten Ordnung, auch selbst Szenarien erfinden, um dann mit dem Finger auf die Betreffenden zu zeigen, um einen Bohei für die Gläubigen Untertanen zum Besten zu geben – mit Hilfe der Medien. Und je mehr Auflebens darum gemacht wird, geht die übliche „Nummer“ mit dem üblichen Gegacker und Gequäke bei Sender und Empfänger weiter.

Es wird ein „Feind“, ein „Gegner“ ein „Bösewicht“ benötigt, sonst kann sich das Alte nicht am Laufen halten. Die Angst vor dem Verlust der eigenen Existenz – letztlich nur die des eigenen „Ichs“ und damit verbundenem „alternativlosem“ und deswegen „ernstem“ Rollenspiel, treibt ihre bunten Blüten. Und was kennen die meisten als „Ausweg“?

Gewalt gegen sich, Gewalt gegen andere, Resignation, Regression, Verdrängung (unter anderem zeitlich („erst in 1000 Jahren“) oder räumlich (weiträumiges Umgehen).

„So viele Menschen haben aufgehört zu staunen… über die Wunder.“ „Bestimmt, weil sie sich fürchten. Ein fernes neues Licht kann beängstigend wie die Dunkelheit sein.“ „Das ist sehr weise, Dorlores. Aber manchmal denke ich, dass wir das gar nicht verdient haben.“ Dialog „Bernard“ mit „Dolores“, Westworld, 2018

Wer kommt schon auf die Idee, sich an den sich ihm präsentierenden Unsäglichkeiten entwickeln zu wollen, während Fremdbestimmung und unterwürfig-gehorsame Anbiederung nur einem schwachen Willen folgen, wo man nur „gemeinsam“ stark zu sein scheint oder Waffen den schwachen stark machen sollen?

„Verdrängung steht der Entwicklung diametral entgegen.“

Es nutzt recht wenig, nur heimliches Verständnis für das System der alten Ordnung an den Tag zu legen oder gar der irrigen Meinung zu sein, man müsse ja „nur“ genug dagegen sein und dies durch reichlich öffentliche Empörung, Protest und Demonstration zum Ausdruck bringen.
Alle drei Formen, sind lediglich Ausdruck individuell-kollektiven Klagens und Bittstellertums und bringen nichts – ebenso wenig wie eine politisch motivierte Diskussion oder Debatte im üblichen Rahmen.

Denn worum es im Kern geht, da gibt es weder eine Debatte, noch eine Diskussion darüber, da die Entscheidung beim Einzelnen liegt und so auch keiner gemeinsamen Abstimmung bedarf, was für „alle“ „gut und richtig“ sein soll, was in der Regel nur auf gewohnten Denk- und Verhaltensweisen basieren würde.

Wenn Sie fragen, wie ich dies handhabe? Ganz einfach: Besuchen Sie mich oder stellen sie sich die Frage: Warum kommt jemand auf die verrückte Idee, zu diesem Kernthema über 19000 DIN A4 Seiten zu schreiben und ins Internet zu stellen?

Antwort: Sicher weil er vom Bundesnachrichtendienst bezahlt wird. (Anmerkung: Der Mossad bezahlt aber besser.)

Bevölkerung und die vielen Aufklärer voran, bewegen sich nach wie vor in einem Sumpf ihrer Denk- und Verhaltensweisen, mit denen sie sich nicht auseinandersetzen mögen, dies ihnen nicht bewusst ist oder dies geflissentlich „ignoriert“ oder gegenüber anderen verschwiegen wird. Solange bleiben jene ein untrennbarer Teil von etwas, dem sie durch noch soviel Widerstand und Scheinbeschäftigung nicht entkommen können.

Dabei ist es, wenn man es in seinem Wesen erst einmal verstanden hat, so einfach. Nur wird „einfach“ gern mit „leicht und schnell“ verwechselt.

Das Bestehende ist dazu gedacht in Frage gestellt zu werden, um so daraus das invertierte Gegenstück wiederzuentdecken, um in einem weiteren Schritt die dritte Position gegenüber den beiden Systemen wiederzuerlangen.

An all jene, die meinen erst mal ihre Gewaltphantasien ausleben zu meinen, um alsdann einen anderen Weg einschlagen zu wollen, wenn „die Probleme“ beseitigt sind, drehen sich jenen nur weiter im Kreise ihrer sie beherrschenden Denk- und Verhaltensweisen.

Jene wissen nicht, dass Verdrängungskonzepte, Feindbilder (mehr die Projektion ihres eigenen Feindes in ihnen selbst), Gehorsamsbereitschaft, Fremdbestimmung (erlebt oder ausgeführt) nur auf anerzogenen Verhaltensweisen basieren, denen durch die Gewährung von Privilegien, durch damit anzuerkennende Autoritäten, nur allzu gerne nachgegangen wird.

Eine hierarchische Ordnung ersteht aus der gesellschaftlich als „normal“ deklarierten und in den Familien anerzogenen Gehorsamsbereitschaft und wird später durch wohlwollend zugestandene Privilegien „von oben“ aufrechterhalten. Das kollektive Heischen nach Privilegien wird zur Hauptbeschäftigung seiner Gläubigen.

Die hierarchische Ordnung steht der natürlichen diametral gegenüber, während die natürliche Ordnung nicht einfach auf Chaos und Durcheinander basiert, sondern lediglich nach anderen als den künstlichen Regelwerken, nämlich den natürlichen Regelwerken des Lebens basiert, wie sie im Menschen – als in Vernunft und Gewissen begabt – vorliegen.

Und für die Zweifler: Es ist keine Kunst, sich weiter so zu verhalten, nur weil sich die anderen – gegen die man sich notfalls mit Gewalt zur Wehr setzen müsse – ebenso verhalten. Es ist lediglich nur eine Ausrede und gleichzeitig ein Eingeständnis der eigenen Willensschwäche.

Wer sich nun „auf den Schlips getreten“ fühlt, ist dies Absicht, weil sich nur sein „Ich“ angesprochen fühlt, nicht der Mensch selbst, der sich selbst nicht erkennt und eingesteht, dass er sich die ganze Zeit geirrt hat.

Zwar kann er diesen Moment hinauszögern, jedoch tendiert der Mensch auf diesen einen entscheidenden Moment unweigerlich zu. Besser ist es, sich selbst zu entscheiden, statt den Umständen entsprechend „entschieden“ zu werden oder sich dem Siechtum oder dem Frust hinzugeben, in der Hoffnung, um irgendwann Vergeltung – betitelt mit „Gerechtigkeit“ – üben zu können.

Der Mensch, der zwischen positivem Recht und Vernunftrecht entscheidet, entscheidet dadurch, ob er sich in Vernunft und Gewissen entwickelt oder nicht. Nur so zu tun, als ob, ist ebenfalls nicht der Weg, sondern nur die Täuschung selbst. Man selbst ist nie frei von der Täuschung, da sie erst das Erkennen des Wahren (in einem selbst) ermöglicht, wie auch umgekehrt. Beide bedingen einander.
Die Angelegenheit der Entscheidung erscheint für die meisten nur deshalb so schwer, weil sie anerzogen der Meinung sind, sie hätten etwas zu verlieren, was jedoch nur deswegen der Fall ist, weil sie sich im Glauben bewegen, ihnen würde etwas gehören.

Auch hier entscheidet sich, ob sich der Gewohnte weiter in der Fremdbestimmung und wohlwollend überlassenen Privilegien bewegen mag oder sich, zum Überpositiven, also im Vernunftrecht und damit verbundener Selbstbestimmung hin entwickelt.

Wenn ich ab und zu mal davon spreche, muss ich mir immer wieder den Satz anhören: „Die anderen sind aber nicht vernünftig.“ Interessant, dass ich gar nicht mit jemandem über andere spreche, sondern stets mit jenen Anwesenden.

Klar, dass sich die Mehrheit derer, mit denen ich über das Thema spreche, mitunter gern theoretisch anschließen, jedoch seltsamerweise keinen Zugang finden, das eine oder andere für sich selbst umzusetzen, obwohl sie es vom Verstand her erfassen. Wieder einmal mehr bedarf es der Entscheidung, sich selbst ändern zu wollen.

Das funktioniert durch Reflektion über ihre eigenen Denk- und Verhaltensweisen, die einen sonst weiter in „Schach halten“. Die vermeintlichen „Gegner“ erinnern lediglich an diesen eigenen „Zustand“. Das klingt erst einmal unglaublich, denn wer kommt schon auf die Idee, dass er sich bisher geirrt haben könnte, weswegen ich mitunter auch sage: „So habe ich auch mal gedacht.“

Anfänglich hat es „natürlich“ seinen Preis und er erscheint hoch, sehr hoch, weshalb sich kaum jemand weiter damit auseinandersetzen mag, weil ihn ein unwohles Gefühl überkommt. Doch später entpuppt sich der Preis als kein wirklicher, hat man die Märchenstunde – besser: die Täuschung in ihrem Wesen erkannt.

Um was geht es im Kern? Bei sich selbst zu erkennen, dass man sich bisher geirrt hat, als man an diese kollektiv-mentale Märchenstunde geglaubt hat, mit ihren ganzen Verlockungen.
Dem plötzlichen Zusammenbruch der eigenen Realität kann man dadurch wirksam begegnen, indem man sich selbst entschlossen entwickelt, indem man das System der alten Ordnung und seine Regelwerke, Konventionen, Methoden und Werkzeuge infrage stellt.

„Er, der gewohnte Mensch, hält sich für etwas, was er wegen seiner Verhalten nicht ist, während er gegen andere zu kämpfen meint, die er selbst ist.“

An diesem Punkt entscheidet es sich, wer zu was gehören will und inwiefern er bereit ist, sich zu entwickeln oder lieber weiter „das Opfer der Umstände“ zu spielen meint.
Letztlich geht es nicht einfach darum, wieder nur einmal mehr zwischen „Gut und Böse“ zu entscheiden, die nur Erfindungen sind, um das anerzogene innere Feindbild, was allzu gern an „Unliebsame“ projiziert wird, zu rechtfertigen, um sich alsdann selbst ins „Licht der Engel“ zu stellen.

Es geht darum, den wesentlichen Unterschied zwischen der Täuschung – und erst durch ihre Infragestellung – das Wahre zu erkennen, um letztlich, durch Betrachtung beider(!), sich grundsätzlich wieder zu entwickeln.

Die Täuschung findet sich bspw. in der Vorstellung, dass der Mensch in einem Staat leben würde, wo er sich in regelmäßigen Abständen seine wohlwollenden Tyrannen und Despoten selbst wählt, während er übersieht, dass er dazu auch geltende Rechtsgrundlagen benötigt.

Täuschung ist, man bräuchte Grenzen, um sich vor anderen zu schützen. Die Täuschung ist, man müsste alles kaufen, und um es kaufen zu können, müsse man dafür arbeiten und um zu arbeiten, müsse man sich anderen unterwerfen. Die Täuschung ist, man bräuchte künstlich geschaffene Gesetze und jene, die sie machen, jene die sie anwenden und jene, die sie durchsetzen.

Die in der Gesellschaft als „normal“ erachtete und in den Familien gewohnte Erziehung zur Gehorsamsbereitschaft, ist der Grundpfeiler jedes hierarchischen Systems und liefert so die Steilvorlage für vielerlei Varianten von despotisch bis wohlwollend „demokratisch“.

„Offensichtlich besteht keine Notwendigkeit, diesen einzigen Tyrannen zu besiegen, denn er ist automatisch besiegt, wenn das Land seine Zustimmung zur eigenen Versklavung verweigert: Es ist nicht notwendig, ihm etwas zu nehmen, sondern ihm einfach nichts zu geben; es besteht keine Notwendigkeit, dass sich das Land anstrengt, etwas für sich selbst zu tun, solange es nichts gegen sich selbst tut. Es sind also die Bewohner selbst, die ihre eigene Unterwerfung zulassen oder vielmehr herbeiführen, da sie mit der Unterwerfung ihrer Knechtschaft ein Ende machen würden.“ „Die Politik des Gehorsams: Der Diskurs der freiwilligen Knechtschaft“ Etienne de La Boetie, (1530-1563)

Freiheit ist nicht etwas, was einem wohlwollend zugestanden wird, sondern man dafür zu „kämpfen“ hat, und zwar gegen die eigenen Denk- und Verhaltensweisen, die einen zu unterwerfen wissen. Eine rein mentale Angelegenheit.

„Beschließen Sie nicht mehr zu dienen, und Sie sind sofort befreit. Ich verlange nicht, dass Sie dem Tyrannen die Hände auflegen, um ihn zu stürzen, sondern dass Sie ihn einfach nicht mehr unterstützen; dann wirst du ihn sehen, wie ein großer Koloss, dessen Sockel weggezogen wurde, von seinem eigenen Gewicht herabfällt und in Stücke bricht.“ Étienne de la Boétie, (1530 – 1563)

Der Mensch und seine Rollen
Da die meisten den Unterschied zwischen Mensch und Person nicht kennen, lassen sie sich dadurch auch so gut „an der Nase herumführen“.
Der Mensch, der glaubt, er sei seine Person, wenn ihm dieser Gedanke überhaupt bewusst ist, lässt sich auch auf den Irrtum ein, dass sich ein Staat aus Menschen konstituiert.

Mitunter lässt sich der Begriff „Mensch“ auch in den Gesetzen finden, und leicht kommt man auf die Idee, es sei ja alles rechtens und die „Ernannten“ seien dazu da, das „Richtige“ zu tun, was sich der gewohnte „Bürger“ (Anmerkung: Das ist eine Rolle) so darunter vorzustellen bereit ist.

„Die Behörden wissen schon, was für mich gut und richtig ist“, sagte mal ein Mann, der glaubte frei zu sein, weil er sich die Zeit frei einteilen konnte, während er jedoch stets darüber sprach „Flocken“ haben zu müssen.

Das dieses ganze Gehabe mit den Gesetzen und damit verbundenen Pöstchen (Rollen: Bürgermeister, Politiker, Richter, Polizeibedienstete usw.) und künstlich geschaffenen Institutionen („Staat“, Behörden, Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Kirchen, Kindergärten, Ministerien usw.) mit ihren künstlich geschaffenen und (vorgeschobenen) Regelwerken (positives Recht) nur eine alternativlos geglaubte Illusion ist, die den Leben an sich diametral gegenüber steht, darüber machen sich die meisten bisher keine wirklichen Gedanken.

„Die Matrix ist ein System, Neo. Dieses System ist unser Feind. Was aber siehst du, wenn du dich innerhalb des Systems bewegst? Geschäftsleute, Lehrer, Anwälte, Tischler. Die mentalen Projektionen der Menschen, die wir versuchen retten zu wollen. Bis es dazu kommt, sind diese Menschen immer noch Teil des Systems – das macht sie zu unseren Feinden.“ Morpheus, The Matrix, 1999

Das „System“ konstituiert sich aus jenen Denk- und Verhaltensweisen, die sich im Rahmen gewohnter Erziehung zur Gehorsamsbereitschaft entwickeln und sich der Neuankömmling durch seine erfahrene „Erziehung“ (Gleichschaltung, Entsprechung) sozusagen an das bestehende System (der alten Ordnung aus Untergebenen und Vorgesetzten) fast lautlos anheftet.

Da sich der Mensch erst wieder selbst über seine eigenen Konditionierungen zu erheben hat, um sich aus dem „Gewand der alten Ordnung“ zu befreien, scheint kaum jemandem bewusst zu sein und wenn, dann warten sie erst einmal, wie sich andere verhalten, was andere machen.

Warten und sich mit Nebensächlichkeiten und unwichtigen Themen zu beschäftigen, ist ein beliebter Sport und wer im außen alles Mögliche sucht, um sich selbst abzulenken, wird irgendwann vom Herumsuchen und Wühlen ermüdet sein, wenn er es nicht bereits durch sein lautes Klagen und Jammern geschafft hat.

„Welche Stimme hören Sie, wenn Sie in sich lauschen? Und was rät Ihnen diese Stimme?“

Die Art und Weise, wie sich die „Welt“ gestaltet und wir mit ihr interagieren, liegt – wenn man mal über den tierischen Ursprung des Menschen hinausdenkt – im Wesentlichen von den Denk- und Verhaltensweisen ab, wie bspw. bei einem Sachverhalt dafür oder dagegen zu sein.

Die Welt wird so gerne eingeteilt in „Gut oder Böse“, „richtig oder falsch“, „dafür oder dagegen“, „Reichsbürger oder Bundesbürger“ &c.
Das ist für den einfachen Denker gedacht, der sich nur weiter im Rahmen seiner auf Belohnung hoffenden Gehorsamsbereitschaft bewegen soll.

Dass hier mit der Unwissenheit der Mehrheit ein leichtes Spiel getrieben werden kann, ist der gelenkten Mehrheit nicht wirklich bewusst, eben weil sie sich über ihre eigenen Denk- und Verhaltensweisen nicht bewusst ist, die ihr Denken und Handeln beeinflussen.

Ich habe das Thema „Psychologie“ in keinem Studium gelernt, sondern mich durch (Selbst)Beobachtung (unter anderem auch meiner eigenen Denk- und Verhaltensweisen) damit auseinandergesetzt. Dazu dienen mir rückblickend auch die bisherige Entwicklung und damit verbundene Erfahrungen.

Über den Prozess der Infragestellung des Systems der alten Ordnung, schafft man sich durch „Invertierung“ eine Brücke und dann erscheint das Bisherige nicht mehr so „ernst“ und „alternativlos“, weswegen ich mir manchmal auch den einen oder anderen Beitrag erlaube, um das ach so „Alternativlose“ „durch den Kakao zu ziehen“.

Das Leben ist nicht ernst. Es ist gelassen. Lediglich die Existenz, die sich der Mensch in seiner gewohnt anerzogenen Denk- und Haltungsweisen schuf, erscheint ihm ernst.

Erst das Klein-in-Klein-Denken, die Suche nach Details von Details, um irgendwann sagen zu können, wer an allem Schuld sei oder die Hoffnung auf bedingungslosen Reichtum mit Geld und Gold, lässt die Anhänger sich weiter selbst blenden, und sie so zu etwas gehören – eben weil jene meinen, ihnen würde etwas oder jemand gehören oder sie hätten ein Anrecht darauf.

Die Frage ist demnach: Mag der Mensch wieder einmal von Herzen lachen oder drückt er sich weiter gegrämt in der Ecke herum und schmiedet Pläne für zukünftige Revolutionen gegen seine selbsternannten Gegner oder hadert und wartet er weiter, um dem möglichen Verlust seiner „alternativlosen“ Existenz im rechten Moment entgegenzuwirken?

Solange man sich nicht mit dem System auseinandergesetzt hat, dreht man sich, was die eigene Entwicklung angeht, nur im Kreise. In der Natur gibt es jedoch keine geschlossenen Systeme.

Lediglich der mangelnde Wille zur eigenen Entwicklung und eine gewohnt oberflächliche Betrachtung und Polarisierung von Geschehnissen und damit verbundener, gewohnter Beurteilung/Bewertung, verzögern den Entwicklungsprozess nur hinaus – dabei nicht zu vergessen, die übliche Unterhaltung:

„Theaterstücke, Possen, Schauspiele, Gladiatoren, seltsame Tiere, Orden, Bilder und ähnliche Opiate waren für die alten Völker der Köder zur Sklaverei, der Preis ihrer Freiheit, die Instrumente der Tyrannei. Durch diese Praktiken und Verlockungen wiegen die alten Diktatoren ihre Untertanen so erfolgreich unter das Joch, dass die verblüfften Völker, fasziniert von den Spielereien und eitlen Freuden, vor ihren Augen aufblitzten, die Unterwürfigkeit so naiv, aber nicht so ehrenhaft lernten, wie kleine Kinder lesen lernen, durch das Betrachten von hellen Bilderbüchern.“ „Die Politik des Gehorsams: Der Diskurs der freiwilligen Knechtschaft“ Étienne de la Boétie, (1530-1563)