Es kommt immer noch dicker

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(v1.0*) Vor einigen Tagen berichteten wir mit besorgter Mine über die „schröckliche“ Entdeckung des Corona-Virus durch die Wissenschaft, siehe: „Was auch immer Ihre Zukunft bringt, die Zukunft wird Fisa“. Wer genauer hinschaut erkennt, dass es nicht um „Corona“ geht, sondern um die gesellschaftlich als normal deklarierte Gehorsamsbereitschaft, welche die Grundlage für eine gut funktionierenden Faschismus bildet.

Ich muss zwischendurch offen zugeben, dass ich diese Zeit als Herausforderung empfinde, weniger belastend oder bedrückend, wie dies so mancher hier und da zum Ausdruck bringt.

Zunächst wollte ich einen Beitrag schreiben, der sich mit – „Mentalviren“ – auseinandersetzt, welche die Masse über das „Coronale“ hinausgehend, fest im Griff haben. Habe es mir dann jedoch anders überlegt.
Das liegt einfach gesagt daran, dass die Menschen endlich „von sich“ aus in Bewegung kommen, während der Rest das Verbliebene noch etwas aufrechterhält. Corona ist also hoch wirksam.

Es wurde bis heute ja auch alles probiert, doch die Masse hat weiter an der „alten Suppe“ festgehalten, die jedoch sichtlich ausgelöffelt zu sein scheint.

Wer gar nichts mitbekommt, erlebt nur den Druck, den er durch Festhalten am Alten selbst erzeugt. So mancher sieht eine düstere Zeit auf alle zukommen, was sicher für all jene gilt, die noch immer besorgt auf dem Komfortsofa hocken und warten, dass sich etwas Gegenteiliges tut.
All jene kann man getrost auf dem Sofa sitzen lassen, weil es in der Tat so ist, dass jeder seinen Hintern selbst zu bewegen hat.

Eines hat sich über die Jahre ganz gewiss gezeigt, die vielen Absichtserklärungen und Willensbekundungen, dass sich doch endlich etwas ändern soll, fühlten sich jene, die forderten oder sich darüber beklagten, selbst nicht berufen, etwas zu tun.
Ihr Handeln war in der Regel darauf ausgelegt, nur das Alte jeden Tag ein kleines bisschen fester halten zu wollen.
So ist es auch nicht damit getan, nur das erkannte Übel beklagen zu wollen.

Aus heutiger Sicht sind alle Bemühungen, das Vorgestern wieder ins Leben zu rufen, zum Glück gescheitert. Ich selbst konnte keinen Moment erkennen, wo sich das Vorgestern über das gesellschaftlich gelebte Gestern wieder erheben würde und mit ihnen auch seine Verkünder.

Um es vereinfacht so erklären zu wollen: Was sich bekämpft, ist im Kern nicht weit genug gedacht. Im Grunde ist es so einfach.
All die Konzepte, die mir die vergangenen Jahre begegnet sind, scheiterten daran, dass sie sich auf gewohntem Denken auszuruhen versuchten, ohne den menschlichen(!) Aspekt näher in Augenschein zu nehmen, der sich nicht einfach durch „Staat“, „positivem Recht“, „Geld“ (und was man damit alles meint kaufen zu müssen) zum Ausdruck bringt.

Die vielen engagierten Akteure, die sich inhaltlich Gedanken machten, dachten an alles und trugen viele Details zusammen.
Doch kommt es letztlich nicht auf Details von Details an, wenn man sich nicht die Muster näher anschaut, die durch die gesammelten Informationen zu erkennen sind, von denen sich die Entscheidungs- und Veränderungsprozesse ableiten.

Es findet sich letztlich innerhalb der gewohnten Denke keine Lösung, wenn es nur darum geht, die einen Gesetze als nicht mehr geltend zu deklarieren, während auf der anderen Seite nur das Bestreben herrscht, diese nur gegen andere nun geltende austauschen zu wollen.

Dies, während insgesamt übersehen wurde, dass das positive Recht an sich eine vom Menschen gemachte Märchenstunde ist, an der nur deswegen festgehalten wurde, weil sich viele Akteure Jahrzehnte damit auseinandergesetzt haben, aus Angst davor sich eingestehen zu müssen, möglicherweise Zeit vergeudet zu haben.
Diese Haltung stellt sich jedoch nur dann ein, wenn man seiner Arbeit einen Wert zugeordnet hat oder zugeordnet bekam und man sich daran gewöhnt hatte.

Das gewohnte „Ich“ versucht dadurch glänzen zu wollen, indem es viel „sammelt“ und „aufstapelt“. Doch letztlich ist diese Basis zum Scheitern verurteilt, denn das wäre ungefähr so, als wolle man ein Haus auf Sand bauen.

Wenn man die Absicht hegt, etwas für die Gesellschaft entwickeln zu wollen, muss man fest entschlossen sein, die bisherigen Regeln, nach denen eine Gesellschaft agiert, über Bord zu werfen.
Das geschieht jedoch nicht, wenn die Absicht besteht, nur eine Betreuungseinrichtung gegen eine andere, die einen Betreuer nur gegen andere austauschen zu wollen, während sowohl am Konzept der Betreuung wie auch der Vorgesetzten, weiter festgehalten wird.

Anwärter auf den erhabenen Sitz der Betreuer hat es in Form von Reichskanzlern, Königen, „Reichsverwesern“ (was auch immer das für ein Job sein muss) genug gegeben.

An diesem Punkt ist immer wieder erkennbar, dass man sich bisher mit der wesentlichsten Erscheinung in der alten Ordnung nicht auseinandergesetzt hat: mit dem Rollenspiel, den Personen, dem Verhalten der eigenen Verhüllung, letztlich mit dem „so tun, als ob“.

„Jeder scheitert daran, wer er sein soll. Wir messen eine Person, einen Helden daran, wie gut es ihm gelingt zu sein, wer er wirklich ist…. Jetzt geh‘ und sei der, der du wirklich bist.“ „Freya zu Thor“, Avengers: Endgame, 2019

Nicht umsonst gab und gibt es Schauspieler, die dieses Verhalten der Gesellschaft spiegeln, während die Gesellschaft beim Zuschauen denkt, sie sei ja echt, während das, was sie im Mimenspiel zu beobachten meint, ja Fiktion sei.

Die alte Ordnung besteht nahezu nur aus Rollenspielen, wo die Rolle eines „Königs“, eines „Politikers“, eines „Kanzlers“, eines „Richters“, eines „Polizisten“ usw. klar definiert sind. Und dennoch bleiben es nur Rollenspiele.
Lediglich der Glaube an das Geld verleiht den Eindruck, es ginge um einen Wert. Letztlich lernte man nur, wie es nicht funktioniert, wenn man es mit den Regelwerken des Lebens vergleicht.

Warum mehrheitlich gemeint wird, dass man ja nicht anders könne, beruht auf dem Irrglauben, dass „Sichteinlagen“, mit Zahlen bedrucktes Papier und – ganz vergessen – mit Zahlen geprägtes Metall, einen Wert haben sollen.

Der Wert im Außen, dass als normal erachtete „Haben“ beruht auf seiner künstlich nach außen gelenkten inneren Entwicklung. So wurde aus der unbegrenzten Entwicklung im Sein, eine sehr begrenzte Entwicklung im Haben.
Und um noch mehr haben zu wollen, muss man es anderen wegnehmen mit List und Tücke, Taktik und Strategie oder dem nachgehen, was man landläufig „arbeiten“ nennt, während von „finanzieller Freiheit“ geträumt wird, der nichts anderes zu Grunde liegt, als „Arbeit macht frei“.

Nicht nur in den Zahlen findet sich eine gewisse Magie, weil mit ihnen versucht wird, das Unbegreifbare auf menschliche Größe reduzieren zu wollen.
Es herrscht der Glaube, dass jene Zahlen selbst etwas wert seien, während jedoch übersehen wird, dass Zahlen nur ein Behälter sind, um im Grunde das Leben selbst in kleine Einheiten verpacken zu wollen. Und so vergaß der Mensch das Leben selbst und ließ sich von den von ihm erfundenen Annehmlichkeiten „kleiner Einheiten“ beeindrucken.

Statt sich selbst zu entwickeln, machte er sich auf den Weg das Universum entdecken zu wollen, während der Blick in den morgendlichen Spiegel immer kürzer ausfiel. Ein notwendiger Irrweg, um irgendwann wieder den Heimweg anzutreten.

Die bisherigen gesellschaftlichen Bemühungen führten den Menschen immer weiter von seiner wesentlichen Aufgabe weg, weg von seiner Entwicklung, hin zur Fremdbestimmung und (selbst)belohnten Leerlassung seiner Menschlichkeit.

„Was, wenn wir uns entscheiden, nur noch in einer Realität zu leben, die wir selbst geschaffen haben? Macht uns das zu Wahnsinnigen? Und wenn ja, ist es nicht immer noch besser, als ein Leben in Verzweiflung?“ „John Brennan“, The Next three Days, 2011

So wie es ausschaut, hat der Mensch wieder damit begonnen, den Weg zurück zum Leben zu beschreiten. Bei allem was er macht, trägt er stets für sein Handeln die volle Verantwortung, auch wenn der Eindruck entsteht, dass er diese meint abgeben zu können. Am Ende erntet er immer das, was er gesät hat. Das wiederum macht es ihm möglich, auch anderes zu säen, um anderes zu ernten.

Der Wunsch nach gerechten Vorgesetzten kann nur enttäuscht werden, egal ob es sich um jene handelt, die sich dazu erkoren sehen oder jene, die die Absicht haben, diese erwählen zu wollen. An diesem Punkt entpuppt sich das Konzept der Vorgesetzten an sich als fragwürdig – gleich, was so mancher anders zu meinen mag, da er sich so – fest entschlossen – nur für das Alte entscheidet. Umdenken ist also von Vorteil.

So mancher wird sich darin schwer tun, dass er am Ende sich doch nur dem Alten gewidmet hat, um es weiter am Laufen halten zu wollen, während er der irrigen Meinung war, dass er an „etwas Neues“ arbeiten würde, nur weil er meinte es genüge, nur das Gestern durch ein Vorgestern austauschen zu wollen.

Deutlich sieht man, dass es nicht wenige Akteure gibt, die selbst entschlossen den Verbleib im Gestern vorziehen. Das liegt nicht an jenen selbst, sondern an ihren Denk- und Verhaltensweisen, die sinnbildlich für die alte Ordnung stehen. Letztlich kann man niemanden mitnehmen, der selbst nicht willens ist, den Weg beschreiten zu wollen.

Am Ende sieht man deutlich, dass das Leben über das Bestreben des Einzelnen, einer Gruppe, einer Gesellschaft und einer Zivilisation weit hinausgeht. Dort findet der Mensch auch all jene Lösungen, die er beim ständigen Zurückblicken zwangsläufig übersehen muss – und auch die Erkenntnis, dass so manch erhoffte Lösung keine sein konnte.

Um es mal so auszudrücken: Sie können nicht fundamental etwas „Neues“ hervorbringen, wenn Sie nicht bereit sind, alles an was Sie bisher geglaubt haben, über Bord zu werfen.

So werden viele gehen, ohne jedoch umgedacht zu haben.

Ein Grund mehr, sein Handeln am Leben selbst auszurichten und nicht an den gewohnten Vorstellungen des „Ichs“, was sich nicht selten in seiner Existenz bedroht sieht, während es eine Welt erschuf, die ihm letztlich nur zum Verhängnis wird, weil es sich von den Regelwerken des Lebens durch den Akt der Bestrafung und Unterwerfung abgewandt hat.

Musikalische Untermalung: