Frischer geht’s nicht

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(v1.1) „Erlebend, erliebend“, sagte sie zu mir, während sie mir dabei sanft in die Augen sah und mich auf diese Weise tief berührte. Auch wenn man sich nur eine kurze Zeit begegnete, ist das damit verbundene Gefühl geblieben.

„Du, ich hatte das alles schon längst vergessen.“ „Und ich bin hier, um dich daran zu erinnern.“

Das Leben wirkt hier durch beide. Es ist nur eine Illusion, dass man sich – „wahrnehmungstechnisch“ darauf reduziert – nur gegenseitig lieben würde und der andere für das Wohlergehen seines Gegenübers zuständig sei.

Im Gewohnten, wird das liebende Gefühl – durch entstehende Machtkämpfe (Anmerkung: also der anerzogene Kreisverkehr zwischen erhaben und untergeben) und damit verbundenem „Alltag“, von diesen überlagert, vereinnahmt.

Die Vorstellung, den anderen besitzen zu wollen, findet ihren Ursprung in der irrigen Vorstellung, dass sich das gerade gebärende junge Leben einem „gehören“ würde, führt in den oben beschriebenen Kreisverkehr.
Der Mensch wird so zur Sache; was schleichend zu einer (Selbst)Entmenschlichung in der Gesellschaft führt – sowohl für jene in der Rolle der „Erhabenen“ wie auch jener sich von ihnen (belohnt) Unterwerfenden – in Unkenntnis über das sich gemeinsam fest entschlossene Abwenden von ihrer menschlichen, ersetzt durch technologische Entwicklung – unter Ausbeutung der planetarischen Ressourcen wie auch den Menschen selbst.

Der Weg gewählt innerer Leere kann man weder mit „Materie“ noch mit der Vorstellung von Macht über andere erfüllen. Es handelt sich um eine sehr umfängliche Täuschung, der man gewohnt erliegt, die auch über dieses Thema weit hinausgeht. Das wiederum lässt sie zu einer wahren Herausforderung werden.

Statt sich nur mit den Symptomen des Systems in gewohnt klagender und beschwerender Weise auszulassen, führen die Symptome – durch entsprechende Fragestellung – zu den Ursachen menschlicher Erziehung zur Gehorsamsbereitschaft und Entsprechung, wo sich der Mensch – „freiwillig“ (belohnt) oder in erobernder Weise unterworfen – für seine Rolle hält und so in einer für ihn scheinbar alternativlos und deswegen „ernsten“ Realität selbst gefangen hält, die er mitunter auch noch zu verteidigen meint.
Dies, weil er die Angst vor Schmerz, dem Mut zu sichtbarer Entschlossenheit, sich über die Konventionen und Wertvorstellungen hinaus entwickeln zu wollen, vorzieht.

Zwischendurch auf ein weiteres, gesellschaftliches Phänomen hinweisend, was man daran erkennt, dass jemand bspw. auf die Entscheidung eines anderen wartet, wovon Ersterer seine Handlungen abhängig macht und umgekehrt.
Am Ende geschieht in der Regel nichts, während sich beide auf diese Weise immer weiter voneinander entfernen, während sie mitunter das Gegenteil zu bewerkstelligen versuchen. Zumindest erscheint es so.
Gleiches Prinzip findet sich in einer Beziehung, wo der eine den anderen zu ändern versucht, während wiederum dieser versucht, das „Korrektur-Verhalten“ des Ersteren zu ändern.

In der Computertechnik nennt man das Phänomen „Deadlock“.

Erst neulich war ich einem Gespräch zugegen, wo Ersterer davon sprach, was „man“ tun „müsste“ und was er dazu von seinem Gesprächspartner bräuchte. Das Gespräch verlief (neben sehr recht lange) dabei in einer sich sachlich entwickelnden und einigenden Art und Weise.
Später – in Abwesenheit des Ersteren – sagte der Zweite, dass der andere erst mal was tun müsse, während er darüber hinaus das Vorhaben des Ersteren missbilligte, dies jedoch nicht offen gegenüber dem Ersteren zur Sprache bringen wollte. Wieder zurück.

Wenn man einander nicht mehr begegnet, „fehlt“ dem Gewohnten plötzlich etwas. Mitunter tritt eine innere Leere zu Tage und nach einer Weile wird sich auf die Suche gemacht, um das Gefühl der Leere und des sich allein fühlen, durch andere oder durch ähnliche Gefühle zu ersetzen. Die Vorstellung, man bräuchte einen anderen, der die Aufgabe der Erfüllung übernimmt, wird für so manchen zu einem regelrechten Kreuzzug.

„Treffen sich zwei Bettler und greifen sich gegenseitig in die Tasche: „Du hast ja auch nichts.“ Robert Betz

Das meist familiär anerzogene Machtvakuum, bspw. durch äußere „Polit-Statisten“ und/oder mit Belohnung und Versprechen winkenden „restlichen“ „Vorgesetzten“ zu besetzen – ist so gesehen – von ähnlicher Natur.

„Die meisten Menschen gehen den Weg, den wir für sie vorsehen – zu ängstlich, einen anderen zu erkunden. Aber von Zeit zu Zeit gibt es Menschen wie sie, die alle Hürden überwinden, die wir ihnen in den Weg stellen. Menschen die erkennen, dass freier Wille eine Gabe ist, die man erst nutzen kann, wenn man auch dafür kämpft. Ich glaube, dass ist der wahre Plan des „Vorsitzenden“, dass eines Tages nicht mehr wir den Plan schreiben, sondern ihr.“ Der Plan, 2011

Eine „gewohnheitsgepeitschte“ Bevölkerung, die sich einst auf arbeiten, Geld verdienen und wieder ausgeben gehen anerzogen (Anmerkung: um gewöhnlich familiär-gesellschaftlich zu entsprechen („Geh’ erst mal arbeiten, damit du etwas wirst!“)) reduziert/unterworfen hat, darf sich im Rahmen eines Wandels – hier frech behauptet des Verlustes der Bedeutungshoheit der alten Ordnung – nicht wundern, wenn sie sich plötzlich in der Rolle des Opfers wiederzufinden meint, während ihr bisheriges Unterlassen (befördert durch Erkieren anderer (nur ein gewohntes Denk- und Verhaltensmuster)) sie selbst dort hingeführt hat.

Die Bevölkerung erkennt nicht oder ignoriert das Werkzeug, was sie bereits die ganze Zeit vor ihren Augen in Händen hält. Angst lässt sie jedoch in einer Schock- und Denkstarre verweilen, woran andere „natürlich“ schuld sind.

In Anerkennung „ungerechter“ bzw. „gerechter“ Autoritäten, wissen die Autoritäten den damit verbundenen Umstand – im Sinne der Erhaltung des Systems und damit verbundener Privilegien auch für sich zu nutzen – weiter die Hand auf dem Deckel „Angst“ zu halten, mit Hilfe geschaffener Szenarien, während sich die Masse in der Rolle der unterworfenen, unschuldigen Opfer der Umstände übt.
Was beide – „Täter und Opfer“ – miteinander verbindet, ist unter anderem die Verlustangst – eben weil der Glaube herrscht, dass etwas oder jemand einem „gehören“ würde, was man deshalb auch verlieren könnte.

Gleichzeitig tritt die Herausforderung in den Vordergrund, eben jenes System, was beide als „einzige“ Existenzgrundlage gewählt haben, infrage zu stellen.

Nebenbei: Es gibt so den einen oder anderen, der das alles, was hier so an Beiträgen veröffentlicht wird, für bedenkenswert, im Grunde für Unfug hält.
Warum macht er sich dann überhaupt die Mühe, dies so umfänglich (mit viel Text) darzustellen, wenn es doch nur Unfug ist?

Letztlich hat es wenig Sinn, weiter auf die auf beiden Seiten wirkenden Denk- und Verhaltensmuster zu beharren, während dabei gehofft wird, dass auf der anderen Seite ein Umdenken stattfindet, da es in einem Konflikt gewohnt auch die Rollen „Verlierer“ und „Gewinner“ zu verteilen gibt, wo jedoch keiner der „Verlierer“ sein mag – was gewohnt der „Kopfknast“ mit sich bringt.

Reklame: „Reparationen (von lateinisch reparare‚ ‚wiederherstellen‘) sind ein Begriff aus dem Völkerrecht und bezeichnen Entschädigungen, die ein Staat nach einer Niederlage im Krieg an den oder die Sieger entrichten muss. Reparationen können in Geld geleistet werden, in Sachlieferungen oder in Arbeitsleistungen.“ (Wikipedia)

Im Mantel wohlgeformter Worte eingehüllt, wird letztlich von legalisierter Unterwerfung mit Hilfe des Völkerrechts gesprochen, während in den ihm untergeordneten Regelwerken die Sklaverei stets als Verbot „verkauft“ wird.

Und dies, weil die Vorstellung herrscht, dass einem etwas oder jemand „gehören“ würde – einschließlich des Lebens – und man dazu ja „das Recht“ hätte, was man sich einst selbst schuf – Selbstermächtigung auf Basis künstlicher Regelwerke.

Wie der Mensch die Welt erfährt, liegt einzig daran, in welcher Art und Weise er ihr begegnet, was ihm begegnet, was wiederum von seinen Denk- und Verhaltensmustern beeinflusst ist – ob er im Moment lebt, oder versucht, sich „ein Bild machen“ von dem was möglicherweise(!) auf ihn zukommt oder wie es in der Vergangenheit mal besser gewesen sein soll.

Jene in der Rolle der unschuldigen Opfer der Umstände, die sich vordringlich in Unsäglichkeiten, im Rahmen ihrer anerzogenen Unterwerfung, wiederzufinden meinen, mögen darüber nachdenken, warum sie meinen handeln so zu müssen – ohne jedoch gewohnt die Schuld „gießkannenartig“ zu verteilen.

Denn gerade diese Handlung offenbart die von ihnen angenommen-anerzogene Rolle des unschuldigen Opfers der Umstände – wie auch des sonst für „freiwillige“ Unterwerfung belohnten Opfers, was dann „bestraft“ wird, wenn Veränderungen im Raum stehen.

Die sogenannte „Neue Weltordnung“ wird von ihnen als ein System der Versklavung erkannt, während sie durch ihre gewohnten Denk- und Verhaltensmuster und daraus hervorgegangenen Konventionen und Wertvorstellungen (Der anerzogene Glaube, dass Geld, Arbeit und was daraus an Produkten und Dienstleistungen entsteht) etwas wert sein, sich bereits die ganze Zeit versklavt haben.

„Bei guter (Konto)Führung, werden Sie normalerweise nach 30 Jahren entlassen.“

Im Rahmen kollektiv vereinbarter Selbstausbeutung und damit verbundener Ausbeutung der Erde bekommt das System sozusagen nun einen kräftigen Tritt in den Hintern, was alle mal besser ist, als sein Verfechter an der nächsten Laterne aufzuknüpfen.

Denn in einem solchen Akt würden die Henker zu ihren Gehängten werden und keinem wäre geholfen. Diesen Aspekt galt es über die Zeit zu erkennen und letztlich auch zu verdeutlichen. Also nicht:

„Ich dachte, ich komm‘ mal vorbei, kaue Kaugummi und trete ein paar Leuten in den Arsch… Ich hab‘ nur leider keinen Kaugummi.“ „George Nada“, Sie Leben, 1988

Nachtrag: „In der Arbeitsfrage teilt sich das vereinte Wirtschaftsgebiet nach wie vor in gespaltene Lager.“