Über den Tellerrand hinausdenken

Normalerweise wollte ich zunächst den zweiten Teil über die Grundrechte bringen, doch kam da nochmals das Thema mit der Einwanderung rein.

Wenn davon gesprochen wird, dass die deutschsprachige Bevölkerung „im eigenen Land“ immer weniger wird – liegt das einfach daran, dass man in einem geschlossenen(!) System versucht den verbliebenen „Leerraum“ auffüllen zu wollen.

Schaut man sich dabei die Situation klassisch von der rechtlichen Seite an, so spielt das Recht „keine Geige“ mehr und schon sehen sich viele in der Notwendigkeit, dies entsprechend anmerken zu müssen. Was – aus der gewohnten Vorstellung heraus – zunächst richtig erscheint, den misslichen Zustand mitunter energisch zu kritisieren – untermauert mit entsprechenden Geschehnissen.

Dass vermehrt über Verbrechen berichtet wird, ist vom Prinzip her das gleiche wie bei Corona: Im offenen Raum wird der Leser regelrecht damit konfrontiert, was er vorher nicht war, weil alles im Hintergrund ablief und er so nichts davon wusste, wie bspw. die über 24.000 Menschen, die im Winter 2017/18 an Grippe gestorben sind. Wer weiß schon, wie viele in den letzten Jahren vergewaltigt, ermordet und misshandelt wurden?

Dass es im offenen Raum kommuniziert wird, hat auch seinen Vorteil: Die Gesellschaft wird mit den Auswirkungen ihrer Erziehungskonzepte konfrontiert. Wer glaubt, dass der Mensch aus Afrika von seiner Erziehung her anderes ist, sind es lediglich die Werkzeuge, durch die er sich von einem „anständigen Mitteleuropäer“ unterscheidet – die wesentlichen Verhaltensmuster sind die gleichen.

Aus der gegebenen Situation kommt auch niemand so einfach heraus.

Ich finde es besser, sich den Gedanken zu nähern, dass so ziemlich alles anders wird, auch was es mit der Vorstellung vom gemeinsamen Leben auf diesem Planeten auf sich hat.
Doch das schient der „Deutsche“ noch nicht wirklich erkannt zu haben, dass Vordenken und Infragestellen die einzigen Mittel sind, sich über seine gewohnten Vorstellungen hinaus zu entwickeln.
Die Welt ist nicht einfach nur „Deutschland und der Rest der Welt“.

Das die „Nummer“ in Deutschland seit langem vorüber ist, sieht man daran, dass „Grenzen“ nur noch von innen existieren, was im Kern deiner geistigen Haltung entspricht.
Die ich auch da erlebe, wenn der eine oder andere berichtet, jedoch keinen Dialog zulässt. Denn was nutzt die Summe einzelner Meinungen, wenn sie dadurch kein Fundament bilden?

So bilden sich mehr oder weniger kleine und große Grüppchen die versuchen, ihr Gedanken- und Verhaltensgut vor Veränderung schützen zu wollen, während sie gleichzeitig Änderungen fordern, die sich an der Beibehaltung des Gestern orientieren.

Mittlerweile wird ihm der „Corona-Spiegel“ vorgehalten, wodurch sein gehorsamsbereites Verhalten zum Vorschein kommt, was typisch für einen gut gehenden Faschismus ist.

Erst die Tage sprach ich jemanden darauf an, dass es sich hier um Faschismus handele, wenn man sich auf diese Art und Weise gehorsam unterwirft. Jener zuckte nur kurz mit den Schultern und ging weiter.
Hauptsache, es geht weiter wie „gestern“, was in der Regel mit in Ruhe arbeiten, Geld verdienen und wieder ausgeben, sich amüsieren wollen verbunden ist. Wer will schon „Probleme“ haben?

Wirft man den Blick in die Welt, so hat nicht nur der deutsch sprechende Mensch eine Menge aufzuarbeiten, dessen er sich bisher tunlichst entzog oder hat abhalten lassen oder noch nicht einmal davon wusste, wovon er sich (gegenseitig) abhielt.

„Ich kann ja sowieso nichts machen.“

Arbeiten wird damit zur belohnten Beschäftigung, um sich – anerzogen – keine Gedanken machen zu müssen oder zu sollen, was vom Prinzip her das Selbe ist, wenn es darum geht, ob man sich allein oder gemeinsam von der Entwicklung abhält.

Die „Entdrehung“ des verdreht anerzogenen Umgangs mit dem Signal „Angst“ ist der Schlüssel, aus dem eigenen „Kopfknast“.
Verdreht in dem Sinne, dass „Angst“ im natürlichen Sinne, nur ein Signal für fehlende Informationen ist, was durch Bestrafung für eigenständige Entwicklung zum „Warnsignal“ vor Veränderung „umfunktioniert“ wurde.

Um das weiterhin „natürliche“ sich entwickeln wollen zu kompensieren, ersetzt das Haben (sammeln, mehren, sichern und verteidigen) das Sein und so wurde eine immer komplexere Welt erschaffen, in der der Mensch selbst immer weniger „Platz“ hat und sich zunehmend selbst entmenschlicht – während er das Gegenteil von sich denkt.

Während ihm die Ergebnisse innerer Entwicklung nicht genommen werden könnten, ist dies beim Haben jedoch anders. Er muss sich und das was ihm „gehört“ schützen und es und sich vor möglichem Verlust abgrenzen.

Was ist jedoch, wenn ihm nie etwas gehört hat und man ihm nur glauben ließ, es sei anders? Erschien es nur deshalb richtig, weil alle anderen es bisher auch so handhabten?

Die meisten in der Welt als „Probleme“ erkannten Symptome fußen auf der Vorstellung, dass man meint, dass einem etwas oder jemand gehöre, den/das man durch Macht oder Geld in Besitz nehmen und später „beschützen“ und verteidigen kann.

Ein Phänomen was Beziehungen mitunter zu Rosenkriegen verkommen lässt, wenn es im gewohnt eingeschränkten, geistigen Rahmen um den Kampf der zu verteilenden Posten aus Vorgesetzter und Untergebener geht.
Auf der anderen Seite gibt es auch jene, die sich nur allzu gerne dem Schutz durch den anderen unterwerfen oder aus ihrer „selbstgewählten“ (anerzogenen) Opferhaltung heraus die Obrigkeit zu kritisieren wissen.

Im Kern ist es ganz einfach: Man wendete sich kollektiv vom Leben hab, ersetzte es durch etwas Künstliches, was man als alternativlos anzunehmen bereit ist und sieht sich nun in der Lage, die Lebensenergie beim anderen „abknapsen“ zu wollen, wie ein kleiner Dieb in der Nacht oder es tröpfchenweise zugestanden bekommt, wenn man schön artig ist.

„Ja, aber ich muss doch auch leben…“

Die Erkenntnis am Ende, noch nicht so intelligent, so vernünftig und gewissenhaft gewesen zu sein, wird so manchem unangenehm aufs Gemüt schlagen.

Doch wie heißt es so schön? Es ist ja noch nicht zu spät… sich von den Konventionen der alten Ordnung zu verabschieden, wenn so mancher meint sich in einer „Neuen Weltordnung“ versklavt zu erkennen, die bereits über die Jahrtausende herrschte, bei der er durch gewohnte Erziehung zu Gehorsam zu einem Sklaven seiner selbst wurde wie auch durch „die Anderen“.

Blicke ich zurück in die Zeit, so hat sich der Mensch selbst zum Opfer seiner selbst gemacht, eine Rolle, aus der er sich nur selbst befreien kann.

„Lasst uns treffen und einander die Angst nehmen“, ein Zitat aus einer E-Mail, gehört wohl damit der Vergangenheit an.

Was die Einwanderer betrifft, sind sie lediglich dazu da, den „Kessel Buntes“ weiter unter steigendem Druck zu halten, weil – eben anerzogen – nicht anders dazugelernt wird.
An diesem Punkt entpuppt sich der anerzogene Widerstand gegen natürliches Lernen und Entwicklung mittlerweile als Handicap.

Die Mehrheit tut sich nur deshalb schwer, weil ihr der Vorteil eben fürs Denken nicht bezahlt worden zu sein, mittlerweile zum Nachteil geworden ist. Die Märchenstunde, dass die nachfolgenden Generationen es mal besser haben sollten, ist nicht nur zu Ende, sie hat sich letztlich nie realisiert.

Man konzentrierte sich auf Arbeiten und Geld verdienen und wieder ausgeben, als ob es alternativlos sei.

„Geld ist nur Papier, George. Darauf kommt‘s nicht an, auch wenn es oft so erscheint.“ „Fred Jung“, Blow, 2001

Es kann jetzt also so weitergehen, und man wartet, in der Hoffnung auf einen Erlöser/Führer oder man setzt seinen Kopf in Bewegung und hinterfragt alles, an was man so normalerweise zu glauben/festzuhalten gedenkt.

Es ist immer besser, sich freiwillig mit etwas auseinanderzusetzen, als es am Ende kopflos und mit Druck realisieren zu müssen, dass das Alte nicht mehr funktioniert, und das Neue – gewollt – nicht erkannt wird, weil man sich dazu zur eigenen Entwicklung entschließen müsste.