Warum ich gerne auf die selben Sachverhalte komme

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(v1.1*) Wenn sich nicht nur gewohnt mit den sicht- und spürbaren Symptomen auseinandergesetzt wird, sondern deren Ursachen, so kommt man letztlich immer wieder auf die gleiche(n) Ursache(n).

Dazu ist zu wissen, dass sicht- und spürbare Phänomene, die in der Regel oberflächlich behandelt – mitunter sogar bekämpft – werden, eben nicht die Ursachen sind!

Schon interessant, was passiert, wenn in einem Kommentar darauf hingewiesen wird, über das System vorzudenken:

„Arm, Reich, Hunger, Obdachlosigkeit, Mord, Totschlag, Diebstahl und was es noch so für Phänomene gibt, nur weil man an den Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier und Zahlenreihen („Sichteinlagen“) auf dem Konto glaubt. So ist es nun mal auf der Titanic.“

Sogleich kam die Forderung nach der Lösung, wenn man Wohnung und Arbeit nicht verlieren will:

„1.?“

Wer sich nicht mit den Grundlagen auseinandergesetzt hat, so bedarf es einiger Hinweise zum Verständnis:

1. Denken Sie selbst darüber vor, was das System ist, IN dem Sie leben.
2. Denken Sie darüber vor, dass es nur eine kollektiv geglaubte Illusion ist, dass Ihnen etwas oder jemand gehört.
3. Denken Sie darüber vor, dass „Arbeiter“ nur ein anderes Wort für „Sklave“ ist.
4. Denken Sie darüber vor, dass man Sie in der Familie zur Gehorsamsbereitschaft erzogen hat und Sie dafür mit Zahlen bedrucktem Papier und „Sichteinlagen“ belohnt werden, damit Sie so bleiben und artig das machen, was man Ihnen sagt und welche Auswirkungen es hat.
5. Beginnen Sie damit selbst zu denken, und nicht nur darauf zu warten, dass ihnen die Lösung eingetrichtert wird, weil Sie das „Lernen auf Anordnung“ gewohnt sind.
6. Denken Sie über die wesentlichen Denk- und Verhaltensweisen vor, die Sie so funktionieren lassen, wie Sie gewohnt funktionieren.
7. Den Rest finden Sie auf meinem Blog. „Berg Blog“ bei Google eingeben.

Denken Sie nicht, dass Sie es eben mal schnell beantworten können, das wäre nur nach den üblichen, Ihren Denk- und Verhaltensweisen, nach denen Sie in der Tat funktionieren.

Die Lage ist gespannt und so mancher hofft auf einfache Antworten, die am besten noch seinem bisherigen Wissensstand entsprechen.
Am Ende wurde dann lieber auf „beleidigte Leberwurst“ mit Ansatz zur Feindbildprojektion gemacht, gefolgt von Vorwürfen, ich würde jemanden für „blöd“ halten.

Jeder Dialog ist dahingehend spannend, selbst wenn so mancher nicht versteht, wenn ich ihm meine Telefonnummer zuschickte, und er dann noch fragt, was er damit machen soll.

So hat jeder seinen Wissensstand, der für sich dann entwickelt, wenn er seine Aufgabe innerhalb es größeren Ganzen erkennt und nicht nur als „Opfer der Umstände“, was mitunter keifend reagiert und sich wehrt, während sein anerzogenes Rollenspiel selbst die Ursache für sein Leben ist.
Das größere Ganze findet sich durch die Infragestellung des Systems und nicht dessen prinzipielle und inhaltliche Wiederholung.

Und wer nun fragt, was das System sei, so ist er verwiesen auf seine gewohnten Denk- und Verhaltensweisen und damit verbundene Anpassung an gesellschaftliche Werte, Traditionen und Konventionen, verbunden mit dem gesellschaftlichen Gruppenzwang zur individuell-kollektiven Entsprechung. Der Grund, warum sich Menschen in der Gruppe anders verhalten, als unter vier Augen. Denn wer nicht entspricht, wird ausgegrenzt.
Das liegt daran, dass sich der gewohnte Denker individuell-kollektiv – anerzogen – vom Leben (selbst) abgewandt hat und im Grunde in einer künstlichen Blase, mit künstlichen Regelwerken und wohlwollender Fremdbestimmung und Entsprechung lebt.
Er verteidigt diese mitunter bis aufs Heftigste, während er alles ablehnt, was nicht seinen üblichen Vorstellungen entspricht – während er sich selbst dabei abschafft.

Einen Dialog über das System in einer technisch eingeschränkten Kommentarfunktion zu bewerkstelligen, funktioniert erst dann, wenn der Betreffende sich bereits im Ansatz im Thema bewegt oder ein hohes Interesse daran gefunden hat und die Notwendigkeit individuell-gesellschaftlichen Umdenkens von ihm bereits erkannt wurde.

Wenn sich jemand in einer Art „Urschleim“ bewegt, der sich durch Beklagen, Schuldzuweisung und Vorwürfe in kampfeslustiger Abwehrhaltung zum Ausdruck bringt, mag das aus seiner Sicht verständlich erscheinen, hilft ihm jedoch selbst nicht weiter.

Wer erfasst bis jetzt wirklich, dass es am Einzelnen selbst liegt, während er – wie der Rest – noch auf die Masse hofft und wartet, damit er nur wieder anonym hinterherlaufen braucht, weil der Irrglaube herrscht, die Mehrheit habe recht.
Kollektive Wartehaltung ist das Ergebnis und eines ebenfalls: Man „arbeitet“ bereits zusammen, denn man „verhält“ sich zusammen.
Verständlich, dass die von der Mehrheit gewählten Vorgesetzten nun ihren Spuk mit der Masse treibt, während die kollektive Märchenstunde nur noch durch blinden Gehorsam, Angst vor dem eigenen Tod und einem möglichen Verlust der Existenz (Darum geht es im Kern: die im System anteilige, künstliche Stellung) zusammengehalten wird.

Der Grund, warum man eine Masse mit wenigen Akteuren beliebig herumschieben kann, findet sich im Glauben an Eigentum und Besitz und seinem möglichen Verlust, einschließlich der irrigen Vorstellung, dass einem das Leben gehören würde, an das sich dann angstvoll geklammert wird.

„Eine beachtliche Erfahrung, in Furcht leben zu müssen. So ist es, wenn man ein Sklave ist.“ „Roy Batty“, Blade Runner, 1982

Der Sklave, der früher gepeitscht wurde, war jener, der das System erkannt hatte, nicht jener, der ihm ergeben war. Es reichte ihm nur zu zeigen, was mit ihm passieren würde, wenn er damit beginnen würde, nur darüber nachzudenken.

„Herr Berg, sie werden hier fürs Arbeiten bezahlt und nicht fürs Denken.“

Um aus der Nummer heraus zukommen, gilt es zunächst jegliche Form der Schuldzuweisung zu unterlassen und sich der gewohnten Opferhaltung und damit verbundener Denk- und Verhaltensweisen bewusst zu werden.
Das große „Klick“ im Kopf kommt dann nicht, wenn man sich nur oberflächlich damit auseinandersetzt, während gehofft wird, dass Morgen und Übermorgen mögen doch wieder wie Gestern werden. Dieser Zug ist seit einiger Zeit abgefahren.

Zu den „ewig Gestrigen“ zählt die Vielzahl konservativ angehauchter bis fundamental konservativer Richtungen, also nicht einfach nur die mit „Reichsbürger“ betitelten Gruppierungen. Die Mehrheit lebt im Gestern, indem sie sich artig und belohnt von ihrer eigenen Entwicklung abhält.
Die sogenannten „Reichsbürger“ und „Kaisergünstlinge“ würden nur das eine Hamsterrad gegen ein anderes austauschen, während sie weiter der Sucht nach ihrer eigenen Bevormundung oder wohlwollender Unterwerfung „des zu beschützenden Volkes“ den Blick vernebelt.

Ein Tipp am Rande: Ein Mensch, der sein Leben nicht selbst organisieren kann, sollte nicht versuchen, dass der anderen organisieren zu wollen. Das funktioniert erst, wenn er sein eigenes geordnet hat.

Es lohnt sich also über das höchste Gut des Menschen vorzudenken: Den festen Entschluss zu seiner dauerhaften, eigenen Entwicklung, innerhalb des Lebensprozesses – jedoch nicht mehr jener, der sich nur ums Haben dreht.
Dies zu erkennen, dazu ist die „verdrehte Nummer“, in der die Mehrheit arglos lebt und für „normal“ und alternativlos hält, gedacht.

Alles was dazu notwendig ist, kommt dann von ganz alleine, während er der gewohnte Denker fürs Haben immer seinen „Arsch hinhalten“ muss oder andere „vor den Karren zu spannen“ versucht – für mit Zahlen bedrucktes Papier natürlich und allem, was er zu „kaufen“ meint, was ihm dann „gehören“ würde.

Wer sich durch Haben zu definieren versucht, wir immer in der Angst des Verlustes leben und letztlich nur dahindarben. Eine Gesellschaft, die sich des Konsums wegen durch Haben definiert, wird versklavt bleiben – versklavt durch ihre eigene Werte.

Dass Mehrheiten nicht einfach für „Richtigkeiten“ stehen, sieht man an der artigen Teilnahme der Mehrheit am Faschismus, wo der Gesellschaft gleichzeitig die ihn befördernde Gehorsamsbereitschaft gezeigt wird.
Es reicht auch nicht, nur einfach dagegen zu sein, sondern es bedarf einer logischen und tiefgründigen Erklärung.

Nicht jeder Mensch reagiert gleich. In der Regel beschäftigt er sich in widerständlicher, beklagender, (schicksalhaft) ertragender oder ignorierender Weise mit den sicht- und spürbaren Symptomen(!) des Systems, während er selbst – anerzogen – die Beteiligung am größeren Ganzen zu verneinen weiß, sieht er sich selbst in einer – ebenfalls anerzogenen – objektiven Haltung, die ihn sich unabhängig von den Weltgeschehen erkennen lässt, während er die „schönen“ Dinge nur allzu gerne für sich zu vereinnahmen weiß.

Legt man ihm logische seine aktive Beteiligung am System selbst dar und auch, dass er selbst etwas ändern kann und, dass es „einfach nur“ um die gesellschaftlich als „normal“ deklarierten Denk- und Verhaltensweisen geht, und dadurch seine aktive Teilnahme am System, so sind die Reaktionen nicht selten ebenfalls von widerständlicher, beklagender, (schicksalhaft) ertragender oder ignorierender Art und Weise.

Was da wirklich abgeht, hier an einem Beispiel aus der Praxis. Früher stritt ich ab und zu regelmäßig mit jemandem zum selben Thema. Und was ich auch sagte, wurde einfach nur dagegen gehalten. So machte ich daraus ein Experiment.
Kam es zum Streit, so argumentierte ich mit den Sichtweisen meines Gegenübers. Das machte ich ein halbes Jahr und nicht selten wurden mir meine einstigen Argumente entgegengehalten. Nach dem halben Jahr klärte ich mein Gegenüber darüber auf. Das Gesicht war ziemlich lang.

Ein anderes Phänomen bei Vorteile suchenden Akteuren ist ihre Art und Weise sich recht schnell anzupassen, um etwas in ihrem Sinne erreichen zu wollen, wenn die gewohnten Mittelchen, wie: „Da können wir ganz viel Geld verdienen/reich werden“, nicht mehr ausreichen. So am Rande.

Den Einzelnen „überzeugen“ zu wollen umzudenken, kann man sich getrost „in die Haare schmieren“. Da der gewohnte Denker auch das Lernen falsch gelernt hat, erwarten nicht wenige eine für sie verständliche Erklärung, pädagogisch aufbereitet und wohl geformt. Das hat jedoch nicht wirklich etwas mit Entwicklung zu tun, sondern fände lediglich im Rahmen gewohnter „Unter-Haltung“ statt.

Wie könnte man auf jemanden eingehen, der selbst den Dialog meidet, weil er möglicherweise erkennt, dass sein bisher Gedachtes doch nicht so der „Brenner“ ist? Mal provokant gefragt.

Falls Sie darin Arroganz erkennen, zitiere ich dazu den lieben Klaus Kinski: „Arroganz sieht nur von ganz unten so aus.“
Dies, für so manche, die sich gerne selbst unten hinstellen, um dann mit dem berühmten „Schuldfinger“ wieder auf andere zu zeigen.

Wer meint immer nur nehmen zu müssen, darf sich nicht wundern, wenn er auf diese Weise selbst zur Schaffung eines Ungleichgewichtes beiträgt, was sich in der Regel auch wieder in die andere Richtung zu regeln – auszugleichen – weiß.

„Wer nimmt, dem sei genommen. Doch wer gibt, dem sei gegeben.“

Mitunter gibt es auch manche, die der Meinung sind, sie müssten ja betrügen, weil andere ja auch betrügen würden, um das eigene Handeln rechtfertigen zu wollen.
An diesem Punkt sieht man, wie sehr der Mensch nach seinen Denk- und Verhaltensweisen solange „funktioniert“, bis er erkennt, dass er den Fokus der Veränderung auf sich selbst anwendet.

Die gesellschaftliche Gehorsamsbereitschaft liegt nicht einfach nur beim Einzelnen vor, sondern geht mit den ebenfalls gleichgeschalteten „Mitstreitern“ in Wechselwirkung. Daraus entsteht der „Große Bruder“, allgemein bekannt als „Gruppenzwang“.

Und für alle, die recht schnell mit scheinbaren Rechten ausgestattet Leben zu nehmen oder zu beeinträchtigen meinen, seien darauf hingewiesen, dass sie nur das ernten, was sie gesät haben.

Was geht, ist das Rollenspiel der Teilnehmer und ihre Märchenstunde zu enttarnen, wenn sie mitunter davon sprechen, der Gesellschaft etwas „Gutes“ tun zu wollen, während das Handeln auf dem Bewahren und Verteidigen des Erreichten gerichtet ist oder jene meinen, sich für „Opfer“ einsetzen oder euphorisch der Meinung sind, alle „vereinen“ zu müssen.

Die Gesellschaft ist bereits „vereint“ und zwar über ihre Denk- und Verhaltensweisen und sich daraus ableitenden traditionellen und in der Regel meist konventionellen (Wert)Vorstellungen und davon abgeleiteten Handlungen.

„Wir begeistern uns für Fleiß, Erfolg und Leistung; wir sind bei den Schwachen und Verwundbaren. Wir stehen für unsere Sache ein, mit Herz, Hand und Verstand.“ Webseite der Werteunion

Wer weiß schon, dass es hier um die gewohnte Fortsetzung aus Arbeiten und Geld verdienen geht, während man sich der Rolle des wohlwollenden „Beschützers“ bedient, um seinen Schäfchen zumindest ab und zu mal etwas erzählen zu wollen?

Wer weiß schon, dass gewohnte Denk- und Verhaltensweisen nicht dazu ausreichen, wenn deren „Widersacher“ auch nur wieder Machtstrukturen (aus zu beschützenden Opfern und ihren „Beschützern“) in die Realität zu bugsieren versuchen – mit ihren ach so vielen Emporkömmlingen, die zumindest eine kurze Weile wie Sternschnuppen am Himmel erstrahlen.

„Treffen sich zwei Juden, fragt der eine: Was ist dir lieber? Fünf Millionen Euro oder fünf Töchter?“ „Fünf Millionen Euro.“ „Falsch. Wenn du fünf Millionen Euro hast, willst du noch mehr. Doch wenn du fünf Töchter hast, dann hast du genug.“

Wer weiß schon, dass sich das Handeln aus den Denk- und Verhaltensweisen ableitet und nicht von so manch schönen Worten.

Des Öfteren weist man mich darauf hin, dass ich mich wiederholen würde. Das liegt wohl daran, wenn man über Zusammenhänge vordenkt, von denen sich die sicht- und spürbaren Phänomene ableiten, kommt man immer wieder zu den gleichen Ursachen.

Phänomene, mit denen sich mitunter fast ehrfürchtig-heroisch-patriotisch auseinandergesetzt wird, die jedoch von dem meisten nur beklagt werden, während diese noch auf die „Helden des Volkes“ warten, während das Umdenken nach Möglichkeit weiter ausbleiben soll.

Allein dem Menschen aufzuzeigen, dass er in der Lage ist, selbst etwas zu ändern, ist ein Fundament all dieser Beiträge.
Denn zunehmend wird all das in die Hose gehen, was sich auf den Weg macht, das „Gestern und seine gewählten Helden“ zu neuem Glanz verhelfen zu wollen, gleich wie viele Rechtsgrundlagen und geschichtliches Wissen man sich dafür zu eigen gemacht hat. Durch ihre Haltung sind sie bereits von Gestern und die gilt es zu überdenken.

Nachtrag: Überlegen Sie bitte nicht, wie man das denn „den Anderen“ beibringt. Das wäre nur der übliche Versuch, sich selbst aus dem Umdenkprozess ausschließen zu wollen.