Was wirklich hinter 139 GG steckt

(v1.1) Zunächst mag ich einige Dinge vorausschicken, bevor ich die Verbindung dazu herstelle, da es sich hier nicht um separate Sachverhalte handelt, sondern um Zusammenhänge, die den Menschen „zunehmend“ in seinem Selbst betreffen.
Ich schreibe deswegen zunehmend, weil es nicht einfach darum geht, einen Zettel auszufüllen oder „(Bettel)Briefe ins Ausland“ zu schicken und das war es dann – reicht eine rein rechtliche Betrachtung.

„Die zur „Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus“ erlassenen Rechtsvorschriften werden von den Bestimmungen dieses Grundgesetzes nicht berührt.“ GG 139

Es geht nicht um die übliche Diskussion, ob es nun „gültig“, geltend oder nicht geltend ist, sondern um eine rechtsphilosophische Betrachtung (die hat keinen räumlichen Geltungsbereich), mit dem Ziel den Menschen hinter seinen vielen Rollen (Personen, Hüllen) wieder zum Vorschein kommen zu lassen. Was alle gleich macht, wenn sie sich als Menschen betrachten, jedoch mit ihren unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten.

Im Weiteren nochmals der Hinweis aus der FAZ („Briefe an die Herausgeber“ am 26. August 2013, Ausgabe Nr. 197, Unter dem Titel „Die Folgen der Entnazifizierung“, Zitat: „Doch haben die Besatzungsmächte treuhänderisch die Aufgabe des handlungsunfähigen Deutschen Reichs wahrgenommen, also ist ihr Handeln dem deutschen Souverän zuzurechnen. Folgerichtig haben die Siegermächte stets betont, die „Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus“ sei eine rein deutsche Angelegenheit.

Es geht darum hinter(!) die beiden Begriffe Nationalismus* und Militarismus** zu blicken, die sich aus dem Faschismus heraus ergeben. Der wiederum kein Phänomen ist, was man zeitlich in der Vergangenheit begrenzen kann, oder sich mit einem Fingerzeig auf Parteien eben mal schnell „geregelt“ hat. Denn das wäre nur die übliche Schuldzuweisung und somit nur ein Verdrängungskonzept.

Wikipedia: Nationalismus ist eine Ideologie, die eine Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder einer Nation anstrebt und letztere mit einem souveränen Staat verbinden will.

Wikipedia: Als Militarismus wird die Dominanz militärischer Wertvorstellungen und Interessen in der Politik und im gesellschaftlichen Leben bezeichnet, wie sie etwa durch die einseitige Betonung des Rechts des Stärkeren und die Vorstellung, Kriege seien notwendig oder unvermeidbar, zum Ausdruck kommen oder durch ein strikt hierarchisches, auf Befehl und Gehorsam beruhendes Denken vermittelt werden.

Wer macht sich schon darüber Gedanken, dass Nationalismus und Militarismus auf den gleichen, als „normal“ deklarierten Denk- und Verhaltensweisen beruhen, die einen Menschen sich auch vom anderen abgrenzen lassen – Verdrängungskonzepte: Kampf, Widerstand, Flucht, Ab- und Ausgrenzen, Ignorieren, „allgem. Unglaube“, Beratungsresistenz, Lügen, Schützen, Verteidigen, Sichern und die allseits bekannten Schuldzuweisung.

Alles gepaart mit der gewohnten Gehorsamsbereitschaft (auch Obrigkeitshörigkeit genannt), in der Hoffnung auf Belohnung und Teilhabe an Privilegien (Macht, Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut, dass einem etwas oder jemand gehört) und aus Angst vor erneuter Bestrafung, die einst das Tollhaus der Verdrängungskonzepte ins Leben rief.

Damit das mit der Verdrängung funktioniert, benötigt es eines Feindbildes, was von den gleichen Denk- und Verhaltensweisen gleich miterzeugt wird oder zugegebener Zeit dem gewohnt funktionierenden Denker von seinen glaubwürdigen Vorgesetzten „präsentiert“ bekommt und dann artig „reagiert“.

All diese Verhalten überlagern jegliche rechtlichen, partei-ideologischen, religiösen oder sonstigen Aspekte. Hier findet sich das System, mit seinen wesentlichen Regeln und der wesentlichen Aufgabe.

Wenn also gewohnt von „Entnazifizierung“ gesprochen wird, ist dies nur ein Etikett, hinter dem sich gewohnt „Nationalismus“ und „Militarismus“ tummeln – diese letztlich basierend auf jenen Denk- und Verhaltensweisen, wie oben beschrieben. Und wer sich umschaut, wird die üblichen Denk- und Verhaltensweisen – bedingt durch Corona – seit einiger Zeit in Aktion erkennen können.

„Ja, Faschisten hier los?“

P.S. Es geht ums Umdenken und  Infragestellen und nicht ums Wiederholen des Gestern.