Werkzeuge des Geistes, Teil 2: Prioritäten

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(v1.0*) Vor einigen Jahren war ich bei einer Bekannten aus der Aufklärung anwesend, die innerhalb weniger Minuten mehrere Informationen mit Entscheidungspotential erreichte. Auf meine Frage hin, was sie nun zuerst tun wolle, reagierte sie in der Weise, dass ja alles „gleich wichtig“ sei. Dann machte es „Klick“, und dann ging bei ihr nichts mehr.

Wenn man sich vordringlich innerhalb der gewohnten Denk- und Verhaltensmuster der alten Ordnung bewegt, erscheint es für so manchen Denker schwierig, sich mitunter zu entscheiden, weil doch alles gleich wichtig zu sein scheint.

Das Gewohnte „Ich“ ist von seinem Wesen ein Sammler und „Organisation“ bedarf, damit Ziel und Zweck erfüllt werden können, der Vergabe von Prioritäten, sonst bewegt man sich automatisch im selbst geschaffenen Hamsterrad.

Nicht zu vergessen, das gewohnte Verhalten der Zerstreuung und der vielen Fronten, an denen man zu gewinnen meint oder den vielen Pferdchen im Rennen, wo man hofft, dass eines davon irgendwann das Ziel erreicht.

Das Spiel heißt jedoch „all in“ und bezieht sich einzig und allein auf die eigene Entwicklung im Sein. Das mit dem Haben regelt sich dabei ganz von selbst. Hier kann man auch die häufig anzutreffende „Illusion der Kontrolle“ erleben, von einem „Ich“, was weiter „die Zügel in der Hand“ zu halten meint, während sich der Mensch für sein „Ich“ hält.

Prioritäten und Entscheidungen führen zwangsläufig zu Veränderungen, die vom gewohnten „Ich“ mitunter gemieden werden, es sei denn, sie stellen eine „Verbesserung des Gewohnten/Bisherigen“ dar – nach dem Prinzip vom mehr des Selben.

Sicher erscheint es schwer, sich aus diesen Konstellationen herauszulösen. Hinweisend, dass es keine geschlossenen Systeme gibt! Aufklärung ist der Weg aus der eigenen selbstgeschaffenen Unmündigkeit! Doch ohne wirkliche Prioritäten, bleibt es nur ein sich im Kreise drehen, nicht selten verbunden mit einem Rückfall in früher Denk- und Verhaltensmuster. Regression, ahoi! Und da hilft auch kein mehr des Selben.

Es braucht neben Ziel, Zweck und Prioritäten auch Mut, Entschlossenheit und Selbstdisziplin. Was ist die wesentliche Aufgabe? Und wie dient das Beobachtete dazu, das eigene Ziel trotzdem zu erreichen, obwohl es (hier: das Beobachtete) widerständlich erscheint?
Und je mehr man sich auf dem Weg der eigenen Entwicklung bewegt, umso mehr verblassen die einst „so wichtigen Themen“ zu Randerscheinungen, die man im Vorübergehen wahrnimmt – bis man sich über das gewohnte Verhalten selbst erhebt.
Schließlich ist es besser, wieder „Herr über sich“ zu werden, statt weiter „Herr über andere“ oder deren auf Belohnung hoffende Untergebene zu sein.“

Sicher lässt man das gewohnte Umfeld hinter sich. Was einmal mehr die Frage erlaubt, ob es wirklich so „echt“ war, wie man dies zuvor zu glauben meinte.
Ich finde es einfacher den Gedanken an eine Weltgemeinschaft anzustreben, wo künstliche Trennungen und Regelwerke aufgelöst sind, als noch kleinere für sich künstlich abgegrenzte Gruppen zu schaffen, mit ihren meist künstlich geschaffenen Regelwerken, um nach dem üblichen Protokoll der Entsprechung zu tanzen, wo man den Mitgliedern wieder nur ein Etikett oder eine Uniform der Gleichschaltung aufzudrücken versucht.

Am Ende ist in der Tat weniger mehr.

Der Weg ist letztlich für alle der Gleiche, doch besteht ein maßgeblicher Unterschied, wie man ihn begeht, ob als „kollektiv klagendes und greinendes Etwas“ oder mit Ruhe, Gelassenheit und Entschlossenheit.

Manchmal sind die Herausforderungen auch größer als man selbst und so manch „gepflanzter Baum“ ist nicht mehr dazu gedacht, sich in seinem Schatten zu kühlen. Nebenbei bemerkt.

Der gewohnte Denker merkt nicht, dass er in etwas „eingehüllt“ aufgewachsen ist und in der Regel seine Existenz damit bestreitet, zwischen Unternehmen (arbeiten und Geld verdienen), Bank (Dar-Lehen und Geld holen), Kaufmannsladen (Essen und Trinken) und gelegentlichem „Urlaub/Freizeit“ zu zirkulieren.
Selbst dort, wo er wohnt, lebt der Mensch in der Rolle des Vermieters davon, dass jener in der Rolle des Mieters für die Miete irgendwie „arbeiten“ geht.
Mit dem Entschluss, sich ein eigenes Haus zu bauen, geht der Mensch in der Rolle des „Eigentümers“ für den Banker arbeiten, um das aus dem Nichts geschaffene Dar-Lehen abzuarbeiten plus den nicht mitgeschaffenen Zinsen, nicht zu vergessen.

Der Irrglaube, dass einem etwas oder jemand gehören würde, führt dazu, dass man sich selbst versklavt und darüber hinaus auch noch „systemgerecht, im Wesentlichen fremd bestimmbar bleibt“.

Das alles, um den anerzogenen, gesellschaftlichen Wertvorstellungen nachzueifern, bzw. gerecht zu werden, zu entsprechen. So erscheint ihm das „Leben“ „alternativlos“ und deswegen auch „ernst“. So am Rande.

„Die Lage ist ernst. Ernst, noch eine Lage.“

Wer also die Absicht hat, sein Leben grundlegend zu verändern, tut gut daran, die eine oder andere neu Priorität zu setzen, die es ihm Tag für Tag ermöglicht, den Weg Schritt für Schritt weiterzugehen – dabei nicht zu vergessen: Ziel und Zweck.

Die Frage lautet, wer will wirklich, dass sich etwas ändert? Diese kann man nur ehrlich für sich selbst beantworten, denn man kann sich letztlich nur selbst im Wege stehen. Was sich da im Außen zeigt, ist nur der Spiegel der eigenen Denk- und Verhaltensmuster.

Schwieriger wird es für jene, die „so tun, als ob“ sich etwas ändern soll und jene, die „so tun, als ob“ alles so bleiben soll, wie bisher.
Letztere habe ich bisher übersehen wie auch jene, die jene nach Situation dazwischen hin- und herpendeln.

Und so macht so mancher einfach nur weiter, ohne scheinbar etwas daran ändern zu können oder mitunter auch zu wollen – eingehüllt in Vorstellungen und Konventionen an die er sich zu halten meint, während der einzige Weg die „finanzielle Freiheit“ zu sein scheint und andere im Zuge ihrer Rolle „darum bemüht sind“, dass sich auch nichts daran ändert.

Eine Menge Menschen leben davon, dass andere arbeiten gehen, während sie sich selbst an das Vorhandensein ihrer unabdingbaren Verwaltungs- und Betreuungsrolle gewöhnt haben.

„Herr Berg…bevor wir anfangen…Herr Berg… muss ich erst mal was sagen… Wissen Sie… wir haben Familien, wir haben Häuser und wir haben Schulden, Herr Berg.“ Polizeibediensteter, 2013

„Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.“ Rothschild

Und wenn es „komisch“ wird, hoffen so manche, dass es einen Erlöser gibt, der „alle“ (himmelhoch jauchzend) von ihrem Leid und Schmerz befreit.
Und so taucht mitunter eine die eine oder andere „Galionsfigur“ auf, man lauscht andächtig ihren Worten und es beginnt das große Warten auf den Moment der Befreiung. Zu sehr wirken die anerzogenen Denk- und Verhaltensmuster gewohnter Fremdbestimmung.

„Zu fordern, dass sich etwas ändert, während gehofft wird, dass es so bleibt wie bisher, nennt man Wahnsinn“.

„Die meisten Menschen warten auf jenen Bus, dessen Fahrer sie selbst sind.“

Es ist lediglich eine Sache der Gewohnheit und der Erziehung, auf andere zu warten. Man muss fest entschlossen seinen Weg gehen, wenn man sich dazu entscheidet.

Die „Richtigen“ trifft man dann zur rechten Zeit in jedem Fall kann man bei jedem etwas lernen und wenn es nur darum geht, das System infrage zu stellen und nicht nur um gewohnt zwischen „Pest“ und „Cholera“ zu wählen. Wählen ist dabei nur jener Akt, die Verantwortung für sich selbst (anerzogen) abzugeben.

Hinweisend: Man ist über die Denk- und Verhaltensweisen am System angekoppelt und nicht durch die schönen Worte, die man mitunter zum Besten zu geben meint. Und Authentizität wirkt dann, wenn zwischen Denk, Handeln und Reden Einheit herrscht. Authentizität ist sozusagen das Gegenteil vom „so tun, als ob“. So nebenbei.

„Nur gemeinsam sei man stark“, heißt es so schön. Wie – bitte schön – soll sich daraus ein selbst bestimmender Mensch entwickeln?
Das geht lediglich durch die Infragestellung der eigenen Denk- und Verhaltensmuster.

Um diesen Weg zu beschreiten, der eine gänzliche Neuausrichtung in sich trägt, was auch die bisherigen Bedeutungen angeht, die der Mensch bisher den Dingen, Beziehungen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen verlieh. Es sind ja „nur“ die Bedeutungen, um die es letztlich geht, wenn sich etwas ändert, was auch dazu führt, dass etwas bewusst seine Bedeutung verliert und „in der Versenkung verschwindet“.

Prioritäten auf die eigene Entwicklung zu legen, erscheint mir der sicherste Weg zu sein, das Gewohnte zu überwinden – statt gewohnt (das Unsägliche) nur zu verdrängen.

Sicher gibt es jene, die sich im Zuge weiterer, willkürlich-opportuner Einschränkungen (Corona-Märchen) diesen nur weiter klaglos unterwerfen und „ihr Schicksal ertragen“.

Auch dies ist eine Entscheidung – ebenso die Vorstellung, dass die anderen „schuld“ sein sollen, an der eigenen Lebenssituation.

Zu erkennen, dass niemand sonst, als man selbst, für die eigene Lebenssituation verantwortlich ist, ist dabei ein beachtlicher Schritt.

Musikalische Gleichschaltung:

Werkzeuge des Geistes, Teil 3: Der Kategorische Imperativ