Werkzeuge des Geistes, Teil 3: Der Kategorische Imperativ

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(v1.0*) Erst vor kurzem schrieb ich über die praktische Anwendung des Kategorischen Imperativs, um Gegensätze, Paradoxie, Widersprüche und Konflikte, im Sinne einer übergeordneten Überschrift aufzulösen, um so eine wahrgenommene Trennung zu überwinden.

„Ich bin T’Challa, Sohn von König T’Chaka. Ich bin der souveräne Herrscher des Landes Wakanda. Und zum ersten Mal in unserer Geschichte, werden wir unser Wissen teilen und unsere Ressourcen mit der restlichen Welt. Wakanda wird nicht länger aus dem Schatten heraus zusehen. Das können wir nicht. Das dürfen wir nicht. Wir werden als gutes Beispiel vorangehen, als Beispiel dafür wie wir uns als Brüder und Schwestern auf dieser Erde gegenseitig behandeln sollten.
Heute mehr als je zuvor, bedrohen Missverständnisse und Vorurteile unsere kostbare Existenz. Dabei kennen wir alle die Wahrheit. Es verbindet uns viel mehr, als uns trennt. In Zeiten der Krise bauen die Weisen Brücken, während die Narren Mauern errichten. Wir müssen einen Weg finden gegenseitig auf uns Acht zu geben. So, als wären wir ein einziges Volk.“ T’Challa, Black Panther, 2018

Das wiederum erfordert die „richtige“ Fragestellung, die sich stets an der individuell-gesellschaftlichen Weiterentwicklung orientiert, als wesentliche Richtung.

Dabei ist es mitunter notwendig, den Betrachtungsumfang zu erweitern, als um die jeweiligen Meinungen, die sich gegensätzlich präsentieren, um den Konflikt zu überwinden.
Als Beispiel dient hier der in der gesellschaftlich sehr gegensätzlich verstandene Holocaust im Dritten Reich. Die übliche Frage, hat er stattgefunden oder nicht, führt immer wieder zu den gleichen Diskussionen und Vorwürfen.

Es werden Beweise auf der einen und auf der anderen Seite gesammelt und dem vermeintlichen „Gegner“ entgegengehalten, immer auf der Suche nach „dem letzten Beweis“. Wer anders denkt, der wird bestraft, siehe: „Gedanken zum §130 StGB“

Aus der Fragestellung heraus, ob er stattgefunden hat oder nicht, ergibt sich automatisch ein Konflikt.

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

Ersetzt man „Gott“ für „das Leben“, den „Himmel“ für den „Geist“ und die „Erde“ für die „Materie“ findet zwischen diesen der Entwicklungsprozess in einer unendlichen Wechselwirkung statt, so gehört alles, was bereits gedacht wird, zu einer Form von Realität und damit ergibt sich auch die Antwort und auch der Konflikt.

Nun bedarf es zu wissen, dass es sich in der alten Ordnung lediglich um ein Schauspiel handelt, was „alternativlos“ und gerade deswegen auch „ernst“ erscheint, ergibt sich in einer darüber hinausgehenden Sichtweise, dass im Kern immer nur Menschen getötet wurden. Es werden immer nur Menschen getötet, gleich wo man hinschaut, wenn sich Menschen dazu entschließen.

Alles andere sind nur Rollen: Nazis, Faschisten, Christen, Muslime, Juden, Politiker, Richter, Soldaten, Täter, Opfer, Polizeibedienstete usw., weil es insgesamt nur ein Rollenspiel, ein „so tun als ob“, eine Simulation des Lebens ist.
Dies nur deswegen, weil der Mensch denkt, er sei sein „Ich“ (Behälter für seine Denk- und Verhaltensmuster und seine Rollen, die er zu spielen meint).

Es ist ein beachtlicher Unterschied, ob man eine Rolle nur spielt, oder ob man die Rolle ist.“

Das wiederum lässt die Frage zu: Welche Denk- und Verhaltensmuster sind für derartige Taten verantwortlich und das ist im Kern die wesentliche Frage, die das Raumzeitgefüge überwindet und den Menschen im Hier und Jetzt betrifft.

Die Frage dazu lautet: Will er wirklich, dass sich fundamental (da steckt „mental“ drin) etwas ändert, oder will er nur weiter oberflächlich auf der Erde herumkrabbeln und bei nächster Gelegenheit die gleichen „Fehler“ machen, nur weil er seinen Grips nicht benutzen mag, weil er zu sehr damit beschäftigt ist, das Alte (Denk- und Verhaltensmuster) und damit verbundene „Konventionen“ und „Werte“ hochzuhalten und sie gegen Veränderung zu verteidigen?

Ein anderes Beispiel war die Frage in einem Vortrag an die Anwesenden: Was verbindet den „Richter“, den „Polizeibediensteten“, den „Aufklärer“, den „Reichsbürger“?
Ein Mann sprang auf und brüllte: „Da gibt es keine Gemeinsamkeiten!“ Der Raum füllte sich mit „Unbehagen“. Ich fuhr fort: „Alle wollen etwas zu essen, zu trinken und ein Dach über dem Kopf.“ Das „Unbehagen“ verwandelte sich in eine angenehme Energie.

Wenn man sich intensiver mit der Anwendung des Kategorischen Imperativs auseinandersetzt, so lassen sich Widerstände und Hindernisse im Sinne innerer Entwicklung überwinden, und führt so zu eine bewussten Entwicklung und damit verbundener innerer Sicherheit, die weder durch Eigentum oder Besitz von Materie des Universums, erreicht werden kann.

Der Kategorische Imperativ lässt sich vereinfacht so erklären: Er ist jene Überschrift, die gegensätzliche Meinungen miteinander verbindet, während die ursprünglichen Meinungen zunächst weiter existieren. An diesem Punkt erkennt man gleichzeitig  „das entweder…oder“ und das „sowohl…als auch“.

Sind sich beide „Gegner“ ihrer eigenen Entwicklung bewusst, so werden sie sich an diesem Punkt entwickeln und ihre Sichtweisen verändern.

„Die Einheit der Gegensätze.“

Nachtrag: Daraus lässt sich auch ein „neues Miteinander“ ableiten.

Werkzeuge des Geistes, Teil 4: Belohnung, das innere Gold