Das Ende – oder: Was auf der Strecke bleibt, Teil 4: Gewohnte Regelwerke

Na, da wird sich so mancher ggf. nicht heranwagen wollen, denn man bräuchte ja etwas wie einen Staat, wo Recht und Gesetz gelten (vor allem „gelten“), wo Sicherheit und Gerechtigkeit herrschen – das Übliche also mit seinen gerechten Vorgesetzten und den ihnen gläubigen Untergebenen. Was privat gedacht und gemeint wird, spielt im Kern keine Geige. Was in der Öffentlichkeit „gelebt“ wird, spielt eine Rolle.

Fehlende Authentizität, also gewohntes „so tun, als ob“, um nicht aufzufallen, macht es möglich. Darsteller und Schauspieler, die wiederum andere Schauspieler zu ihren vorgesetzten Schauspielern wählen.

„Mahna mahna, tie tie pie di pie.“

Während die alte Ordnung zunehmend an Bedeutung verliert und fleißig auf allen Seiten dagegen angekämpft wird, bleibt so das Weiterdenken gekonnt aus und es wird sich nur noch Gedanken um die Sicherung und Verteidigung des Erreichten gemacht oder fleißig weggeschaut oder -gehört.
An der Stelle zwischen alter und neuer Ordnung lassen sich auch reichlich Grenzgänger feststellen, die sich zumindest in der Theorie bewegen, worum es wirklich geht. Jedoch deutet ihr Handeln in der Regel auf das gewohnte Alte hin.

Der „Feind“ ist schnell ausgemacht: Jeder, der einem etwas wegnehmen oder streitig machen will oder eine Meinung hat, die sich gegen die gleichgeschaltete „Meinungsmehrheit“ richtet.

„Man schickte mir ein „Owi“ über 150 Euro und ich schicke einen konkludenten Vertrag über zwei Mio.“

Sicher mag jeder für sich seine eigene Entwicklung in Anspruch nehmen, doch ist es auf der anderen Seite eine selbst auferlegte Pflicht, ihn zumindest darauf hinzuweisen, dass es mehr gibt, als nur das Übliche.
Jenes, was zunehmend auch an Bedeutung verliert und damit auch jeder, der sich damit identifiziert und es gegen Verfall zu verteidigen versucht. Verfall ist es in dem Moment nur, weil das Weiterdenken über den gewohnten Tellerrand hinaus, aufgrund der unhinterfragten Verhaltensmuster ausgeblendet wird, im Kern die eigene natürliche Entwicklung von der anerzogenen Verdrängung überlagert ist.

Das ist auch die eigentliche Verhinderungsnummer, mit der das mehrheitlich gleichgeschaltete Individuum herumläuft. Unter Verdrängung fällt Kampf, Widerstand, Flucht, Ab- und Ausgrenzen (Grundlage für die heute existierenden Grenzen in dieser(!) Welt, „Unglaube“, Beratungsresistenz und die allseits bereite Schuldzuweisung. Sicher gibt es noch weitere.

Damit das Verdrängungskonzept funktioniert, bedarf es eines Anlasses, der in der Regel durch das selbstgeschaffene Feindbild das eigene Handeln (kämpfen zu müssen) rechtfertigt.

Der kollektiv vereinbarte Wert im Außen: Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut sind alles nur Erfindungen, wo Zusammenhänge (nämlich durch Verträge und Urkunden, Bescheinigungen &c.) hergestellt werden, die so „Gültigkeit“ erlangen sollen, während dort, wo Zusammenhänge existieren, diese verleugnet werden.

Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut mutieren so zu niederen Beweggründen und der Mensch so zum Opfer seiner Programmierungen und individuell-kollektiven Vorstellungen, die sich im Kern durch das immer wieder jagen, haben und sammeln wollen zum Ausdruck bringen.

„Eine globale Gesellschaft im Rahmen spätrömischer Dekadenz künstlich hochtoupierter, jagender und sammelnder Streuaktionisten.“

Streuaktionismus ist im Rahmen des gewohnten Handelns, der Vorstellung unterworfen, dass gerade das was im Fokus ist, bewertet, behandelt und gesichert werden muss. Und wenn zehn Dinge gleichzeitig anstehen, kollabiert das Gebilde aus Kontrolle und Machterhaltung. Kontrolle, als kümmerliches Abbild der Intuition und Vertrauen zum Leben selbst.

Haben und Sein werden zu gern voneinander getrennt betrachtet. Doch auch der Mensch der alten Ordnung zeichnet sich durch ein Sein aus: ein wenig über sich bewusst sein.
Er macht seine Bedeutung und Existenz von dem abhängig, was er hat oder was er nicht hat und nicht, was er ist. So wird er automatisch zum willigen Unterworfenen jeder Autorität, die ihn zunächst mit süßen Versuchungen lockt, um ihn dann für sich – im Sinne ihrer Regelwerke – zu instrumentalisieren.

Auf Eigentum, Besitz, Hab und Gut hat er kein Recht. Es sind nur Privilegien und im Kern nur Erfindungen, um sich weiter an die das klammern zu wollen, was er mit Materie bezeichnet. Dabei sind das alles Erfindungen aus einen anerzogenen und gesellschaftlich vereinbarten Verhalten der Besetzung selbst.

Er nutzt künstlich geschaffene Regelwerke, um Recht sprechen und Gerechtigkeit bewirken zu wollen. Fremdregelmechanismen, als kläglicher Ersatz für die Selbstregelmechanismen der Natur.
Gesatztes Recht wird vom Menschen gemacht und ist fehlerbehaftet. Die Natur (Naturrecht, Vernunftsrecht) und ihre Regelwerke müssen hingegen nur erkannt werden. Beim Menschen ist es die Vernunft (Hort der Gerechtigkeit, des Frieden und der Freiheit) in Verbindung mit Gewissen (zu spüren, was rechtens ist).

„Vernunft ist der intuitiv getriggerte Prozess bedingungslosen Gebens und bedingungslosen Empfangens. Sie ist der Hort der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit. Gewissen ist zu spüren, was rechtens ist.“

Das die Gesellschaft Lichtjahre davon entfernt agiert, entbindend sie nicht von der Aufgabe, dies für sich selbst herauszufinden wie auch jene, sie darüber aufzuklären.

Das positive Recht verhält sich zum überpositiven Recht diametral. Das Erstere ist ein Werkzeug, um Symptome gesellschaftlich tolerierter und als „normal“ deklarierter Unvernunft oberflächlich(!) (durch Rechtsprechung) kaschieren zu wollen, während die Ursache, eben jene Unvernunft unbehandelt bleibt.
Dies, weil die Unvernunft Grundverhalten und Impulsgeber der heutigen Wirtschaft ist. Die Gier nach Dingen, Besitz und Eigentum, haben und noch mehr vom Haben haben – hübsch dargestellt durch den Zinseszins, als Symbol der Gier nach der Gier.

„Man kann jedoch mit keiner Materie des Universums ein schwarzes Loch füllen.“

„Das Prinzip: vom mehr des Selben.“

„Wir brauchen mehr Wachstum, damit es weitergeht, damit Arbeitsplätze geschaffen werden (also mehr Sklaven Beschäftigung).“

„Ja, aber ich muss doch…“

„Nehmen Sie einmal den Fall eines Völkermordes. Da beschließt ein eiskalter Diktator fünf sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder umbringen zu lassen. Dafür braucht er doch mindestens eine Millionen Komplizen. Mörder und Henker. Wie macht er das, dass man ihm gehorcht?
Indem er die Verantwortung auf viele Leute verteilt. Ein Diktator braucht einen funktionierenden Staatsapparat. Das heißt, er braucht Millionen von kleinen Funktionären, von denen jeder eine anscheinend eine unbedeutende Aufgabe wahrzunehmen hat.
Und jeder von ihnen wird diese Aufgabe ausführen – mit Kompetenz – und ohne Bedenken.
Und niemand wird sich klarmachen, dass er der millionste Teil eines grausamen Verbrechens ist.“
„I wie Ikarus“, 1979

So offenbart sich die gewohnte Hetze hinter dem Geld her, als kollektiv verabredete Flucht vor der eigenen Bewusstwerdung. Mit Geld kauft man sich Nichtdenken, Gehorsam und Entsprechen.

„Wir geben dir 300 Euro, damit du uns die Webseite so machst, wie wir uns das vorstellen.“ „Na, dann müsst ihr sie selbst machen.“

Dabei sind es nicht die Eliten, die das forcieren, sondern die Betroffenen selbst. Deshalb geht die Gewalt – also die Bereitschaft etwas ändern zu wollen – immer vom Volk aus.

„Ich will das Deutsche Reich.“ „Ach so, also nur ein anderes Hamsterrad, wo es andere „gerechte Vorgesetzte“ geben soll. Das Thema ist schon lange vorbei.“

Ich kann Sie alle an dieser Stelle alle beunruhigen, Gestern ist nur gestern, ob es BRD, DR oder sonst wie heißen mag. Gleich wie sehr Sie gegen diesen Gedanken zu widerstreben bereit sind.

Es ist nicht unbedingt etwas „sinnvoll“ nur weil einem dafür Geld versprochen wird oder was nach bekanntem Gestern riecht, während „Patriotismus“ nach außen propagiert wird, um als Gleichgesinnter zu gelten, während versucht wird, das Erreichte sichern und verteidigen zu wollen.

Ich habe die „Experten“ kennen gelernt, die mit patriotischer Zunge sprachen, während sie nur das Liebgewonnene zu verteidigen suchten. Ich habe sie kennen gelernt, die für alle dass ihnen zustehende Geld zu erreichen versuchten, während nicht wenige, nur Rache und Vergeltung zu üben versuchten. Ich habe sie kennen gelernt, jene die ständig vom Neuen sprachen und über das Alte schrieben.

Wenn man erkannt und vor allem verinnerlicht, dass niemandem etwas gehört, dann ist es vorbei mit dem Jagen, Kriegen und Sammeln. Und das zeigt sich nicht  durch das Reden.
Solange der Mensch nur nach seinen Denk- und Verhaltensmustern agiert, darunter das „so tun, als ob“ für real hält, macht er sich nur selbst etwas vor.

„Meine Herren, sie sind hier nicht zum Denken, sondern zum Mitdenken.“

Die Hierarchie ist das sichtbare Bollwerk für die in der Organisation herrschenden Denk- und Verhaltensmuster, die zu Untergebenen und Vorgesetzten führen – ob freiwillig oder erzwungen. Geld (gelt) dient dabei nur zur Aufrechterhaltung dieser gemeinsam vereinbarten Illusion von Lebensgemeinschaft, die sich jedoch gegen das Leben selbst wendet.

„Du bist solange gut, solange mir das gefällt.“

Auswirkungen gewöhnlichen Denkens
Die Behandlung von Symptomen ist ein weiteres Verhaltensmuster, was in der Ökonomie zu immer mehr Komplexität in den Strukturen des Menschen führt, die irgendwann an ihrer eigenen Komplexität und damit verbunden Aufrechterhaltung mit dem Menschen zusammen zugrunde gehen. So einfach ist das.

Es nennt sich „Insuffizienz“, wenn die Energie zur Erhaltung der Struktur die Aufgabe zur Erfüllung der Funktion des Systems signifikant überschritten hat, weswegen das System überhaupt geschaffen wurde.
Und solange der Mensch nicht erkennen mag, dass er das System in sich trägt, wird es immer wieder „schmerzliche Abschiede“ geben.

Das klingt doch alles recht philosophisch, mag so mancher jetzt von sich geben, gefolgt von: aber wir müssen doch alle kämpfen. All jene, die mir bisher mit „wir müssen für unser Recht kämpfen“ begegnet sind, haben teilweise schon die „Heimreise“ angetreten.

Denn sie kämpften gegen sich selbst, während die ernannten Feinde nur von ihnen erfunden waren – notwendig, damit das System der alten Ordnung weiterleben konnte. Der Feind ist nur eine Erfindung, um die eigenen Denk- und Verhaltensmuster rechtfertigen zu wollen.

Über das Positive hinaus
Das positive Recht (hat nichts mit „lustig“ oder „fröhlich“ zu tun) war nie dazu gedacht, wirklich gerecht zu sein, noch sind es seine erfindenden, anwendenden oder umsetzenden Verfechter. Es gibt auch keine „gerechten Vorgesetzten“, sondern nur belohnte Vorgesetzte und belohnte Untergebene. Das nennt sich Karriere.
Die anerzogene Fremdbestimmung macht die Mehrheit abhängig vom Geld und lässt sie willig funktionieren.

Gesetze werden lediglich als Rechtfertigungsargumente herangezogen. Künstlich Geschaffenes, erstanden durch die Programmierungen des Menschen der alten Ordnung, der nur eine Simulation von Leben schuf, nur leben kann, wenn er andere unterwirft oder sich unterwirft.

Gerechtigkeit ist keine Eigenschaft, die man im Außen von anderen einfordern kann, sondern ist sie eine Eigenschaft des Menschen, der sich in Vernunft und Gewissen entwickelt, was die lieben Politiker, Richter und Ausführenden zunehmend überflüssig macht.

Ich kann immer wieder nur darauf hinweisen, dass es nichts nutzt, sich an ein Gestern mit Rechtsstaatlichkeit zurückbesinnen zu wollen, wo weiter die Auswirkungen gesellschaftlich tolerierter Unvernunft nur kaschiert werden, damit irgendwelche Schauspieler in Verkleidung einen eine belohnte Funktion erlangen.

Erst wenn man über das Wesen der Vernunft und des Gewissens als wahrliche Eigenschaften des erwachsenden und erwachenden Menschen bewusst wird und jeder hat diese Aufgabe auf dem Tisch, wird etwas „Neues“ entstehen. Das ist auch schon die einzige Aufgabe.

Der Kampf des Menschen ist lediglich der Kampf seines „Ichs“ gegen Veränderung und dies ist sogar bereit, ihn selbst sogar in den Tod zu schicken.
Davon weiß der nach seinem „Ich“ funktionierende Mensch in der Regel nichts, denn er denkt, er sei es, der ja kämpfen müsse. Das ist die größte Täuschung.

Jener Mensch weiß nicht, dass er nur „funktioniert“ und durch die „gewohnte“ Verdrängung, die die mangelnde Selbstreflektion überlagert, unterscheidet er sich nicht wirklich von einem Tier. So hart das jetzt klingen mag. Den Rest können Sie sich jetzt sicher selbst denken.

Der sich als „Mensch“ sehende Akteur, reduziert auf arbeiten und Geld verdienen, bepackt mit seiner selbsternannten Unfähigkeit sich ändern zu können, steht vor einer dieser seiner einzigen Aufgabe.

Es sind nicht die anderen, die Macht über ihn haben und daran hindern, sondern seine eigenen Konditionierungen (anerzogene Programmierungen), Denk- und Verhaltensmuster, die über ihn herrschen. Das alles funktioniert nur, weil er vergessen hat, dass es über ihn hinaus das Leben selbst gibt.

„Der Ohnmächtige macht sich durch die Wahl seiner Vorgesetzten nur selbst zum belohnten oder auf Belohnung hoffenden Opfer.“

Kennen Sie den wesentlichen, geistigen Unterschied zwischen einem Tier und einem Menschen? Das ist der Mechanismus zur Selbstreflektion. Und mit dieser ist er in der Lage sich selbst zu entwickeln.

„Wer nimmt, dem sei genommen. Doch wer gibt, dem sei gegeben.“

Musikalische Untermalung: