Ernsthafte Fragen

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(v1.0*) Erst vor Kurzem schrieb ich den Beitrag „Informationen & Auswirkungen“. Eines ist dabei sicher: Meinungsvielfalt kann auch bedeuten, kollektiv gehörig auf der Stelle zu treten, während weiter Unsäglichkeiten nur gedreht und gewendet werden.

Hat man sich vor Jahren zumindest noch miteinander informiert, scheint es so, als habe die maximale Unordnung bald ihren Punkt erreicht, wo jeder sein Handy, sein Auto, seinen Computer, seine Wohnung, seine Probleme und vor allem sogar seine eigene Meinung hat.

Es reicht jedoch nicht, dass jeder nur seine Meinung isoliert kundtut und sie mitunter andächtig gegen Veränderung zu schützen versucht und grundsätzliche Auswirkungen von Informationen auf die eigene Meinung geflissentlich übersieht: Denn noch immer wird von „Beamten“, „Regierung“, „Bundeskanzlern“, „Ministern“ und „Wahlen“ gesprochen.

Noch immer wird von „Staat“ gesprochen, obwohl es nachweislich Unternehmenskonstrukte sind. Scheinbar ist Meinungsfreiheit etwas ganz anderes, als dass so mancher auf die Idee kommt, dass es um individuell-kollektive Entwicklung geht.
Diese Entwicklung kann jedoch nur stattfinden, wenn man sich auf einen gemeinsamen Erkenntnis-Dialog einlässt, der zur Veränderung der eigenen Sichtweisen führt. Es reicht nicht, diesen Prozess vor sich herzuschieben, indem man sich auf das Verteilen vorgefertigter Beiträge reduziert, die dann nach dem üblichen Muster betrachtet und „abkommentiert“ werden.

Die Fragen die alle betrifft lautet: Wohin soll die Reise gehen und was ist der Einzelne bereit dazu beizutragen?

Es nutzt also wenig, nur daneben zu stehen und den „Weinerlichen“ oder den „Auskotzer“ zu mimen, während andere über das Schicksal befinden.

Es reicht auch nicht nur darauf zu hoffen, dass der eigenen Vergeltungssucht Genüge getan ist, wenn nur genug „der Bösen“ verhaftet und bestraft werden, um alsdann von „Gerechtigkeit“ sprechen zu wollen.
Das ist lediglich ein Verhalten, was typisch für die alte Ordnung ist. So kommt man nicht aus der Nummer raus.

Und noch immer gibt es jene, die meinen, man müsse endlich mal wieder einen Rechtsstaat haben (mit Menschen in entsprechenden Rollen, die darüber befinden, was und vor allem wie viel für andere „gut und richtig“ sein soll.).
Erkennbar die insgesamt übersehene eigene Entwicklung, die jene an einen Punkt führen würde, wo das Bisherige – logisch infrage gestellt – sogar an Bedeutung verliert – maßgeblich an Bedeutung verliert.

An diesem Punkt kurz zu verweilen, nach vorne und gleichzeitig zurückblicken zu können, ist nicht das Ergebnis der Arbeit eines Einzelnen, sondern vieler, auch wenn es jenen nicht wirklich bewusst ist.
Denn wie könnte man sich überhaupt entwickeln, wenn es nicht welche gäbe, die am Bisherigen festzuhalten gedenken, während man das, an was sie glauben, hinterfragt und infrage stellt? Letztlich ist es eine etwas unkonventionelle Art der Zusammenarbeit.

Hat man das Prinzip eines Themas erkannt, warum es existiert, versetzt dies einen in die Lage recht schnell entscheiden zu können. Das ist etwas anderes, als wenn man inhaltlich versucht alles erfassen zu wollen, was a) wegen der Datenmenge allein schon schwierig erscheint und b) mitunter die Frage besteht: Ist das Gesammelte auch wahr? Letztlich ist dies nur Beschäftigungstherapie.

Zum Beispiel das positive Recht, was vom Menschen künstlich geschaffen wurde, in der Regel verkündet und auferlegt wird und man weder das Recht noch seine Erschaffer zu hinterfragen oder infrage zu stellen hat. Vereinfacht ausgedrückt, siehe auch: Blaise Pascal.

So am Rande: Das fehlend geltende Bundeswahlgesetz, sollte normalerweise dazu führen, dass definitiv nicht mehr gewählt wird.
Warum es doch noch so ist, liegt einfach daran, dass der Unterschied zwischen Mensch (der sich fortwährend im überpositiven Recht bewegt) und Person (die „natürliche Person“, ist der Mensch in der Rolle als Rechtssubjekt), hier in der Rolle als „Wähler“ nicht erkannt wird, und die Mehrheit der Meinung ist, dass Mensch und Person ein und das Selbe seien, wenn sie überhaupt schon mal darüber nachgedacht hat.

Das sich der Mensch – ohne es zu wissen – in einem Rollenspiel (einem Schauspiel, einen „so tun, als ob“, einer Fiktion bewegt, ist ihm in der Regel nicht bewusst, weshalb es auch immer noch Experten gibt, die die BRD (die lediglich eine Betreuungseinrichtung der UN ist) „weghaben“ wollen, um sie anschließend gegen ein „Deutsches Reich“ (eine weitere Fiktion) austauschen zu wollen (damit man endlich wieder seine Ruhe hat). Die Frage wiederholend: Wer soll denn das organisieren?

Diese Frage hatte ich bereits im April 2020 auf „Wissenschaft 3000“ gestellt, die einen recht langen Beitrag über die Zeit bis und nach dem 8. Mai 2020 darüber veröffentlicht hatten, was alles so rund um das „Deutsche Reich“ geschehen sollte, sich jedoch nie realisierte.
Sichtlich sind die Wunschdenkenden einem „Schweizer Fake“ auferlegen. So fragte ich, wer das denn organisieren würde und ich als Antwort bekam: „Das kannst du mal schön selbst herausfinden.“

Ein Manko, wenn man sich nicht kennt, und das übliche Verteidigungsverhalten die Köpfe beherrscht. Im Grunde ist es ganz einfach: Niemand will sich am Ende sagen, dass er sich geirrt, sich selbst getäuscht hat.

„Wenn der Gegner an der Wand steht, wird damit die Investition des Opfers und dadurch auch seine Intelligenz in Frage gestellt. Niemand kann das akzeptieren… nicht mal sich selbst gegenüber.“ Revolver, 2005

Mit der üblichen Denke würde – vom Prinzip her – früher oder später wieder nur „die alte Nummer geschoben“ werden. Welche Konsequenzen und damit verbundene Auswirkungen das insgesamt hat, darüber hat sich kaum jemand Gedanken gemacht. Aus diesem Grund konnten sich die Darsteller vom Dritten Reich auch in die BRD hinüberretten.

Und wer der Meinung ist, es reichte nur auf ein paar Paragraphen herumzureiten und warme Reden in gewohnter Sportpalastmanier vom Stapel zu lassen, der irrt.

Wenn man will, dass es anders wird, darf man sich eben nicht auf das Bisherige mit seinen Konventionen und Methoden berufen, was somit ein Um- und Weiterdenken unabdingbar macht.

Es reicht mitunter, sich nur mit anderen über deren Erfahrungen auszutauschen, was jene bisher so alles getrieben haben, dann wird recht schnell klar, dass man sich so manches getrost ersparen kann.

Gesellschaftlich als „normal“ deklarierte Verdrängungskonzepte sorgen dafür, dass man den eigenen Entwicklungsprozess hinauszögert, meist durch stilvolle Ausreden, Klageliedchen und der Beschäftigung mit künstlich hochgetakteten Nebenschauplätzen.

Bestenfalls sollte man sich schon zu Beginn darüber im Klaren sein, was jedoch meist nicht der Fall ist und so erst mal „Zeit ins Land geht“.

Ob man wirklich Veränderung will (vor allem was inhaltlich genau darunter zu verstehen ist) oder akustisch nur so tut, als ob man Veränderung will, ist ein beachtlicher Unterschied.

Anerzogene Schmerzvermeidung lässt die Masse wirksam in einem geistigen Gefängnis aus Vorsicht, Warten, Klagen und sich beschweren verweilen, weshalb sich mancher Beitrag auch an die Aufklärerszene richtet, die sich mittlerweile dabei erwischen lässt, nur „die tägliche Informationssau durchs Q-Dorf zu treiben“.

Die Q-Nachrichten klingen von der Überschrift zwar recht reißerisch – so im Stile eines Benjamin Fullford, jedoch auch nach dem Prinzip „Morgen gibt es Freibier“, was somit mehr nach Hinhaltetaktik aussieht und so zur gegenseitigen Hinhaltetaktik für Sender und Empfänger wird.

Mit der gewohnten Denke kommt man jedoch keinen Schritt weiter.

Nachrichten über Geschehenes zu bringen, reicht nicht aus, und nach einem Rechtsstaat zu rufen, ist nur auf „gerechte Vorgesetzte“ zu hoffen oder den inszenierten Gladiatorenkämpfen im „Bundestag“ weiter zu huldigen. Wer fragt schon, warum das „Parlament“ heißt (frz. parlez = reden)?

Wenn von „Deep State“ gesprochen wird, ist dies die Bezeichnung für das (ent)personifizierte Böse, als ultimativer Fingerzeig.
Dass sich dahinter nur eine kindliche Denke verbirgt, ahnt kaum jemand, während die vielen unschuldigen Opfer die Guten und die Schuldigen die Bösen sind.
„Gut und Böse“ wurden erfunden, um die Untergebenen leicht zur Ordnung rufen zu können – mehr nicht.

„Wer nicht für uns ist, ist zwangsläufig gegen uns“, so lautet das Motto, nach einem recht einfachem Rezept. Schließlich ist die Welt – in Form eines mental geschlossenen Systems „ja so einfach“.

„Bist du auf unserer Seite?“ „Ich glaube, so einfach ist das nicht.“ „Dann sollte es aber schnell so einfach werden.“ „Ich bin auf der Seite des Lebens.“ Dialog aus Avengers: Age of Ultron, 2015

Wer der festen Meinung ist, dass sich etwas ändern „muss“, so ist der einfachste Weg, bei sich selbst anzufangen – selbst wenn das a) auf den ersten Blick recht schwer fällt und b) so erscheint, dass es nicht notwendig sei.
Denn das ganze Tamtam, was beobachtet und für gewöhnlich kritisiert und abgelehnt wird, ist gerade dazu gedacht, den eigenen Weg zu finden.

„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich.“ Psalm 23,4

Jedoch geht recht schnell die Luft raus, weil man ja nur will, dass sich die Gesamtsituation in der Weise ändert, lediglich die „ungerechten Barbaren“ gegen „gewogenere Vorgesetzte“ ausgetauscht zu sehen, damit man nächste Woche auch weiter auf dem erreichten Eigentum, Besitz, Hab und Gut hocken bleiben kann. Wie schrieb gestern jemand auf „Theaterherz“?

„Hier gilt es viel krankes Fleisch aus den international hinter den Kulissen agierenden europäischen Strukturen herauszuschneiden, bis unser heiliger Völkerkreis vom Herz aus genesen kann.“ Auszug aus einem Kommentar auf Terraherz

„Gewalt ist das Werkzeug der Unwissenden – und ihren Gegnern“, war dazu die Antwort.

Es reicht nicht, einfach nur „die tägliche Sau durchs Dorf zu treiben“ oder mit sehnsuchtsvollem Hundeblick nach Amerika zu schauen oder sich zu fragen, warum denn die Medien nicht über alles hier „IM Land“ berichten. So wird das nichts.

Gleiches betrifft den Versuch, eine Rechtsfiktion gegen eine andere austauschen zu wollen und dies während das System der alten Ordnung weiterhin das gleiche bleiben soll.
Veränderung fängt mit der Infragestellung des Systems der alten Ordnung an und nicht durch bloßes Tauschen von Inhalten und Darstellern innerhalb dieser.
Veränderung findet auf der Systemebene statt, auf der Ebene der Denk- und Verhaltensweisen, durch die der Gewohnte an das System angekoppelt ist und so zum Teilnehmer wird.

Mit dem üblichen Traktieren gelangt man nur bis zu einem bestimmten Punkt. Ab da wird sich dann fleißig im Kreise gedreht und irgendwann wieder der Rückzug angetreten, eben weil die eigenen Denk- und Verhaltensweisen nicht betrachtet werden. Und Gewalt? Die ist nur das Werkzeug der Unwissenden.

Sicher kann man auch noch tausend Jahre warten und hoffen, doch was soll das bringen?

Und so gestaltet sich die Liste des Machbaren und der Werkzeuge am Ende recht kurz. Was jedoch bleibt, ist die Infragestellung des Systems der alten Ordnung und damit verbundenem Um- und Weiterdenken.

Die Fragen lauten: Möchte man denn gerne noch so weitermachen? Ist es noch so angenehm? Oder darf es noch etwas mehr sein?

„Gedanken formend, dem Leben zugewandt,
sie das unbeschwerte Herz berühr’n –
sie das mut’ge Herz berühr’n!

Ein flüchtiger Moment kleiner Unendlichkeiten,
bunt, bunter, sich entfaltend – hinein in diese Welt.

Lässt schauen, lässt erkennen, lässt gelingen –
ein Lächeln im Vorübergehen – zaubernd.“