Wie bei Hempels unterm Sofa

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(v1.1) Handlungsorientierung beschränkt sich in der Regel aufs Arbeiten, Geld verdienen und wieder ausgeben. Schließlich gibt es immer jemanden, der das „schwer erarbeitete“ von einem will und man umsonst nichts bekommt. Wer hier öfters die Beiträge liest, erkennt nicht wirklich was Neues – jedoch Wesentliches.

„Erste Regel des Gewerbes: Beschütze deine Anlage.“ Etiquette of the Banker, 1775

Die Trägheit, sich zu organisieren und der Glaube an den Wert von Arbeit und mit Zahlen bedrucktem Papier, lässt den arbeitenden Menschen sich selbst versklaven, verbunden mit der Vorstellung, er könne etwas oder jemanden „kaufen“, was/der dann ihm „gehören“ würde (und sei es auch nur die „Stimme“).

Zwar ist Sklaverei „gesetzlich“ verboten, doch Selbstversklavung, verbunden mit den anerzogenen Wertvorstellungen und der gewohnten Erziehung zum gehorsamsbereiten Untergebenen und ihm wohlwollend zugestandenen Privilegien nicht, um den damit verbundenen Status aufrechtzuerhalten.

Ab diesem Punkt verbleibt die Aufklärerszene innerhalb der Systemgrenzen, weil sich kaum jemand vorstellen kann, wie es anders sein kann oder wie man die vielen, selbst geschaffenen Abhängigkeiten reduzieren oder gar auflösen kann, weil auch die anerzogene Vorstellung herrscht, dass außerhalb des Systems das Nichts wartet, was die Existenz zu vereinnahmen weiß.

Nur allzu gerne wird gehofft, dass es so etwas wie eine „einfache“ Lösung geben würde, was jedoch nicht der Fall ist. Warum?

Das worum es im Kern geht, wurde bisher nie wirklich angegangen: Die Infragestellung des Systems und der damit verbundenen und es erzeugenden, eigenen Denk- und Verhaltensmuster.

Dabei werden ihm auch die vielen von ihm künstlich geschaffenen Institutionen begegnen, die aus seinen Denk- und Verhaltensmustern heraus entstanden sind, die ihm jedoch nur eine verdrehte (invertierte) Sicht vermitteln/erlauben, an die er sich allerdings gewöhnt und diese als „normal“ angenommen hat, ob das die Familie, die „Gesellschaft“, der Kindergarten, die Schule (im Kern jede Art von Bildungseinrichtung), die Unternehmen, der „Staat“ und die Kirche usw. sein mögen.

Die Hinweise, den Kopf (endlich) mal anzustrengen sind reichlich:

„Im Laufe der Jahrhunderte wurden den Sklaven immer mehr Rechte zugestanden. Nach dem Gesetz hat jeder Sklave das Recht auf ärztliche Versorgung und auf eine Altersrente aus der Staatskasse. Am Ende haben sie sich damit zufrieden gegeben.“
„Wirklich faszinierend. Sklaverei wird zu einer Art Institution, mit zugesicherter medizinischer Fürsorge und sogar Altersbezügen.“ Raumschiff Enterprise, 1968

An diesem Punkt lösen sich die Vorstellungen der „Reichsverfechter“ zur Gänze auf, wo noch eine Zeit versucht wurde, so etwas wie eine Neuauflage des Alten, wenigstens mit neuen Gesichtern an den Start bringen zu wollen – selbst verständlich mit anderen „gültigereren“ Regelwerken, die sich letztlich auch nur als „Rechtsfiktion“ erweisen – wie jene, die sie zu kritisieren meinen.

Der Mensch lebt in keinem Staat, da sich dieser nur aus den dafür notwendigen Rollen – genannt „Personen“ – konstituiert… für die sich der Mensch irrtümlich jedoch anerzogenen zu halten meint.

„Der Mensch ist nicht die Person, er hat eine Person… und die kann er auch nur selbst ablegen.“

Offen gesagt, erscheinen die verbliebenen „Reichs“-Ansammlungen mehr nur noch wie künstlich aufgestellte „Hönigtöpfe“.

Letztlich ist es auch vollkommen Wurst, welche Ideologie, welche Verfassung oder was auch immer dort hochgehalten sein mag, um eine „Gültigkeit“ herleiten zu wollen, wie alle anderen künstlich geschaffenen Institutionen handelt es sich nur um (Rechts)Fiktionen – gleich wie sie alle heißen mögen und welche Vertreter man sich dazu erkieren mag.

Es ist und bleibt ein Theaterstück, wo Hauptdarsteller und Statisten nur vergessen haben, dass sie nur eine Rolle darin spielen. Plötzlich klingt es interessant, wenn es heißt: „Das spielt überhaupt keine Rolle.“

Das einzige, was die Gläubigen davon abhält, diese Erkenntnisse am Ende der alten Ordnung erkennen und annehmen zu wollen oder zu können, ist zu realisieren, dass sie sich die ganze Zeit in einer Märchenstunde für ihren Verstand bewegt haben, in der Vorstellung es sei die einzige, „alternativlose“ und deswegen auch „ernste“ Realität.

Rollen in diesem stattfindenden Rollenspiel sind bspw. der Kaufmann, der Verbraucher, der Kunde, der Erzeuger, der Richter, der Bauer, der Minister, der Patriot, der Kanzler, der Bürgermeister, der Oberbürgermeister, der Politiker, der Polizist, der Steuerberater, der Banker, der Unternehmer, der „Reichsbürger“, der Christ, der Moslem, der Jude, der Papst, der Staatsangehörige, der Präsident, der Kardinal, der Bischof, der Psychologe, der Wissenschaftler, der Jurist, der Philosoph, der Theologe, der Pfarrer, der Soldat, der General, der Major, der Vater, der Sohn, die Mutter, der Deutsche, der Amerikaner, der Chinese, der Russe, der Schwede, die Kinder, der Onkel, die Tante, die Nichte, der Enkel usw. usf.

„Räuber und Gen-Darm“

Und die Schauspieler? Die sind lediglich der „bewusste“ Spiegel der Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die das Kino als Fiktion deklariert, während sie in der irrigen Vorstellung einer alternativlos erscheinenden Realität ihr Spiel spielt – in der Regel ohne dies zu wissen.

Der „US-Amerikaner“ Chris Evans in der Rolle als „Steve Rogers“, wiederum bekannt als „Captain America“.

Ihre Herren werden sie nicht wirklich darauf aufmerksam machen wollen, denn das würde den Bund zwischen ihnen und ihren Untergebenen sprengen, da so ersichtlich wäre, dass man die gehorsamsbereit und damit auch fremd steuerbar erzogene Masse über die Jahrhunderte über den Tisch gezogen hätte – eine Masse, die ihr anerzogenes Machtvakuum stets mit „Fremdkörpern“ zu füllen meint – in der Hoffnung irgendwann auf „gerechte Vorgesetzte“ zu treffen, während sie weiter arbeiten, Geld verdienen und wieder ausgeben geht.

„Es ist ein beachtlicher Unterschied, ob man die Rolle nur spielt, oder ob man die Rolle ist.“