Die Wehrhaftigkeit des Systems

So mancher wartet sicher darauf (mehr oder weniger frustriert) und hofft, dass sich endlich etwas ändert.
Doch scheint sich die Situation immer nur weiter zum Negativen hin zuzuspitzen. So wird sich derweil in der Betrachtung von Geschehnissen und deren mengenmäßige Unsäglichkeitsauflistung geübt.

Es ist ein Irrglaube, man müsse das Alte nur genug bekämpfen (verdrängen), um dann Platz für das Neue zu haben. So funktioniert es natürlich nicht und führt nur zu gewohnter Dauerbeschäftigung mit eingebauter Selbsthaltung. Doch auch die hat Wirkung: Der Druck im Kollektiven Kessel steigt so weiter an, während sich gewundert wird, warum sich die Situation weiter zuspitzt.

„Die Theorie besagt, dass die Sprache, die man spricht, das Denken prägt.“ Arrival, 2016

Besser: „Die Theorie besagt, dass die Worte, die man spricht, das Denken prägen.“

Vielleicht wird darauf gehofft, dass das „gute Gestern“ nochmals wiederkommt und man wieder zum „Tagesgeschäft“ übergehen kann und es genügt, sich nur auf die Lauer zu legen.

Das, was kommt ist das was notwendig ist, nicht das, was gewünscht ist. Daran können noch nicht einmal „Patrioten“ etwas machen, denn die funktionieren auch nur nach ihren gewohnten Denk- und Verhaltensmustern. Es geht nicht um irgendwelche Kategorien, die sich der Mensch zwecks Abgrenzung von anderen geschaffen hat, sondern um den Menschen selbst.

Abgrenzen durch Schaffung von Andersstigmatisierten (BRD-Bürger, Reichsbürger, Patrioten (Staatsgläubige), Islamisten, Linke, Rechte, Politik, Elite, Nazis, katholisch, evangelisch, Christen und was es noch so alles gibt, um das eine Ganze unterteilen, ist eine Erfindung des „Ichs“, um sich gegen Veränderungen (seiner selbst) durch „Fremdeinwirkung“ schützen zu wollen, bzw. jene Andersdenkenden dorthin zu verdrängen.

Es gibt nur die Sprachen und die Kulturen. Und all dies kann gelernt werden.

„Teilen und Herrschen ist eine Eigenschaft des „Ichs“ und nicht nur irgendwelcher Eliten. Wer gewohnt verdrängt, sieht das anders. Dass muss er von sich aus auch. Denn so verbleibt er im System der Betreuung.“

Und der Deutsche? Der erfährt gerade das größte Experiment an sich selbst, denn hat er bis heute nichts dazu gelernt. Und so liegt die Neue Zeit noch vor ihm.
Lediglich jene, die in ihren Gewohnheiten verhaftet sind, sehen einer bedrohlichen Zukunft entgegen, die sie aus ihrer eigenen Programmierung heraus selbst erzeug(t)en.

Der Deutsche hat die Aufgabe, die Welt neu zu erfinden. Und was macht er? Er greift in die Kiste der Geschichte, mährt darin herum und versucht sich im Gestern.

„Bis Bismarck Mark biss, biss Mark Bismarck.“

So wird das natürlich nichts. Also? Mut zum Neuen. Was das Neue ist? Das zeigt sich, wenn man beginnt, seine das System erzeugenden Denk- und Verhaltensmuster selbst(!) in Frage zu stellen und sich nicht dagegen versuchen zu wehren oder in irgendeiner Form ablenken zu wollen.

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