Das Alte aufrechterhalten?

- Lesezeit: ca. 17 Minuten

(v1.2*) Während man – zumindest höre ich davon – mit Geldern versucht, die Strukturen aufrechtzuerhalten, ist es der Mechanismus, der auch für das damit verbundene – nennen wir es mal „Leid“, verantwortlich ist. Der Mensch macht sich Sorgen, wenn er kein Geld hat, während genau dies für seine Probleme verantwortlich ist. Klingt jetzt komisch.
Denn mit dem Geld macht er sich – wenn er denn eigene Strukturen (Familie, Haus, Auto &c., also Eigentum und Besitz) hat, nicht nur von der Willkür des Systems abhängig, sondern darüber hinaus auch von jenen, die es im System zur Verfügung stellen.
Weniger ist es das Geld selbst, sondern der anerzogene Glaube des Menschen, dass es etwas wert sei, weil er meint damit etwas „kaufen“ zu können, was „er“ anschließend sein Eigen oder Besitz nennen kann.
Das sieht man recht gut, was die Nummer ist, wenn man in die Zulassungsbescheinigung unter (C.4c) Teil 1 und Teil 2 nachschaut, dass der Inhaber der Papiere nicht der „Eigentümer“ des Fahrzeugs, während eine EU-Richtlinie darauf Hinweis gibt, dass er nicht der „Halter“ ist.

Versucht man etwas sein Eigen nennen zu wollen oder Besitz, so entsteht auch die Problematik, dass man es „verlieren“ könnte oder einem sogar „weggenommen“ wird. Etwas gehört einen tatsächlich nicht, dass ist nur die kollektiv gelernte Vorstellung, dass es so sei. Auf diese Weise macht sich der Mensch abhängig, von etwas, was ein anderer in seinen Besitz bringen könnte.
Statt gewohnt zu streiten und sich gegenseitig die Augen auszukratzen, zu erobern und alles für sich haben zu meinen, ist es im Sinne geistiger Entwicklung doch von Vorteil, überhaupt keinen Anspruch auf etwas zu hegen. Das spart eine Menge Stress und nicht nur Militärkosten, die ja auch erst erarbeitet werden müssten. So kommt eins zum anderen.

Da ist es vorteilhaft, sich lieber selbst von den konventionellen Denk- und Verhaltensweisen zu verabschieden, mit einem wesentlichen Unterschied: Das „Ich“, was sich durch haben und mehren in der Materie und Macht über andere Menschen zum Ausdruck bringt, ist damit verurteilt, sich entwickeln zu müssen.

Sicher kann man jetzt sagen, jeder hat ja schließlich die Entscheidung selbst zu treffen. Doch wer will sich schon vor Augen führen, dass er doch nicht so intelligent ist, wie er meint, sondern seinen Stand nur durch „einfache“ Mittel zu verteidigen weiß.

Es war lange vorher ersichtlich, dass mit den gegebenen Strukturen keine Globalisierung funktionieren wird, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass hier und da von „zurück zur Nation“ gesprochen wird.

Doch auch das wird in keiner Weise ausreichend sein, gleich wie klein man sich zu machen meint, um weiter nur das Übliche aus Konkurrenzdenken und erkämpfen von Marktanteilen hegen zu wollen.
Solange die gewohnten Denk- und Verhaltensweisen herrschen, solange werden stets die gleichen bekannten Phänomene in Erscheinung treten.

Krieg ist nicht einfach etwas, was nur „woanders“ stattfindet, sondern der Krieg ist ein Bestandteil des täglichen „Kampfes um Überleben“, heißt es so schön. Auch so eine Denke, während sich der Denker nicht wirklich darüber im Klaren ist, dass er ihn selbst in sich trägt, während er durch ein anerzogenes Verhaltensmuster meint, die anderen seien ja daran schuld.
Im Grunde genommen würde ich sagen, die Mehrheit ist zu dumm es zu verstehen, wie mir ein damaliger Kollege mal riet, da ich auf diese Weise eine Menge Zeit ersparen könne. Mir liegt das fern, denn nicht nur der eine denkt, dass „die Anderen“ schuld seien, sondern jeder denkt für sich, das gleiche.

Dahinter wirkt das gleiche Verhalten wie beim warten auf die anderen nach einer Lösung, während, man solange weiter an die Arbeit geht, um Geld zu verdienen bis halt die Lösung „da“ ist.
Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, hat man erst einmal einen Lösungsansatz entwickelt, der sich sogar mit den Meinungen zuvor Befragter deckt, eine Lösung ist es dann, wenn alle mitmachen können, wenn sie sich selbst dazu entschließen, worin sie ihre gewohnten „Probleme“ gelöst werden. Und manchmal besteht die Lösung darin, von etwas abzulassen, an was man bisher geglaubt hat, es sei so.

Ich kann gerade schon die Zweifler aus dem Keller ein Klageliedchen anstimmen hören, dass sich ja dann jemand anders das „nimmt“, was man bisher sein Eigen nannte und dann für sich beansprucht, während man es gegen „Geld“ von Monat zu Monat nutzen darf und deshalb lieber weghört, statt den „Gehirnskasten“ in Gang zu setzen.
Der Mensch hat noch etwas vor sich, was ihm normalerweise mir der Muttermilch hätte vor langer Zeit bereits mitgegeben werden sollen – zunächst.

Seine Aufgabe besteht darin, dass Bisherige nicht einfach weiterzuführen, sondern in Frage zu stellen, um so auf diese Weise „selbst“ daraus zu befreien. Und schon harren und warten sie wieder, erstarren oder üben sich in gewohntem Kleinreden (was vom anerzogenen Kleindenken kommt) und vorschieben, dass „die Anderen“ ja nicht so weit seien.

Ich kann Sie getrost beunruhigen: Niemand wird jemals so weit sein, handelt es sich statt der gewohnten, materiellen Entwicklung und (Selbst)Ausbeutung von Mensch und Natur, um (s)eine geistige Entwicklung.

Da helfen auch keine Feindbildprojektionen und andere Mittelchen, den Schreiber dieser Gedanken stigmatisieren zu wollen.

Denn während nach außen gefordert wird, dass sich was ändert, wird insgeheim gehofft, selbst nicht davon betroffen zu sein, um a) später wieder zum Tagesgeschäft zurückzukehren oder b) (heimlich) unterlassen wird, denn warum sollte es anderen besser gehen, als einem selbst oder c) man sich gegenüber anderen weiter besser zu stellen versucht.

Die Welt der vom Menschen geschaffenen Illusion ist so groß, dass dem Menschen die Symbolik geschaffener Zahlen, Buchstaben, Worte &c. zu Werkzeugen verkam, was ihn sich nur weiter vom Leben hat entfernen lassen – bis er das Leben vergaß, und Zahlen und Worte sein ein und alles wurden.
Das ist auch der Grund, warum Gleichnisse in der Bibel nicht einfach nur Geschichten aus Worten bestehen, die vorgelesen werden. Denn hinter diesen bewegt sich eine Metaebene, die sich durch diese personifizierten/überzeichneten Geschichten nur zum Ausdruck bringt. So am Rande.

Ein Thema, was ich gerade erlebe, weil ich es bisher übersehen habe, ist das Thema von Theorie und Praxis und der Bezug des Menschen zum Ganzen oder zu einem sich selbst ernennender „Vorgesetzter“. Sie sehen, ich mache aus einem Geschehen einen Lernprozess.

Die sechs Geistesdisziplinen, also Philosophie* , Psychologie** Politik*** Recht****, Wissenschaft***** und Theologie****** werden noch von etwas überlagert, was alle sechs beeinflusst: Theorie und Praxis.

So wie sich die sechs Disziplinen vom gewohnt arbeitenden und Geld verdienenden Systemakteure (möglichst) weit weg präsentieren und diese von „Experten“ mit Titeln und Pöstchen besetzt sind, hat sich der gewohnte Denker, der beim Arbeiten ja nicht fürs Denken bezahlt wird, eine wesentliche Trennung – besser: eine Einschnürung entwickelt. Diese beeinflusst, ja beeinträchtigt wesentlich die Wechselwirkung zwischen Geist (bibl. „Himmel“) und Materie (bibl. „Erde“) zwischen denen der Mensch wirkt.
An diesem Punkt offenbar sich auch das Wesen der Vorgesetzten, die Fremdbestimmung sowie das selbst geschaffene Los des Untergebenen: Theorie und Praxis werden als getrennte Disziplinen gehandelt.

In der Regel bekommt der Praktiker, der Macher, der Gestalter gesagt, was sich der Theoretiker selbst oder in der Riege der Theoretiker ausgedacht hat, gewohnt im Rahmen von oben nach unten. Und wenn sich etwas in der Vorstellung der Theoretiker verändert, so hat das Auswirkungen in der Praxis.
Der eine wird belohnt, weil er den Job des Theoretikers hat und der andere, weil er den Job des Praktikers hat.
Eine Beziehung, die belohnt Schuldzuweisung und Gerangel fördert, die notfalls durch die alles beherrschende Autorität durch ein Machtwort in der Regel nur oberflächlich „geregelt“ wird, damit der Alltag möglichst schnell wieder einkehren kann. Das nennt sich übrigens „kaschieren“.

Nebenbei: „Bund“ und „Länder“ haben sich entschlossen, dass demnächst wieder ein paar arbeiten gehen dürfen. Sichtlich kann man auch erkennen, wie „hörig“ sich die Gesellschaft verhält, um weiter ihren anerzogenen Wertvorstellungen nachzugehen, während andere ihnen die Erlaubnis dafür geben.

Wer weiß schon, dass er sich durch sein gewohntes Verhalten arbeiten und Geld verdienen, gegen sich und das Leben selbst wendet – bedingt durch den Glauben an mit Zahlen bedrucktem Papier und Zahlen an sich, welche die Illusion bewertbarer Sicherheit erzeugen sollen – Zahlen und deren Beeinflussung, um gleichzeitig das Unbegreifbare begreifbar, also auf menschliche Größe reduzieren zu wollen.
Die Natur selbst kennt keine Zahlen. Sie kennt auch keine Namen für einen Boden oder gar Grenzen. Woher weiß der Boden, dass er „Deutschland“ heißt und somit jemandem „gehören“ würde?

Das Beobachtete begreifbar zu machen, ist zunächst erst mal ganz prima, wenn es hinter dem Verstand nicht etwas gäbe, was sogar in der Lage ist, sich selbst zu leugnen, das „Ich“, also die Denk- und Verhaltensweisen des Menschen, die die Art und Weise beeinflussen, wie(!) Dinge betrachtet, bewertet und gedeutet werden (dürfen) und sich versucht über das Leben selbst hinwegzusetzen, indem das „Ich“ über den Menschen herrscht, wo er jedoch jederzeit etwas daran ändern kann, wenn er nur wüsste, dass der Mensch ein „Ich“ hat und nicht das „Ich“ ist. Nebenbei ist dies die Grundlage heute existierender Hierarchien.

Vorangegangene Bestrafung führt wiederum dazu, dass Geschehnisse meist im Sinne einer möglichen Bedrohung oder Gefahr durch eine mögliche Veränderung (Veränderung und Entwicklung = Bestrafung) gedeutet werden. Die Welt der konservativ geprügelten Gehorsamsbereiten – gefangen im anerzogenen Kopfknast, der bei Betreten von Fremden (Meinungen) auch noch verteidigt wird.

„Mein Haus!“

Diese Denk- und Verhaltensweisen versuchen, sich bei einer in der Kindheit für eigenständige Entwicklung erfahrenen Bestrafung selbst gegen Veränderung zu erhalten, wobei die eigene, natürliche Entwicklung des Menschen überlagert wird und so beeinträchtigt ist. Der Ausweg vor einer möglichen Veränderung, ist das „so tun, als ob“.

Ein beobachtbares Phänomen: Veränderung wird zwar lautstark gefordert, während der oder die Forderer insgeheim hoffen, selbst nicht davon betroffen zu sein.

Sich aus der „ersten Ordnung“ zu befreien, also der des „Ichs“ über den Menschen, sorgt auch dafür, dass sich im Außen etwas zunehmend verändert.

Der Glaube an gerechte Vorgesetzte, die für den Gehorsamsbereiten zu wissen scheinen, was für ihn „gut und richtig“ sei, gehen dann in die Offensive, wenn ihre Position durch diese Infragestellung gefährdet ist und dann dramatisch an Bedeutung verlieren, wenn sie von der Veränderung erfasst und anschließend allmählich überholt werden.

Der Prozess der Infragestellung des Bisherigen ermöglicht dem Menschen erstmals bewusst, sich nach vorne zu bewegen und Veränderung zu gestalten und zu erfahren. Das macht natürlich angst, doch wurde die auch nur falsch gelernt, denn ist sie lediglich ein Signal, dass Informationen fehlen und kein Warnsignal vor möglichen Veränderungen. Eine Invertierung.

Märchenstunden werden dem Gewohnten deswegen erzählt, weil er sich durch seine erfahrene Erziehung bereits in einer Verhaltensmärchenstunde bewegt, bspw.: an mit Zahlen bedrucktes Papier und als „Vernunft“ etikettierte und gesellschaftlich mit „normal“ deklarierte Unvernunft zu glauben meint.

Um ins Neue zu gelangen, was eine rein mentale Angelegenheit ist, besteht die Aufgabe darin, fremd- oder selbsternannte Autoritäten und deren Bedeutungsexistenz in Frage zu stellen. Die Aufgabe besteht nicht darin, einfach nur mehr zu wissen, als der andere, sondern, die Prinzipien ihrer Existenz zu hinterfragen. Das bedeutet nicht, dass sie nur weg müssen und das war es dann. Das wäre zu „einfach“ gedacht und nur ein Verdrängungskonzept. So am Rande.

Das Wesen der alten Ordnung ist wie ein Teppich, auf dem sich alles, was auf Basis gewohnter Denk- und Verhaltensweisen mit Bedeutung belegt wird, tummelt.

Jeder Mensch bewegt sich selbst zwischen Theorie und Praxis und durch sein Tun und Reflektieren entwickelt er sich selbst. Auf diese Weise schafft er sich ein inneres Fundament, was ihm niemand „wegnehmen“ kann. Die gewohnte Version dieses Gedankens kennen Sie sicher selbst.
Es zeigt sich, welche Rolle man selbst einzunehmen bereit ist und da wo es „komisch“ wird, an der Stelle hat man nur etwas dazuzulernen. Was auch die Ursache für diesen Beitrag ist.

Der freie Mensch hat keinen, wählt sich keinen oder erhebt sich als Vorgesetzter, er wird von anderen auch nicht als Vorgesetzter gesehen (was nur eine Projektion der eigenen Einstellung des „Projektors“ wäre). Die Entscheidung, ob Untertan oder Vorgesetzter ist nur erfunden.

„Primus inter pares.“

„Die Menschen sind seltsam. Sie denken Ordnung und Chaos wären im Grunde genommen Gegensätze und wollen das Unkontrollierbare kontrollieren. Doch es liegt Anmut in ihrem Scheitern.“ „Vision“, Avengers: Age of Ultron, 2015

All das mag nun auch die „Deutsche Frage“ beantworten.

Nachtrag: Die Deutsche Frage lautet damit: „Was gibt es heute in der Kantine?“ „Nichts. Die ist geschlossen.“ „Warum?“ „Wegen Corona.“

* Wie definiert der Mensch öffentlich seinen Bezug zum Leben?
** Welche Denk- und Verhaltensweisen machen sein Fühlen, Denken und Handeln aus, Nutzt er sein Handeln zur Selbstreflektion?
*** Wie gestaltet er, damit es für ihn und auch im Sinne der globalen Gesellschaft funktioniert, ausgerichtet an den Regelwerken des Leben?
**** Entscheidet er sich zur Fremdbestimmung oder zur Selbstbestimmung und deren jeweiligen Regelwerken?
***** Welche Praxis kann er aus dem Gelernten und so den spontanen Ideen ableiten?
****** Ist ihm der Bezug zum Leben selbst bereits bewusst oder bewegt er sich noch weiter im Rahmen von zu verehrenden „gerechten Vorgesetzten“ und ihren hörigen Handlangern?