Kurz und knapp

- Lesezeit: ca. 7 Minuten

Dass sich die Gesellschaft zusammen mit dem System selbst abschafft, mag kaum jemand hören wollen, wird sich auch weiterhin an „alten Rockzipfeln“ geklammert, gewartet, gehofft, weiter Schuldige ausgemacht und alles ignoriert, was nur im Ansatz nach Ungewohntem riecht. Überall lauert der „Feind“, mit seiner fremdartigen Meinung.

Manche wägen sich in spirituellen Sphären, was mitunter mehr an einen Fluchtort erinnern mag.
Ob sich noch jemand im „Du musst nur positiv denken“ übt, oder ob er mittlerweile erkannt hat, dass man sich damit nur selbst „über den Tisch zieht“, wenn man den „unangenehm“ empfundenen Teil aus der eigenen Realität zu streichen versucht.

Auf der anderen Seite wird noch auf das Erscheinen von„Erlösern/Führern“ gehofft. Nicht wenige machen bereits darauf aufmerksam, dass es am Einzelnen selbst liegt und er nicht von erhofften Erlösern/Führern befreit wird.

Wer macht sich schon um die gesellschaftlich anerzogene und als „normal“ erachtete Opferrolle Gedanken und das damit verbundene eigene, anerzogene Machtvakuum, was man mit „gerechten Vorgesetzten“ im „Außen“ unbedingt zu füllen versucht?

Zwischendurch taucht hier und da mal der bedeutungsschwangere Begriff „Souveränität“ auf.

Eine Zeit lang spielte die Souveränität von Staaten noch eine Rolle, wo sich meist deutsch sprechende Menschen, mit dem Vorhandensein selbstbestimmender Rechtsfiktionen recht schnell zufrieden gegeben hätten.
Bereits damals konnte ich nichts damit anfangen. Es fühlte sich damals wie heute falsch an.

Seit wann reicht es, wenn ein Gehege „souverän“ ist, während die Schafe weiter fremdbestimmt werden sollen?

Zu viele hantieren noch mit den überholten Werkzeugen des Rechts herum, in der Hoffnung das einst Gelernte nochmals erfolgreich anbringen zu wollen, während ihnen die Schwere eines nicht mehr geltenden Bundeswahlrechts, Hinweise auf Geschäftsführer von Nichtregierungsorganisationen und Erklärungen, dass die Nationen nur noch Unternehmen sind, nicht wirklich bewusst ist und dass man in einem Unternehmen weder hoheitliche Aufgaben erfüllen, noch Gesetze erlassen kann.

Der kleine Mann mit dem schwarzem Bärtchen hätte heute seine wahre Freude, um den Club „Deutschland“ einmal mehr „an der Nase herumzuführen“.
Zeitlich sind wir ja wieder dort angekommen und wieder zeigt sich der gesellschaftlich allseits beliebte Faschismus von seiner besten Seite.
Alles getragen von gut ausgebildeter Gehorsamsbereitschaft, für die man ja sonst belohnt wird, oder Aufmerksamkeit bekommt, wenn man gesellschaftlich entspricht.

Was die Mehrheit gefangen hält, ist im Kern der Mangel an Vertrauen zu sich selbst und zum Leben. Die klassischen Werte stehen auf dem Programm und verdrängen weiter fleißig ein notwendiges Um- und Weiterdenken, was noch nicht einmal bezahlt wird.

„Herr Berg, sie werden hier fürs Arbeiten und nicht fürs Denken bezahlt.“

Was den Faschismus betrifft: „Der aus dem italienischen Wort für Bund – fascio – abgeleitete Begriff Faschismus wird von Historikern als „gewissermaßen inhaltsleer“ beschrieben, da er „so gut wie nichts über das Wesen dessen aus[sagt], was faschistisch ist oder sein soll“.“ Wikipedia

„Na, da haben wir’s doch.“

„Ja, Faschisten hier los?“

Die mitunter empfundene und gesellschaftlich anerzogene Ausweglosigkeit beruht auf der Annahme einer alternativlos erscheinenden Welt mit ihren unveränderbaren – am besten ewig „gültigen“ – Regeln und Konventionen, während gehofft wird, dass sich etwas – bitte schön – soweit ändert, dass man auf jeden Fall so weitermachen kann, wie bisher.

Wer ahnt schon, dass es etwas mit den als „normal“ etablierten Denk- und Verhaltensweisen zu tun hat, die den Menschen nur zunächst „förderlich“ (meist im Haben) erscheinen, jedoch gegen ihn selbst gerichtet sind?

Wer ahnt nun, dass alles stets miteinander verbunden ist und bereits die unscheinbarste Entscheidung eines Einzelnen, die nicht dem konventionellen Systemrahmen entspricht, das ganze Schauspiel in Bewegung versetzt.

Es ist ein Irrtum, man könne als Einzelner nichts bewegen.

Wer sich gewohnt üblich nur mit Symptomen und den damit meist einhergehenden Verdrängungskonzepten auseinandersetzt, wird sich mit der vorangegangenen Aussage schwer tun.

Die Mehrheit, bewegt sich in einem Gedankenkonstrukt, was sie selbst nicht erkennt, sich nicht davon trennen mag und lieber auf Aushilfslösungen wie Klagen, Jammern, Wimmern, Greinen und sich beschweren zurückgreift, um dem selbst geschaffenen Leid temporär eine Ventilfunktion zu geben.

Das selbst eingeredete Unvermögen („Man kann ja sowieso nichts tun.“) dient dabei als anerzogene Ausrede, nichts tun zu wollen. Und wenn davon die Rede ist, etwas für sich tun zu wollen geht es in der Regel um Erhalt und Wahrung der bisher erreichten „Besitztümer“.

In der Vergangenheit wurde viel über Zusammenarbeit gesprochen. Doch wer weiß schon, dass die gewohnt denkende Mehrheit bereits zusammenarbeitet, indem sie entschlossen gegeneinander arbeitet?

Wer nun der Meinung ist, man müsse ja nur die „Anderen“, die „Unangenehmen“, die „Ungerechten“ beseitigen oder nur gegen Gewogenere ersetzen, der hat das wesentliche noch nicht begriffen: Es gibt keine anderen, die einem „die Kohlen aus dem Feuer holen“.

Gleiches trifft auf den Irrglauben zu, dass man ja nur gemeinsam stark sei, was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Einzelne ja (wie immer) nichts sei. Was passiert also, wenn viel nichts zusammenkommt? Es bleibt nichts.

Den deutsch sprechenden Menschen braucht man auch nicht umzuerziehen, da er bereits alle Eigenschaften von sich aus mitbringt, die ihn für ein Herrschaftssystem prädestinieren – selbst verständlich in der Rolle als „das Leiden Christi in der Hängematte“.

„Veränderung? Auf jeden Fall. Besser gestern, als morgen. Doch bitte erst einmal bei den anderen oder woanders.“

Und dass sich das alles abschaffen muss, liegt auch klar auf der Hand: Es ist insgesamt nicht mehr zeitgemäß, da das Konventionelle nicht mehr ausreicht.

„Krise ist jener Zustand, wo gewohnte Denk- und Verhaltensweisen zu keinem brauchbaren Ergebnis mehr führen.“