Vu du ciel – oder: Die Vorstellung, was Frieden schaffen oder sein soll, Teil 2

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(v1.0) Dem Gewohnten reicht es meist, wenn die „Ungerechten“ gegen „Gerechte“ ausgetauscht werden, das Konto möglichst immer voll ist, Lohn und Rente gesichert usw., so dass das global-gesellschaftliche Rollenspiel, bepackt mit den üblichen Habseligkeiten usw., weitergeführt werden kann, während man beim planetarischen Verfall wegschaut – „schließlich muss man ja auch leben“.

Sein Gewissen beruhigt so mancher damit, dass man daran ja nichts ändern kann, da man schließlich arbeiten, Geld verdienen und wieder ausgeben muss, während es sich bei den Ursachen letztlich um die das System ausmachenden Denk- und Verhaltensweisen des Menschen handelt. Ach…

Es wird mitunter behauptet, der Mensch sei das „Problem“ auf dem Planeten. Im Grunde stimmt das nicht wirklich. Es sind seine Denk- und Verhaltensmuster, Glaubenssätze, Konventionen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen.
Jener, der das mal gesagt hat, sprach sichtlich aus dem Blickwinkel seiner Rolle. (An dieser Stelle hinweisend auf: „Das Paradoxon des Epimenides“.)

„Kapitalismus ist eine Erscheinung des Systems der alten Ordnung, der seine Existenz aus dem anerzogenen Glauben des im Haben erzogenen Menschen an künstliche Werte bezieht, über die sich der Mensch zu definieren versucht.“

Auf beiden Seiten aus zu „Untergebenen“ erzogenen Systemteilnehmern und ihren „Oberherrschaften“ wird über die Ursachen geschwiegen oder Hinweise ignoriert, da beide meinen, es gäbe etwas zu verlieren, weil der im Haben erzogene Mensch glaubt, etwas zu sein, wenn er hat und dann „nichts“ sei, wenn jenes „weg“ ist – eine für das System typische Haltung.

Ebenso davon betroffen ist die Vorstellung, man könne „das Neue“ erst dann machen, wenn „das Alte“ weg sei, was in der Regel über Konflikte „geregelt“ werden soll und nur zum Üblichen führt.

Am Tun der Politik kann man mittlerweile erkennen, dass es an der Zeit ist, dass sich die Bevölkerung wieder ihres eigenen Denkens bemächtigt, und das vor allem dauerhaft, was nicht bedeutet, sich bei nächster (Wahl)Gelegenheit der Zuständigkeit (Verantwortung und Befugnisse) für sich selbst wieder entledigen zu wollen.

Sichtlich handelt es sich bei einer Wahl von Stellvertretern um eine Selbsttäuschung, da der Gewohnte trotzdem die entstandene Rechnung zu bezahlen hat, mal abgesehen von seiner „ewigen Schuld“ im Rahmen entstandener Staatsverschuldung. Solange an den Wert von Geld geglaubt wird, sind auch die Schulden etwas wert.

Bürger: „Ich will so bleiben wie ich bin.“ Regierung: „Du darfst.“

Im Grunde genommen wirkt das Ganze vom Menschen geschaffene System wie nach außen gestülpt – besser: das aus seinen gewohnten Denk- und Verhaltensweisen entstandene System.

Erst vor kurzem meinte jemand, dass der Krieg kommen muss, damit alles zerstört wird, damit „WIR“ wieder von vorne anfangen können.
Das passt ins gewohnte „Denkbild“, wenn es mit dem notwendigen Umdenken nicht so klappen mag, wenn überhaupt gewusst wird, dass man mit der Denkweise, aus denen die meist heftig kritisierten „Probleme“ (die jedoch nur sicht- und spürbare Symptome, Phänomene sind) entstanden sind, keine Lösungen entwickelt werden können, wo man lieber von einem „Great Reset“ träumt oder diesen – aus dem Blickwinkel gewohnter Untertanen- und Opferhaltung – anderen unterstellt. Denn beide wissen nicht, was sie tun.

„Morgen geht die Welt unter!“ „Verdammt, ich muss noch einkaufen!“

Jemand meinte mal in einer Online-Sendung, warum ich von „Neuer Weltordnung“ spreche, schließlich sei diese negativ belegt und man würde die Menschen da nur versklaven.

Im Grunde genommen wissen jene nicht, dass sie zur ständigen Opfer-, Untergebenen und Sklavenrolle erzogen wurden und diese Rolle in einer Betrachtung dann auch gehorsam mit einfließt. Eine „Neue Weltordnung“ ist lediglich ein Ausdruck.
Wie dieser von den Bedeutungen und Prinzipien inhaltlich gestaltet wird, darin steckt die wesentliche Aufgabe.

Selbstverständlich kann man sich auch dazu entschließen nichts zu unternehmen oder zumindest akustisch nur dagegen sein, was der üblichen Denkweise und Haltung innerhalb und zur Aufrechterhaltung des Systems entspricht und jene in ihren Rollen als „Klagende“, zusammen mit den „Beklagten“, weiterhin Teilnehmer des gewohnten Systems sein lässt.

Der gewohnte Systemteilnehmer, weiß in der Regel nicht, dass er durch seine anerzogen-entwickelnden Denk- und Verhaltensweisen, Glaubenssätzen, Konventionen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen das System erzeugt, aufrechterhält, von diesem „fremdbestimmt“, es sogar verteidigt und sich gleichzeitig auch gefangen hält, während er anderen dafür die Schuld gibt oder zumindest ab und zu den „Weinerlichen“ zu mimen meint.

Im Prozess der Infragestellung (auch Umdenkprozess genannt), werden auch die gewohnten jedoch künstlichen Grenzen des Systems überwunden.
Dabei braucht man auch niemanden zu überzeugen – außer sich selbst, da Entwicklung und der Weg zurück ins Leben, stets individuell ist. Da hilft es nicht, nur genug die Augen esoterisch zu verdrehen.

Jemand fragte mal, was nach einem Zusammenbruch käme? Möglicherweise um sicherzugehen, dass er weiter ein Bankkonto hat und genug Geld in der Tasche, um sich etwas kaufen zu können.

Ich kann mich spontan an eine Szene aus einem Film erinnern, wo jemand mit einem dicken Bündel Geldscheine aus einer zerstörten Tankstelle zum Auto rennt: „Schau mal was ich hier habe“ und sein Begleiter sagt, dass das alles nichts mehr wert sei und der andere es dann wegwirft.

Auch früher wurde ich danach gefragt, was natürlich Humbug ist, weil man niemandem etwas vorgibt, wie sich die – nenne ich sie mal Zukunft – gestaltet und nur zur Übernahme der Verantwortung für die Entwicklung anderer führen würde.

Für den gewohnten Denker ist es deshalb auch einfacher, dass er sich selbst schon mal auf seine Versklavung und Unterdrückung vorbereitet, denn so braucht er sich in seinen gewohnten Denk- und Verhaltensweisen nicht besonders anzustrengen, weil er sichtlich über diese nichts weiß, da er bereits durch den Glauben an künstliche Werte versklavt/versklavbar ist.

Vielleicht, wenn der Mensch nur lange genug wartet, stellt sich möglicherweise auch ein für ihn bekanntest Gestern ein, was ihn einmal mehr wieder einlädt, doch jemand zu sein, der belohnt gehorsamsbereit bleibt, entspricht und sich im Haben zu rühmen versucht.

Vielleicht sterben alte Verhaltensweisen einfach nur aus, weshalb man sich bei so manchem auch gar keine Gedanken mehr zu machen braucht, weil jener es so haben will, versunken im Mehr Desselben vom Üblichen, bepackt mit reichlich Widerstand.

„Betrachten Sie den Krieg eher als ein Konzept, nicht als Menschen, die Menschen töten, sondern eher als Unfrieden. Der Tod ist ein Zustand des Körpers, Krieg ein Zustand des Geistes.“ „Father Whiteleather“, Horsemen, 2009

Für den Frieden zu kämpfen, ist nur ein selbstgemachtes Verwirrspiel, ebenso wie für etwas zu kämpfen, was einem gehören würde oder „zustünde“, was man sich notfalls auch mit Gewalt „nehmen“ könnte. Kämpfen ist ein Verdrängungskonzept.
Die Grundlage bildet nicht selten die Vorstellung, nur weil eine künstliche und irrationale Autorität einem etwas wohlwollend zugesteht, dass es dann tatsächlich auch so sei. Doch:

„Erst müssen die anderen weg, dann können wir das Neue machen.“ „Und wann kommst du dann wieder?“

Wenn sich herausgenommen wird, dass man ja schließlich „der Gute“ sei, so muss es ja auch jene geben, die „die Bösen“ sind, oder? Dass es „Gute und Böse“ gibt ist dann im Sinne gewohnter Denk- und Verhaltensweisen recht einfach.

„Wir haben nicht gegen den Feind gekämpft, wir haben gegen uns selbst gekämpft, der Feind war in uns.“ „Chris Taylor“, Platoon, 1986

Seit längerem auffällig, dass es wohl nicht mehr damit getan ist, dass sich die nachfolgenden Generationen doch „bitte“ mit den Problemen auseinandersetzen sollen.

Umdenken hat auch nicht einfach damit zu tun, dass jeder „Staat“ nur seinen internationalen Geschäften nachgehen muss, wo in einem Streit, gleich mit „Bodentruppen“ und „Sanktionen“ um sich geworfen wird. Am Ende erntet man immer das, was man gesät hat. Selbst ein Austausch der „Frevler“ gegen „gerechte Polit-Betreuer“ hilft da nicht weiter.

Der anerzogene Glaube, dass Geld und Arbeit etwas wert seien, verbunden mit dem Glauben, etwas würde einem gehören, und man „mehr wert“ sei, wenn man mehr habe, erleichtert die vertragliche Eingehung mit jenen, die das Geld als Schuld plus Zinsen zur Verfügung stellen.

Bei Zinsen hat man es stets mit Geld zu tun, was nicht da ist. Zinsen stehen symbolisch für die zusätzliche Arbeit eines anderen, denn Geld arbeitet nicht, sondern stets irgendein Mensch. Wenn man Zinsen auf das „eigene Ersparte“ bekommt, so unterstützt man im Grunde die gesellschaftliche Selbstausbeutung.

Jener, der mit seinem Dar-Lehen bepackt, am nächsten Tag wieder arbeiten geht, bewegt sich innerhalb der Gleichgesinnten, die ebenfalls an die Arbeit gehen, um das „fehlende Geld“, die Zinsen ihrer Darlehen und/oder die Zinsen der anderen erwirtschaften zu wollen. Dabei nicht vergessend, dass Geld stets als „Schuld gegenüber den Geldgebern“ ins System gelangt.

Der Glaube das Geld etwas wert sei erstreckt sich gleichsam auch auf die sogenannten „Staatsschulden“, die man bei der Steuer noch nicht mal steuermindernd angeben kann. Oder etwa doch? Der Steuerberater mag seine Rollen im Grunde ja behalten wollen.

Wenn man sich selbst damit arrangiert, dass Geld nichts wert ist, wie der Rest der vom Menschen geschaffenen, jedoch künstlichen Werten, ist der Verlust darüber auch kein Drama mehr.

„Der im Haben erzogene Mensch fühlt sich dann mehr wert, weil er mehr hat, als ein anderer, um so auch mehr als der andere darzustellen. Doch im Grunde ist es nur eine Show.“

Wenn von Wohlstand gesprochen wird, ist dieser in der Regel auf Haben und Konsum ausgelegt. Gleichsam trägt die gewohnte Vorstellung von Wohlstand zur Ausbeutung des Planeten bei. Es würde auch nichts nutzen, wenn man ein „paar Menschen“ einfach „weglässt“ oder später wieder „nach Hause“ schickt.

„Gleichsam geht es nicht darum, dem System nur einfach nur die Schuld zu geben, sondern es kann auch umgedacht werden.“

Wie gesagt, die Vorstellung, dass einem etwas, jemand, „die Wahrheit“ und das Leben gehören würden, entpuppt sich von irriger Natur.
„Sein Land zu schützen“, ist lediglich das Argument, das eigene Fürstentum und seine „sieben Sachen“ weiter zusammenhalten zu wollen. Dabei konstituiert sich ein Staat aus Personen, das sind Rollen, für die sich der Mensch in der Regel hält. Letztlich Fiktionen.

„The persons and events in this motion picture are fictitious. Any similarity to actual persons or events is unintentional.
Die Personen und Ereignisse in diesem Spielfilm sind fiktiv. Jegliche Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen oder Ereignissen ist unbeabsichtigt.“

Es erscheint so, als ob sich das Thema „System“ nur sehr träge herumspricht, was unter anderem daran liegt, dass Veränderungen zwar gefordert werden, jedoch die „Fordernden“ selbst nicht davon betroffen sein wollen. Lieber immer wird auf „gerechte Führer“ oder den „Messias“ (in Person) gehofft.

Vor geraumer Zeit wurde eine Frau in Tränen gefilmt, warum Gott bei den schrecklichen Dingen nichts unternimmt.
Das liegt einfach daran, dass „Gott“ (Name für das Leben, wie auch andere Namen) DURCH den Menschen wirkt. Hat man das Leben jedoch personifiziert, so wird das natürlich nichts.

Um sich gegen die Veränderung der eigenen Denk- und Verhaltensweisen zu schützen, wird sich häufig selbst „in den Staub geworfen“, um sogleich einem anderen dafür die Schuld zu geben, während sich der „Unterwerfende“ damit nur selbst entmachtet oder mit Neid und Missgunst ausgestattet, auf jeden schimpft, der „fünf Minuten mehr Ahnung“ hat.

„Sie wollen uns alle versklaven!“ „Nein, nur dich. Du kannst das besonders gut. Das haben die anderen auch schon gesagt.“ „Welche anderen?“ „Das brauchst du nicht zu wissen…“

Weil der gewohnte, meist im Haben erzogene Mensch in seiner Rolle gleichsam auch mit den gewohnten Wertvorstellungen „abgefüllt“ wurde, um durch Haben zu sein und Ansehen oder entsprechend Neid, letztlich Aufmerksamkeit zu genießen, die irrige Vorstellung von „Sicherheit“ mal außen vorgelassen.

Das junge Leben, was sich in dem Moment zur Welt bringt, sein Eigen zu nennen, mit dem dann alles gemacht wird, was man für „gut, richtig und vernünftig“ hält (Hinweisend: Auf diese Weise entwickeln sich weder Vernunft und Gewissen.), kann unter anderem auch die Rolle eines Mörders, Serienmörders, Kinderschänders, Vergewaltigers usw. hervorbringen, womit andere wiederum die Existenz ihrer Rolle zu rechtfertigen versuchen. Ursache und (Aus)Wirkung.

„Mutti, ich geh’ nochmal kurz in die Stadt, einen kleinen Abstecher machen.“

Pause.