Vu du ciel – oder: Die Vorstellung, was Frieden schaffen oder sein soll, Teil 1

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(v1.0) „Einen Jagdhund braucht man nicht zur Jagd tragen – einen Pekinesen allerdings auch nicht.“

Wenn es darum geht, „sich in Gerechtigkeit (Anmerkend: Was allgemein darunter so verstanden wird.) zu üben“, und dazu der passende Bösewicht bereits ausfindig gemacht worden ist, braucht man nur noch einen triftigen Grund, um seine mentalen „Standpunkte“ anzubringen. Auf der anderen Seite ist es verheerend, hat man die Existenz auf dem führen von Kriegen aufgebaut.

„The land of Tte free isn’t free at all.“ Schließlich muss man Zeit aufbringen, um auf die anderen aufzupassen, die einem das Leben schwer machen könnten. Auch der Patriot ist nur eine Rolle innerhalb des Rollenspiels.
Nur sollte man den Unterschied kennen, um zwischen „die Rolle nur spielen“ und „die Rolle sein“ kennen, um grundsätzlich etwas zu ändern. Ich meine damit das alltägliche Rollenspiel.

„Es war auch einer der Gründe, weswegen Grotowski das Theater aufgab. Er spürte nämlich, dass die Leute im Leben so unheimlich gutes Theater spielen, dass Aufführungen im Theater eigentlich überflüssig sind, auf eine Weise sogar obszön.“ „André Gregory“, Mein Essen mit André, 1981

Mitunter fällt der Begriff „friedliebend“, was nichts mit Frieden im eigentlichen Sinne zu tun hat, sondern in der Weise interpretiert werden kann: „Wir lieben den Frieden. Kommt jedoch jemand und ärgert uns, dann…“.

Und wenn sich „alle“ friedliebend geben, kann man sich auf diese Weise auch weiterhin an den für das System typischen Verhaltensweisen im „Kriegsbedarfsfall“ orientieren.

Der Vorteil bei aus dem Nichts geschaffenen Geld, es kann immer so weitergehen, während man hinter sich nur eine Bevölkerung zu wissen braucht, die anerzogen an den Wert glaubt und deswegen alles auf sich nimmt – selbst die Unterdrückung ihrer eigenen Nachkommenschaft, „die es ja mal besser haben sollen“.

„Wir wollen, dass ihr es mal besser habt, als wir… (und unausgesprochen) …wenn ihr so seid, wie uns das gefällt.“

„Dein Vater geht für dich an die Arbeit, damit du etwas zum Essen und zum Anziehen hast.“

„Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, machst du das, was ich will.“

Trotz reichlicher Belege, kann man niemandem Schuld zuweisen, da er „es“ nicht anders gelernt und nicht anders gewusst hat. Man kann auch niemandem vorwerfen, er hätte „es“ ja wissen müssen. Was meistens von jenen kommt, die „es“ ebenfalls hätten wissen „müssen“. Mh, was mag das wohl sein?

„Frieden – besser: die übliche Vorstellung von Frieden – nimmt ihren Anfang nicht dort, wo man sich zuvor noch gemeinsam zu prügeln meinte, um anschließend wieder Geschäfte miteinander zu machen.“

Charta der Vereinten Nationen, Artikel 4, Abs. 1: „Mitglied der Vereinten Nationen können alle sonstigen friedliebenden Staaten werden, welche die Verpflichtungen aus dieser Charta übernehmen und nach dem Urteil der Organisation fähig und willens sind, diese Verpflichtungen zu erfüllen.“

Frieden beschreibend aus eigener Erfahrung, fühlt er sich wie die Abwesenheit aller Bedingungen an. Er dauerte lange genug, um sich von „innerer Ruhe“, „innerer Stille“ unterscheiden zu lassen – als ob es „ihm“ darum ginge, dass man sich später dauerhaft an ihn erinnert und dass es ihn wirklich gibt.

Es lohnt sich, eindringlich über das Thema „Frieden“ nachzudenken und… nachzufühlen.

Wer jedoch gewohnt lieber den Konflikt mag, weil er der Meinung ist, dass jeder schließlich seine eigene Meinung darüber habe, sei ihm das nicht missgönnt. Entwicklungen. (Anmerkend: Sonst hätte man ja nichts zum Infragestellen – also danke. Übrigens: In Gedanke steckt Danke drin.)

„Mein alter Herr hatte folgendes Motto: Frieden bedeutet, dass man einen größeren Stock hat, als der andere.“ „Tony Stark“, Iron Man, 2008

Der „Feind“, den man im Gegner zu erkennen meint, ist jedoch nur eine Erfindung der eigenen Denk- und Verhaltensweisen, was übrigens auch für das Gegenüber zutrifft.

Hat man sich „zum einvernehmlichen Konflikt“ entschlossen, finden sich die Konfliktteilnehmer in einem gemeinsamen Gegeneinander wieder, was sie miteinander verbindet, sie gemeinsam haben – ebenfalls im sich daraus ergebenden Widerstand gegen die jeweils eigene Veränderung seiner Denk- und Verhaltensweisen.

Im Ausdruck „gemeinsames Gegeneinander“ kann man deutlich auch die Verdrehung erkennen. Und dort, wo sich gestritten wird, wird in der Regel auf beiden Seiten nicht weit genug gedacht.

„Die vorsorgliche Bewaffnung bis an die Zähne, wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr übernommen.“

Die Grundlage für Konflikte beruht zum einen auf der verbreiteten Vorstellung, etwas, jemand, „die Wahrheit“ und das Leben würden einem gehören, was ein anderer einem wieder wegnehmen/verändern könnte – ebenso, was die Bekämpfung/Verteidigung der für das System typischen Denk- und Verhaltensweisen angeht.

Da es wenig Sinn macht, gegen die gewohnten Denk- und Verhaltensweisen anzukämpfen, weil sie sich auf diese Weise erhalten, bleibt letztlich nur der Prozess ihrer Infragestellung, was zu einer Veränderung führt.

Falls es für den Leser nervig erscheinen mag, wenn sich so manche Gedanken wiederholen, liegt dies daran, dass man es mit dem Wesen des Systems zu tun hat, wo es weniger darum geht, jede Woche eine andere „Medien-Sau durchs Dorf zu treiben“, jene sicht- und spürbaren Symptomen, die sich aus dem System heraus ergeben.

Der Mensch, auf der Suche nach Lösungen, dreht sich im Kreise, weil sich seine Denk- und Verhaltensweisen – um die es im Kern geht – vor „seinen Augen“ sozusagen „ausblenden“, indem sie ihm glaubhaft machen, er sei sie, weshalb er ja auch nicht anders könne.

Die gewohnten Denk- und Verhaltensweisen sind so schlau, dass sie sich selbst verleugnen und geschickt von sich auf andere – den „Schuldigen“ – verweisen. Das Wesen, was sich aus der kollektiven Haltung heraus entwickelt hat, auch „Leviathan“ genannt wird – hebräisch: לִוְיָתָן liwyatan, „der sich Windende“.

Ich schreibe sehr häufig über den Menschen und das Personen-/Rollenspiel, weil dort „der Ausgang aus der menschlichen Misere“ zu finden ist, und es sich dabei um eine Art „Drehtür“ handelt, also nicht einfach eine, durch die man nur einmal schreiten kann.

Der Leviathan entsteht unter anderem, wenn eine Masse ihre Zuständigkeit (Verantwortung und Befugnisse) im Akt der Wahl für sich selbst abgibt, bestimmt sie nicht nur ihre Betreuer und weitere Betreuung.

„Ich übergebe mein Recht, mich selbst zu regieren, diesem Menschen oder dieser Gesellschaft unter der Bedingung, dass du ebenfalls dein Recht über dich ihm oder ihr abtretest.“ Auf diese Weise werden alle Einzelnen eine Person und heißen Staat – oder Gemeinwesen. So entsteht der große Leviathan oder, wenn man lieber will, der sterbliche Gott, dem wir unter dem ewigen Gott allein Frieden und Schutz zu verdanken haben.“ „Leviathan“, Thomas Hobbes, 1651, PDF, Seite 143

So nebenbei für all jene, die es eben mal schnell und möglichst „einfach“ erklärt haben wollen. Man behält etwa –

  • 20% des Gehörten;
  • 30% was man sieht;
  • 50% Kombination aus beiden;
  • 70% worüber man selbst spricht;
  • 90% was man selbst ausführt.

Beim Thema „System“ handelt es sich nicht um eine nebenbei-Angelegenheit, die morgen wieder vergessen sei mag, weil es sich „hoffentlich“ wieder in Richtung „Gestern“ und/oder „Vorgestern“ geregelt, wenn man nur lange genug wartet.

Was das bisherige System, die sogenannte „Alte Ordnung“ angeht, pflanzt sich diese in der Weise fort, indem die Masse, ihre Nachkommenschaft aus Gewohnheit in Gehorsamsbereitschaft, Entsprechung und im Haben im Sinne der üblichen „Werte“ erzieht, was „System hat“ und mehr oder weniger taugliche Untergebene hervorbringt, die nach den Vorstellungen meist irrationaler Autoritäten geprägt, entsprechend „funktionieren“ sollen.

Falls das Geschriebene jemandem sehr „abstrakt“ vorkommt, liegt es daran, dass er sich mit dem Thema nur noch nicht auseinandergesetzt hat. Es ist dann genauso konkret, wie die gewohnte Betrachtung der „Dinge“.

„Ein Ding ist ein Ding, nicht was über das Ding gesagt wird.“ „Riggan Thomson“, Birdman, 2014

Hinweisend: Neulich kam der Gedanke, wenn jemand fremdbestimmt erzogen aufwächst, kann man ihm natürlich auch gleich den Sinn seiner Existenz („Sinn des Lebens“) vorgeben.

„Der Sinn des Lebens, ist nicht der „Ernst des Lebens“.“

Das (Herrschafts)System verliert dann seine wesentlichen beiden Attribute „alternativlos“ und „ernst“, wenn man es infrage gestellt hat. Was übrigens das Vorhandensein eines künstlichen „Brückenbauers“ überflüssig macht.

Es kommt einem zunächst ungewohnt vor, beginnt man sich tiefgründig mit dem System hinter allem auseinanderzusetzen, statt üblicherweise – also für das System typisch – mit oberflächlicher Betrachtungs-, Entscheidungs- und Handlungsebene mit eingebauter Schuldzuweisung darüber hinweg zu schauen, um sich weiter nur mit den Symptomen des Systems zu beschäftigen, –

  1. während die Ursachen – wie gesagt – nahezu gesamtgesellschaftlich tabuisiert oder erst gar nicht gewusst werden (wollen),
  2. sich auf der Demo nur kollektiv beschwert wird, nachdem „das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“,
  3. sich in der Illusion bewegt, man sei gemeinsam stark,
  4. sich jedoch nur in der Rolle des unschuldigen Opfers der „politischen“ Umstände bewegt wird,
  5. meist dabei die hauptverantwortlichen Schuldigen oder das, was „weg muss“ benennend,
  6. um letztlich weiter ein aktiver Teilnehmer des Systems zu bleiben, wo es zum Glück zu genügen scheint, nur zwischen „Gut“, „Böse“, „Gerechte und Ungerechte“ unterscheiden zu müssen
  7. oder sich als Mitglied einer Partei (nicht rechtsfähige Vereine) engagiert wird, wo die Mitglieder für ihr Handeln gegenüber dem Bürger/Wähler „de jure“ keine Verantwortung tragen, ebenso wie jene, die sie einst bei einer Wahl abzugeben meinten
  8. usw.

Verständlich. Wenn man zu sehr an Betreuung gewöhnt ist, fällt einem nichts anderes ein. Da kann man auch niemandem einen Vorwurf machen, was man übrigens grundsätzlich lassen kann; ich meine das Vorwerfen.

Hieß es früher noch, man müsse zusammenarbeiten, wird es spätestens bei dem Thema „System“ sehr schnell ruhig, weil es da ans jeweils eigene „Eingemachte“ geht, was bei allen geforderten Veränderungen und üblichem Traktieren jedoch weiter außen vor bleiben und mitunter gegen Verlust verteidigt werden soll. Wie soll sich also – an die Fordernden gerichtet – etwas ändern, wenn sich im Grunde nichts ändern soll?

Der Druck, der möglicherweise beim Lesen dieser Gedanken entsteht, ist lediglich eine Reaktion der jeweils eigenen Denk- und Verhaltensweisen, die dafür auch verantwortlich sind und kein anderer.

Was die aktive Teilnahme im Rahmen von „Arbeiten und Geld verdienen“ angeht: Nur zu sagen, man habe schließlich „hart“ gearbeitet und ein Anrecht auf dieses oder jenes, der übersieht, dass es sich insgesamt um eine gesellschaftlich tolerierte Selbstversklavung, eine einvernehmliche Ausbeutung handelt, die rechtlich nicht verboten ist.
Im Rahmen des Völkerrechts geschaffene Reparationen, etablieren wiederum die Versklavung von ganzen Völkern, die in einem Konflikt in der Rolle des „Verlierers“ hervorgegangen sind. Rollenspiele.

Was Haben und Ansehen angeht, kann ich den mitunter neidvollen Blick auf all jene, die mehr und noch mehr haben, gut verstehen – der im Haben erzogene Mensch, der nie genug „kriegen“ kann, während er nach finanzieller Freiheit und Sicherheit strebt, die vom Prinzip her nichts anderes ist als „Arbeit macht frei“ oder „Arbeit lässt frei werden“.

Jene in der Rolle der „Armen“ unterscheiden sich vom Prinzip her nicht wirklich von jenen in der Rolle der „Reichen“, da beide an den Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier, Zahlenreihen auf dem Konto, Eigentum usw., zu glauben meinen.

Wenn zwischenzeitlich mal vom Spruch: „Geld regiert die Welt! Doch wer regiert das Geld?“, die Rede ist, so geht es nicht um das Geld selbst, sondern um den anerzogenen Glauben daran, dass es etwas wert sei und es einem gehören würde.
Tatsächlich ist es der Glaube selbst, dass Geld und Arbeit etwas wert seien, der mehr „wert“ ist, als die vermeintlichen Werte selbst. Was weitergedacht bedeutet?

„Da berührte er ihre Augen und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben!“ Matthäus 9, 29

Die Verlustangst ist nicht die des Menschen, sondern die seiner Denk- und Verhaltensweisen, die ihm verkaufen, es sei seine Angst.

Ich schreibe ebenfalls über das Geld, um darauf aufmerksam zu machen, dass, solange weiter an den üblichen Wertvorstellungen festgehalten wird, gesellschaftlich so viel gemimt und traktiert werden mag, wie man will, sich die gewohnt Gläubigen nur unablässig im Kreise drehen, bei sich verschärfender Umdrehung.

In einem Beziehungsmuster aus Untergebenen und ihren Oberherrschaften, wird gemeinsam versucht, sich gegen Veränderungen zu schützen, weil die Ursachen in solch einer Konstellation ebenfalls die üblichen sind und auch die Vorstellung herrscht, man habe etwas zu verlieren.

Wenn es dann ums Umdenken geht, heißt es mitunter: „Sollen doch erst mal „die Anderen“ umdenken – also all jene, die im Gegenzug genauso argumentieren. So entstehen Situationen, die mit üblichen Mitteln, durch Aussitzen und/oder Hoffnung auf „den oder die gerechten Führer“ oder den „Messias“, nicht überwunden werden, was wiederum nur zum Üblichen führen würde, da es am Wesentlichen nichts ändert.

Die prinzipielle Beibehaltung der Denk- und Verhaltensweisen, Glaubenssätze, Konventionen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen führen zu dem, was man gerade reichlich an Symptomen beobachten kann, während die Infragestellung jener zu einer schrittweisen, fundamentalen Veränderung führt.

Das kann man mit „extrem“ bezeichnen, denn das was innerhalb der Konventionen des Systems mit „extrem“ bezeichnet wird, ist nur typisch für das System und seine Verfechter. Selbst der „Terrorist“ spielt innerhalb des Systems – selbst unwissend darüber – nur eine Rolle, während es jenen in der Rolle der Betroffenen nicht viel anders geht.

Es erscheint nur deshalb dramatisch, weil gewohnt geglaubt wird, dass einem etwas, jemand, „die Wahrheit“ und das Leben gehören würden, was nur künstliche Abhängigkeiten schafft.
Die Liebe ist jedoch frei, nicht an Personen und künstlichen Bedingungen innerhalb des Rollenspiels gebunden, was sie zu einer Erscheinung des Lebens macht.

„Umdenken ist kein Akt, wo man eine Zigarettenmarke nur gegen eine andere Marke austauschen braucht, um sich so das Rauchen abgewöhnen zu wollen.“

Umdenken ist – wie bisher selbst erlebt – ein bewusster Akt, wo neben dem vorhandenen System, mit seinen typischen Denk- und Verhaltensweisen, Glaubenssätzen, Konventionen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen, ein zweites in Erscheinung tritt, was sich durch Infragestellung des Ersteren heraus entfaltet.

Zunächst glaubte ich, es ginge nur um ein „entweder…oder“, was sich jedoch als ein „sowohl… als auch“ entpuppt hat.

Natürlich kann man auch erst mal auf die Außerirdischen warten… oder an der Haltestelle auf den Bus, dessen Fahrer man im Grunde selbst ist.

 

Vu du ciel – oder: Die Vorstellung, was Frieden schaffen oder sein soll, Teil 2