Warum Zahlen keine „Fakten“ sind und mehr

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(v1.0) Gern wird darüber diskutiert, welche „Corona-Zahlen“ die „richtigen“, also die „echten“ sind und recht schnell wird der Begriff „Fakten“ in den Raum geworfen, um die Wahrheit für die Verkünder zu beanspruchen. Nicht zu vergessen: die „Faktenchecker“ (aus dem „Wahrheitsministerium“?).

Schaue ich mir einen Bleistift an, so würde ich von einem Fakt sprechen (obwohl es nur die Idee eines Bleistiftes ist), nicht jedoch bei Zahlen (die ich nicht selbst gefälscht habe).

Zahlen kann man erfinden, ändern und auslegen, wie es einem beliebt – solange die Gläubigen nur weiter daran glauben und damit auch den „Zahlengebern“, siehe: „Agora – Die Säulen des Himmels“.

Autoritäten, die einem zugeneigt sind, verfügen „natürlich“ über die „richtigen“ Zahlen und hier wird auch nicht diskutiert. Denn wer diskutiert, der arbeitet sicher für den Gegner.

Der Glaube an Autoritäten, denen man die Verantwortung für das eigene Leben in die Hand drückte, schwingt stets die Angst vor Chaos und einem möglichen Verlust der schwer erarbeiteten Existenz mit – vor allem der Verlust möglicher Einnahmequellen.

„Corona“ wirbelt viel Staub und Emotionen auf, kaum jemand schaut auf die fehlende Legitimation der verordnenden und gesetzgebenden Akteure. Es wird blind gehorcht. Kadavergehorsam nennt sich das.

„Nehmen Sie einmal den Fall eines Völkermordes. Da beschließt ein eiskalter Diktator fünf sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder umbringen zu lassen. Dafür braucht er doch mindestens eine Million Komplizen. Mörder und Henker. Wie macht er das, dass man ihm gehorcht?“
„Indem er die Verantwortung auf viele Leute verteilt. Ein Diktator braucht einen funktionierenden Staatsapparat. Das heißt, er braucht Millionen von kleinen Funktionären, von denen jeder eine anscheinend eine unbedeutende Aufgabe wahrzunehmen hat.
Und jeder von ihnen wird diese Aufgabe ausführen – mit Kompetenz – und ohne Bedenken. Und niemand wird sich klarmachen, dass er der millionste Teil eines grausamen Verbrechens ist.“ Dialog „Staatsanwalt Henri Volney mit Prof. David Naggara“, I wie Ikarus, 1979

Und so entstehen allerlei Gruppierungen, die sich dann auch mal für „Gerechtigkeit“ einsetzen und etwas bewegen wollen. An sich ist daran nichts zu kritisieren, doch darum geht es im Kern gar nicht, da man lediglich das vorgegebene Symptom zu bekämpfen versucht und seine Verursacher.

„Gerechtigkeit ist in ihrer gewohnt gedachten Form eine Illusion“, gleich wie viele tolle Klagen und Verfassungsbeschwerden man auf den Weg bringen mag.

Doch wie es so ist: Viel Beschäftigung, bis die Erkenntnis kommt, dass das alles zu nichts führt – da es mit dem Denken der alten Ordnung ausgeführt wird, an der jene unbewusst noch angekoppelt sind.

Und alle anderen, die Unbequemen, die nicht an den ganzen Sermon glauben, die sind dann „einfach“ nur „Corona-Leugner“.

„Die Menschen, sie müssen an etwas glauben. Und heutzutage glauben sie an alles.“ „Mysterio“, Spider-Man – Far from home, 2019

„Man weiß ja gar nicht, was man glauben soll“, heißt es mitunter, statt sich eine eigene Meinung zu bilden. Einfacher ist es, man hört auf das, was einem gesagt wird, und dann ist gut. Hauptsache, es ist einfach!

„Wollt ihr den totalen Krieg?“ Joseph Goebbels, Sportpalast, 18. Februar 1943

Das Thema „Corona“ ist an sich spannend, da man selbst gar nichts davon beweisen kann und in der Regel auf „Expertenmeinung“ und „Beweise“ angewiesen ist.

Der Autoritätshörige, der sich auf Arbeiten gehen, Geld verdienen und wieder ausgeben konzentriert, wird das Feld den Experten überlassen: Die wissen schon, was für ihn „gut und richtig“ ist.

„Nicht die Gesellschaft bestimmt, was sexistisch ist, sondern Experten.“ Zitat aus der Sendung „Plusminus“

Bisher konnte niemand beweisen, dass ein anderer tatsächlich an „Corona“ gestorben ist. In den Medien wird es nur behauptet. In anderen Meldungen konnte vor einem amerikanischen Gericht der Beweis über die Existenz von „Corona“ nicht erbracht werden. War man selbst dabei? Es sind ja auch nur Informationen.

Der einzige Virus, der sich da wirksam verteilt, ist ein Mem, was die üblichen Denk- und Verhaltensmuster (Verdrängung („Bitte Abstand halten!“), Feindbildprojektion („Der andere kann mich ja anstecken und ich kann daran sterben.“) und Gehorsamsbereitschaft („Ich muss da mitmachen, sonst bekomme ich Probleme.“) triggert.

Durch diese drei Mechanismen lässt sich die gleichgeschaltete Masse in jede gewünschte Richtung bugsieren und unten halten, da ihr jegliche Mittel fehlen, sich dagegen zur Wehr zu setzen scheinen, weil sie eben auch an ihren Konventionen und Wertvorstellungen festzuhalten gedenkt, also dem Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier, Zahlenreihen auf dem Konto und eben der Glaube an den Wert der eigenen Arbeit.

Was mal als „gerechter Gedanke“ vor ein paar tausend Jahren begann, entpuppte sich zunächst als Gewohnheit und später als Erwartungshaltung und damit auch Abhängigkeit.

„Klappe zu, Affe tot!“

Solange sich die Massen selbst auf arbeiten gehen, Geld verdienen und wieder ausgeben reduzieren, sind sie selbst entschlossen nahezu fremdbestimmt, während ihre „Herren“ nur mit der Existenzangst der Massen zu spielen brauchen und dabei die „Bösen Wichte“ mimen.

Der Deutsche ist mittlerweile wieder im Modus des Aussitzens angekommen – wenn er den jemals verlassen hat.

Ist das schlimm? Nicht für jemanden, der a) den ganzen Käse nicht mehr mitmacht und b) für all jene, die es gewohnt sind Themen zu ignorieren, die sie selbst betreffen, es sei denn der Fußball fällt aus oder der Urlaub, was um einiges schlimmer ist und „man“ ja sowieso nichts machen kann.

Wer kommt schon auf die Idee, dass man aus der Nummer nur herauskommt, wenn man sich über das alles geistig hinaus entwickelt – vereinfacht ausgedrückt. Das Opfer wird natürlich immer Widerworte gegeben und Zweifel anmelden und sich fragen, was es davon hat. Dies gehört zur Rolle des Opfers und des Sklaven.
Rollen, die natürlich niemand spielen will, jedoch häufig „gelebt“ werden – eben bedingt durch die gesellschaftlichen Konventionen und Wertvorstellungen. Darin liegt auch die Möglichkeit der entschlossenen Selbstbefreiung. Denn es gibt keinen anderen „Erlöser“, als man selbst. Darauf steuert das ganze Tamtam unablässig zu.

Die Rolle des Selbstversklavten wird sich auch gern schöngeredet – vor allem dann, wenn man schon „viel“ erreicht hat und sein Eigen nennen darf – im Schweißes seines Angesichts. Jedoch darf man sich nicht wundern, wenn der systemische Kipppunkt überschritten irgendwann ist.

Eine gehorsame und existenz- und obrigkeitsgläubige Bevölkerung hört auf ihre, nur „das Beste“ für sie wollenden Herrschaften und verfällt nicht den Verlockungen der Freiheit.
Ihnen genügen wohlwollend zugestandene Freizügigkeiten und Freiheiten als Billigausgaben der Freiheit und ebenso wohlwollend zugestanden, auch die restlichen „Grundrechte“.

„Bevölkerungstechnisch“ trifft man sich zur Diskussion, welche der Herrschaften denn das nächste Mal nach besten Wissen und Gewissen „das Land regieren“ werden. Bei den Diskussionen zählen natürlich gesammelte Fakten!

„Wo kann man denn nachlesen, dass das Bundeswahlgesetz nicht mehr gültig ist?“

Kollektiv wird sich mit den Symptomen des Systems auseinandergesetzt und gehofft, dass es auch morgen noch ein bisschen weitergeht – schließlich hat man ja etwas zu verlieren und die Politik hoffentlich für alle „die Kohlen aus dem Feuer holt“.

Wer kommt schon auf die Idee, dass das kollektive Brimborium insgesamt vorbei ist, mangels geltender Gesetze, allem voran das Bundeswahlgesetz, was dafür sorgt, dass die Person nicht mehr wählen darf, die der Mensch unwissentlich spielt.
Denn so etwas wie ein Staat konstituiert sich aus Personen und nicht aus Menschen. Hier nochmals erinnernd an die Rede zur Verleihung des westfälischen Friedens von Helmut Schmidt in 2012.

Und wer sich dennoch mit den Hintergründen von „Corona“ und Viren auseinandersetzt, hat ja nicht die richtige „Ausbildung“ oder den passenden Titel. Es gibt immer eine Möglichkeit, jemanden zu diskreditieren.
Doch spielt das überhaupt keine Geige, da es die eigene Überzeugung ist, die letztlich keiner Überzeugung anderer bedarf.

Hat man die systemischen Grenzen erst einmal nachhaltig überschritten, ist es, als ob man „von außen“ in eine Hölle zurückblickt, wo sich mit viel Gekeife und Geheule der angestaute Frust von der Seele gekotzt wird, was jedoch mehr nicht bringt.

Wer weiß schon, dass er über seine gewohnten Denk- und Verhaltensmuster das System aufrechterhält, während er sich vielleicht leidenschaftlich mit den Symptomen des Systems auseinanderzusetzen weiß, also der gewohnten Symptombekämpfung nachgeht?
Diesem Umstand kommt hinzu, dass sich die Bevölkerung gegenseitig keine relevante Meinung zugesteht, da man zu entsprechen und zu gehorchen hat und Probleme zu meiden versucht. In der Regel will man seine Ruhe, also irgendwelchen Schmerzen aus dem Weg gehen. Nicht zu vergessen, man hat ja auch was zu verlieren.

Zwar wird die Einschränkung der Rede- und Meinungsfreiheit mitunter heftig kritisiert, jedoch von den Kritikern genauso beschnitten wo es geht, während mit dem Finger auf die „bösen Politiker“ gezeigt wird.
Gefällt Ihnen das? Mir schon. Wenn Sie weitere Beiträge auf diesem Blog lesen, dann wissen Sie auch warum: Man wächst daran, sich nicht vom gewohnten sozusagen „übertrumpfen“ zu lassen.

Und diese ganzen „Was wäre wenn“-Konstrukte, die so mancher zur Rechtfertigung seiner Argumente aus dem Hut zaubert, kann er sich getrost ersparen.
Sie arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie die Rechtsprechung, wenn sie mit Möglichkeitsformen um sich wirft, die jedoch keine Tatsächlichkeiten sind, während die Geldgierigen jedoch Tatsächlichkeiten darin zu erkennen meinen, um ihr Handeln zu rechtfertigen.

„Nehmt euch soviel, wie ihr tragen könnt.“

Die „tägliche Sau durchs Dorf zu treiben“, während sich dabei mehr oder weniger nur das Maul zerrissen wird, führt den gewohnten Denker immer weiter vom Wesentlichen weg. Warum?

Er interessiert sich nach wie vor nicht für seine eigene Entwicklung und wie er mit dem System verbunden ist, dessen sicht- und spürbare Symptome er mitunter heftig zu kritisieren weiß.

Sich „objektiv“ zum Geschehen zu bewegen, also unabhängig von der Welt, stellt letztlich nur eine Art geistige Schutzmaßnahme dar. Es gibt jedoch keine objektive Haltung (zur Welt), höchstens eine sachliche Betrachtung.

Für das Wesentliche hat er so keine Zeit mehr und bewegt sich in einer für ihn vorgegaukelten Welt künstlich hochgetakteter Wichtigkeiten. Und weil er es nicht anders kennt, lässt er sich durch allen möglichen Tinnef bequem ablenken.

„Come Mr. Taliban, tally me banana.“

„Wenn du die Wahrheit rausfinden willst, niemand sagt dir je die Wahrheit. Alle erzählen dir nur ihre Version. Also, wenn du die Wahrheit willst, gibt’s nur eins: Geh‘ los und such‘ sie! Tatsächlich ist das, wo die wahre Macht liegt, in deiner Entschlossenheit, hinter die Fassade einer Story zu sehen, jeder Story. Und solange du weitersuchst, bist du eine Gefahr für sie. Genau davor haben die Angst – vor dir. Es dreht sich alles um dich.“ „Julian Assange“, Inside Wikileaks, 2013

Dabei gibt sich der Gewohnte recht schnell mit den Billigversionen von „Wahrheit*“, „Gerechtigkeit“, „Vernunft“, „Gewissen“, „Frieden“ und „Freiheit“ zufrieden.

*“It’s true, but not truth.“ (Anmerkung: Wahrheit ist nochmals etwas anderes als eine wahre Aussage.)

Die Wahrheit wird gerne für sich gepachtet, was jedoch ein Irrglaube ist, da es in der Regel nur um wahre oder unwahre Aussagen geht, basierend auf Logik, die ebenfalls ein Werkzeug ist, um das Unbegreifbare für den Verstand erfassbar zu machen.

Dass Zahlen grundsätzlich eine Erfindung des Menschen und Symbole sind, kommt kaum jemandem in den Sinn.

„Ja, das ist der Unterschied zwischen Wahrheit und Fiktion. Die Fiktion muss einen Sinn ergeben.“ „Oberst Wexler“ zu „Agent Salinger“, The International, 2009

Dafür ging man zur Schule, wo 1 plus 1 gleich 2 „ist“, wo man unter anderem die „natürlichen Zahlen“ lernte. Nützliche Erfindungen, solange dabei das Leben selbst nicht vergessen wird.

„Was, wenn wir uns entscheiden, nur noch in einer Realität zu leben, die wir selbst geschaffen haben? Macht uns das zu Wahnsinnigen? Und wenn ja, ist es nicht immer noch besser, als ein Leben in Verzweiflung?“ „John Brennan“, The Next three Days, 2011

„Die Menschen betrachten sich als einzigartig. Ihre gesamte Existenztheorie beruht auf ihrer Einzigartigkeit. „1“ ist ihre Maßeinheit. Aber so ist es nicht. All unsere Kommunikationssysteme sind nur ein hilfloser Versuch. „1“ plus „1“ gleich „zwei“. Mehr haben wir nicht gelernt.
Aber „1“ plus „1“ war noch nie gleich „zwei“. Tatsächlich gibt es keine Zahlen und keine Buchstaben. Wir benutzen Symbole, um unsere Welt auf menschliche Größe zu reduzieren, damit sie verständlich ist.
Wir haben ein System erschaffen, dass uns das Unergründliche vergessen lässt.“ „Lucy“, Lucy, 2014

„Unsere größte Angst ist nicht unzulänglich zu sein. Unsere größte Angst besteht darin, grenzenlos mächtig zu sein. Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten. Es dient der Welt nicht, wenn du dich klein machst. Dich kleinzumachen, nur damit sich andere um dich nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes. Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. Es ist nicht nur in einigen von uns. Es ist in jedem Einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen, geben wir damit unbewusst anderen die Erlaubnis, es auch zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.“ Coach Carter, 2005

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