Über die Aufmerksamkeit

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(v1.0) Vielleicht wird es heute ja nur ein recht kurzer Beitrag. Es ist ja auch sehr ruhig – zumindest hier bei mir. Gestern zeigte mir ein Bekannter ein Video auf Facebook, ich bin ja da nicht mehr „drin“.

Das Video zeigte einen Typen, dessen Fahrzeug abgeschleppt werden sollte und es ging sehr hysterisch zu. Der Typ drehte durch und rief die amerikanische Militärpolizei an und versuchte einen Verstoß zu melden. Auf Anraten derer sollte er dann den Staatsanwalt anrufen.

Ich ging kurz mal weg und das was ich dann noch sehen konnte, war der Typ, der auf dem Dach seines Autos lag und irgendwie von den POLIZEIbediensteten festgehalten wurde, während jemand anders am Boden fixiert wurde.
Mein Bekannter sagte noch, der Typ hätte 30.000 Euro Schulden und fragte mich, was denn das alles bedeuten würde.

Der „Hektische“ hätte sich mal die Zulassungsbescheinigungen Teil 1 und Teil 2 anschauen sollen. Ungeachtet, dass sowieso niemandem etwas gehört – ob mit oder ohne S.H.A.E.F. (Anmerkung: Es ist lediglich Teil des Puzzles).

Der schnelle Flug über die neuesten Video- und Beitragsüberschriften zeigt weiterhin die ungebrochene Auseinandersetzung mit Symptomen und den immer noch falschen Fragen. Die ältere Garde der Aufklärer scheint sich zurückgezogen zu haben.

Wenn jeder nur die Rolle des Aufklärers spielt, also alle nur reden um des Redens willen, dann fehlt eindeutig das Hinhören, denn nur so kann sich auch etwas verändern.

Doch lieber übt man sich in der gewohnten Schuldzuweisung und hat den „Bösen Wicht“ schon lange ausgemacht, der sogenannte „Deep State“. Der ist an allem schuld.

Dass sich eine hierarchische Ordnung aus für Unterwerfung belohnten Untergebenen und ihren wohlwollenden Herren konstituiert, wird immer noch geflissentlich übersehen. Denn wer will schon die Mitverantwortung tragen? Schließlich sind Opfer von ihrer Rolle her ja grundsätzlich unschuldig. Nicht wahr?

Dass die meisten nicht über ihr Handeln reflektieren, während den anderen die passenden Argumente fehlen, bin ich heute über ein Video einer Frau gestolpert, die etwas von nebeneinander liegenden Eingängen aus denen man herausgeht und Ausgängen durch die man reinkommt gesprochen hat.

Wenn Sie ein richtig fettes Argument für ihr gegenüber zur Hand haben mögen, dann versuchen Sie es mal über die Erklärung des stattfindenden Faschismus.
Denn mit so mancher Einstellung, die der eine oder andere gehorsamsbereite und auf Belohnung hoffende Mitarbeiter an den Tag legt, war es erst möglich, dass sechs Millionen Juden in den KZs umgekommen sind.

„Ich bin nur der Erfüllungsgehilfe meines Dienstherren.“ Filialleiter einer Sparkasse in Bachrain/Künzell
„Mit so einer Einstellung sind sechs Millionen Juden umgekommen“, war dazu die passende Antwort.

Doch die meisten trauen sich das nicht und das lässt sie sich weiter gegenseitig „in Schach halten“.

Es geht auf der einen Seite nur noch um Gehorsamkeit und auf der anderen um angepasste Leisetreterei. Beide auf Schmerzvermeidung gedrillt, während die Hoffnung auf die nächsten, trotzdem nicht mehr rechtmäßigen „Bundestagswahlen“ (Erkieren der Geschäftsleitung), wohl gerichtet ist. Die Hoffnung auf Rettung durch „gerechte Vorgesetzte“.

Damit das überhaupt erst funktioniert, herrscht bei beiden Systemteilnehmern die Vorstellung, dass sie etwas verlieren könnten – was übrigens bei dem hektischen Hysteriker wegen seines Autos genauso war. Es gibt kein System der alten Ordnung, wo man nur einseitig Vorteile zieht.

Es gibt jedoch eines, wo die Vorstellungen über die Notwendigkeit von Macht, Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut und das einem etwas oder jemand gehören würde, keine Bedeutung mehr hat.

Tja, das hat man davon, wenn man sich nicht organisieren kann – besser: nicht organisieren will und Informationen für so manchen „auf der Strecke bleiben“.

Persönliche Befindlichkeiten lassen die gewohnten Teilnehmer irgendwann an ihren eigenen Grenzen scheitern.

Dennoch ist es eine hervorragende Zeit, die eigenen (anerzogenen) Grenzen kennenzulernen und auch zu überschreiten, denn nur so kann Entwicklung stattfinden, wo die bisherigen, anerzogenen Denk- und Verhaltensmuster, also das System IN dem der Mensch unbewusst IN einem Rollenspiel unterwegs war, ebenso infrage gestellt werden.

An diesem Punkt wird es dann recht schnell ruhig und so mancher „Großhals“ trollt sich dann kleinlaut von dannen.

Mit dem Deutschen (juristischer Begriff) kann man keine Revolution veranstalten, da der am Montag ja wieder Arbeiten und Geld verdienen muss.

Es wäre auch reiner Blödsinn, denn er würde ja nur einem anderen „Führer“ hinterherdackeln.

Von denen hat er ja schon reichlich und mit denen will er es sich ja nicht verderben. Schließlich will er ja auch „leben“.

Es schwingt immer etwas Sarkasmus in diesen Worten mit, was Absicht ist.

Was im Kern auf dem Spiel(!) steht, ist das Erreichte aus Macht, Geld, „Eigentum“, „Besitz“, Hab und Gut, verbunden mit der Vorstellung, dass einem etwas oder jemand gehören würde.

Die aktuelle Zeit hat an sich einiges Positives zu bieten. Man erkennt, wer man selbst ist – vorausgesetzt, man ist in der Lage darüber zu reflektieren.

So mancher Mitarbeiter spielt sich als „kleiner Cäsar“ auf und so offenbart er sich als Teilnehmer des „Deep State“ und des Faschismus wie auch all jene, die sich dem Gebaren jenes Emporkömmlings unterwerfen. Trotzdem ist es nur ein Rollenspiel, was jedoch mehrheitlich nicht erkannt wird.

Man hat es geschafft, dass sich die Gesellschaft nun sichtbar gegenseitig unten hält. Und das nur, weil die anerzogene Gehorsamsbereitschaft, die Vorstellung der Entsprechung, Verdrängungskonzepte und damit verbundene Feindbildprojektion immer wieder greifen können.

Eben weil sich damit so gut wie gar nicht auseinandergesetzt wird, weil es einen am Ende ja auch selbst betrifft.

Das alles wirkt auf mich wie durch ein Fernglas, was man nach einer Weile dann beiseite stellte und sich den Dingen widmet, die wirklich der Aufmerksamkeit bedürfen.