Hinter dem Horizont

(V1.2) Themen, die den Wandel berühren, sind ja stets eine lockende Herausforderungen, blicken wir mittlerweile auf einige tausend Jahre menschlicher Entwicklung zurück und wie sich der Mensch mit allerlei Modellvorstellungen und Ideologien bisher so durchs Leben schlug, die einen innergesellschaftlichen wie auch geistig-gesellschaftlichen Bezug zu definieren suchte – sichtlich dabei etwas vergessend.

In einem Paradigmenwechsel, wie wir ihn global erleben, steht jedoch alles auf der Seite der Infragestellung – Global Inquisition Time.

In diesem Umfeld darf der oft verzerrt dargestellte Zionismus natürlich nicht außer Acht gelassen werden: Theodor Herzls, David Wolffsohns und Max Bodenheimers Idee eines eigenständigen jüdischen Staates, erstand aus den Geschehnissen der Dreyfuß-Affäre.
Doch auch im langzeitlichen Vorfeld jüdischen Glaubens bestanden Ambitionen, diesen Wunsch in die Realität umsetzen – und nicht erst auf die „Bemühungen Gottes“ warten zu wollen.

„Um die genauen Anfänge des Zionismus zu benennen, bedarf es eines Rückblicks bis 2000 Jahre vor unserer Zeit. Bereits nach der Zerstörung des ersten Tempels durch die Babylonier und die Vertreibung der Juden aus ihrem Heimatland Israel, entstanden  Sehnsüchte nach einem eigenen jüdischen Staat, in dem es möglich ist, die eigene Religion friedvoll und ohne Auseinandersetzungen mit anderen Völkern  auszuüben.“ Zitat, Judentum.de

Man sieht, ein schweres Unterfangen, getrieben von Antisemitismus; in seiner Bedeutung als „Vertreibung von Juden“ sowie der Verfolgung durch die Nationalsozialisten im 3. Reich mit „Frontmann“ Adolf Hitler, seinen „Konsorten“ und allem, was damit einherging.

Noch lange vor dem WKII-Tohuwabohu, wie auch dem durch englische Befindlichkeiten ins Leben gerufene WKI (siehe Arte: Die Ursachen des ersten Weltkrieges), warf sich Herzl ins Zeug und organisierte ab 1897 bis 1903 die ersten Zionistenkongresse, deren Inhalte sich mit der Entwicklung eines wirksamen und anerkannten jüdischen Staates in der Welt beschäftigten.

Man kann Judah Leib Pinskers im Raum stehende „jüdische Frage“ also mit dem Wunsch nach Gründung eines eigenen Staates als beantwortet sehen – mit einem Staatsvolk, einem Staatsgebiet und einer Staatsgewalt – in Ausübung des jüdischen Glaubens.

Doch warum sollte es immer wieder verhindert werden und warum gestaltet sich dieses Engagement auch in der heutigen Zeit mehr als Unruheherd?

„Ring Frei für „freien Willen“ und auf zur nächsten Illusionsrunde.“

Klassisch betrachtet mag man sich wieder in der polarisierenden Ecke aus Schuldzuweisungen und Rechtfertigung aufhalten, was jedoch nicht jenen Positionen entspricht, aus der man von der einseitigen Problembetrachtung zu einer zugänglichen, wie auch dialektischen Lösungsorientierung gelangt.

Eine wahre Herausforderung.

Als wir uns die Tage mit dem Zionismus beschäftigten, fiel mir ein Muster auf, was das Ganze (Augen rollend: „Wie immer.“) bis zum heutigen Tage durchzieht und nicht nur seit Theos Engagement seine Anfänge findet – ein Muster, was sich in der Mehrheit heute bekannter Ideologien eine „Wesenheit“ bildet.

Denn was hat es sich mit der Vertreibung im eigentlichen Sinne auf sich, verbunden mit der Frage, wem nutzt es und was ist der eigentliche „Kampf“, dem wir seit Jahrtausenden beiwohnen – mehr oder weniger bewusst involviert sind – oder bisher dafür herzuhalten schienen?

Die Babylonier haben mich darauf gebracht, die sich bereits mit Gesetzen, Leistungsentlohnung und Projektorganisation beschäftigt und Banken den Königen „Geldmittel“ zur Verfügung gestellt haben, um Kriege zu führen.

Methoden und Werkzeuge, bei denen der Mensch versucht durch künstlich geschaffene Mechanismen eine von Menschen „kontrollier- und bewertbare“ Realität schaffen zu wollen. Na, wenn das nicht wieder alles auf jenen Prinzipien der alten Weltordnung, der lieben Hierarchie basiert.

Wirft man in diesem Umfeld den Begriff „Gottes auserwähltes Volk“ in den Raum, so steht dieser mit dem vorhergehenden Absatz schlichtweg im Widerspruch. Es kann also nur knallen.

„Die Menschen betrachten sich als einzigartig. Ihre gesamte Existenztheorie beruht auf ihrer Einzigartigkeit. „1” ist ihre Maßeinheit. Aber so ist es nicht. All unsere Kommunikationssysteme sind nur ein hilfloser Versuch. „1” plus „1” gleich „zwei”. Mehr haben wir nicht gelernt. Aber „1” plus „1” war noch nie gleich „zwei”.

Tatsächlich gibt es keine Zahlen und keine Buchstaben. Wir benutzen Symbole, um unsere Welt auf menschliche Größe zu reduzieren, damit sie verständlich ist.

Wir haben ein System erschaffen, dass uns das Unergründliche vergessen lässt.” Lucy, 2014

Aber das wäre nur allzu einfach, es auf einen Disput zwischen Glaubens- und/oder Volksgemeinschaften reduzieren zu wollen. Es existiert etwas, was das Ganze täuschend überlagert und sorgt so für das ganze Gezeter.

Denn im Kern haben wir es wieder nur mit der Überlagerung der natürlichen Ordnung durch den „Widersacher Hierarchie“ zu tun.

Die natürliche Ordnung, deren Prinzipien auf den universellen – im Falle einer Glaubensgemeinschaft – auf den göttlichen Prinzipien basiert. Was letztlich auch unter den Begriffen holistisch, kosmisch und ganzheitlich zu verstehen ist.

Da sich das Alte so verbissen hartnäckig zeigt, schickt man sich lockeren Schrittes an, die Prinzipien der natürlichen Ordnung in die Welt zu tragen, und dies führt so zum wahrgenommenen Wandel.

Einer Ordnung, in der der Mensch sich im Einklang im göttlichen Ganzen bewegt, das Göttliche verinnerlicht – ihn berührend, ohne einen „Vorgesetzen“. Dabei gilt es so manches konditionierte „Verhaltensmuster“ in sich selbst aufzulösen.

Doch ist es nicht verwunderlich, wenn Menschen sich (gedrängt) dazu entscheiden, etwas schaffen zu wollen, was ihnen Sicherheit gewährleisten soll, teils weil man sich vom Vertrauen ins Göttliche schon lange abgewendet hat, mit Vorgesetzen, die einen sagen was richtig sein soll.

„Der Einzige der straft, ist der Mensch. Das Göttliche kennt nur seine Bewusstwerdung und diese kann man gegen Belohnung im Außen (Schaffung von Abhängigkeiten und deren Ausrechterhaltung) abgeben – zumindest eine Weile. Also, ab in die Schule des Lebens – bis Ihr es begriffen habt – alle Zeit der Welten.“

Die Steilvorlage finden wir im Gleichnis von Esau und Jakob: die Aufspaltung von Wertschöpfung und Vernunft in jene beiden „Völker“ – verantwortungsloser Wertschöpfer, „vernünftiger“ Kaufmänner – und Jakobs Mütter, als stellvertretende, letzte Instanz alles Geborenem. Die „Beratung“ des „Verantwortlichen“ über die „verantwortungslos Handelnden“.

„Bist Du noch beschäftigt oder tust Du schon etwas Sinnvolles?“

Und da weder Esau noch Jakob ihre eigentliche Aufgabe zu kennen schienen, waren sie fortan alle auch (frei)Willige der Manipulation. Und doch… alles hat seinen Sinn.

„Wenn Du merkst, dass etwas widerständlich ist, ist dies lediglich ein Signal für einen falschen Weg und es wurde nicht weit genug vertraut und gedacht.“

Greifen wir nochmals diese Vertreibungen, Ausgrenzungen und Stigmatisierungen auf.

Ausgrenzung geschieht automatisch dann, wenn eine Veränderung im Bewusstseinszustand erreicht wurde, der „nun“ diametral dem mehrheitlich Bestehenden resonanz-technisch gegenüber steht, sich in der Kommunikation ein Bedeutungswandel der Begrifflichkeiten vollzieht und dies fortan zu Missverständnissen und -deutungen führt.

Der Bewusstseinswandel ist ein natürliches Phänomen und lässt sich zumindest eine Weile durch Ablenkung und Beschäftigung unterdrücken – letztlich jedoch ohne Erfolg, wie man sieht.
Denn in der Stille lauert die göttliche Kraft des Wandels, der Information aus dem Ganzen, damit verbundener Anpassung und der eigenen Aufgabe. Denn das Ganze versucht sich durch den Menschen selbst verstehen zu wollen, während die Materie nur ein vergängliches Hologramm der Erinnerung darstellt.

„Die Klagemauer selbst ist nur ein Spiegel der eigenen, inneren Leere. Da kannst Du noch soviel greinen, wimmern und brüllen.“

Im Kern haben wir es mit zwei Konditionierungen zu tun, deren eine vordringlich „ersatzgöttlicher“ Natur ist (Geld, gelt, gilt, Vertrag im Außen, bei innerer Leere) und damit verbundene Denk- und Verhaltensmuster wie auch Organisationsprinzipien, wie gewählte Unverantwortlichkeit und Unvernunft und auf der anderen die natürliche Ordnung, deren göttlicher Atem durch vernunft- und verantwortungsvolles Tun geprägt ist. Vereinfacht ausgedrückt.

Geld ist hierbei nur jene Energie, um die notwendige Komplexität zu schaffen. Aus der so geschaffenen Quantität ergibt sich durch den Quantensprung (irreversible Entscheidung) eine neue Qualität. Ein prima Argument, was die „bösen, bösen Bankkaufleute“ nun auf eine sinnvolle Ebene vergebend hebt.

Beide Strukturen (hierarchische und kosmische Ordnung) sind wiederum wechselwirkende Teilsysteme des göttlichen Ganzen und alles überlagernden Selbsterkennungs- und Selbstbewusstwerdungsprozesses: Bestehend aus dieser geschaffenen Realität, die nichts anderes ist als eine Schule mit eigentümlicher „Lernthematik“ (Belohnung für das falsche Tun), dem stattfindenden Wandel und dem Verlassen dieser Schule aus Spielen und Beschäftigung, Belohnung fürs Artig- und Bestrafung für das Unartigsein.

Es ist also vollkommen gleich, wie man sein ideologisches Kind tauft und was man an Vorstellungen und Wunschdenken hineinpackt: Wer Sicherheit sucht, dem fehlt das Vertrauen ins Göttliche und so begibt er sich in die Hände der Kaufleute und Betreuer – letztlich ist es jedoch nur eine Schule des Lebens, aus der man irgendwann „entlassen“ wird.

„Frieden ist die Abwesenheit aller inneren Engpässe.“

Und Heimat ist dort, wo das Herz höher schlägt – ebenfalls im Inneren.

Und Harmagedon?