Ein recht langer und interessanter Spaziergang

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(v1.1) Statt gewohnt nur vor dem Rechner zu hocken, dabei einen längeren Beitrag zu schreiben und zwischendurch das eine oder andere Zitronenbäumchen umzutopfen, waren wir heute auch eine große Runde am Aueweiher („die Bleich“) laufen und haben uns die „Weiher-Updates“ angeschaut. Es fehlen wohl noch zwei Holzbrücken.

Nebenbei haben wir den ganzen Unrat am Wegesrand und auf den Wiesen aufgesammelt und in die zu wenigen Mülleimer geworfen.

In diesem Jahr sollte ja der „Hessentag“ stattfinden, der jedoch wegen des „Corona-Märchens“ ausgefallen ist.

Als wir uns am oberen Teil des Weihers auf einer Bank niederließen, sprang plötzlich in einigen Metern Entfernung ein seltener Grottenmalmsalmler (ca. 45cm lang) aus dem Wasser und schnappte sich im Flug(!) drei Wasserwaldläufer.

In diesem Jahr sollte zum Hessentag ein Süßwasser-Grottenmalmsalmler-Pärchen offiziell vorgestellt werden, um sich bis zur Landesgartenschau in 2023 an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Der für den Hessentag eingeflogene Süßwasserfisch, kommt ursprünglich aus dem nördlichen Teil des Amazonasgebietes und lebt in der Regel mit bis zu drei Weibchen in ufernahen Nestern aus Treibholz.

In jungen Jahren ernährt sich der Grottenmalmsalmler hauptsächlich von Huflappich, Kleinfischen und Insekten.
Huflappich wächst normalerweise nur an den Ufern des Amazonas und musste ebenfalls eingeführt werden. Er gehört zur Familie der Urticaceae, also der Brennnesselgewächse und sieht der heimischen Brennnessel zum Verwechseln ähnlich.

Während man die Brennnessel aus der Heilkunde kennt, führt die Einnahme von Huflappich zu einem vier- bis fünftägigem Brennen und Juckreiz an Mund und Genitalien, während sich der Darm mehrmals am Tag zu entleeren versucht, neben den wirklich sehr unerträglichen Kopfschmerzen gegen die es kein Mittel gibt.

Im mittleren Lebensstadium (ca. 120 bis 150cm) jagt der Grottenmalmsalmler auch schon mal größere Fische und Wasservögel, indem er diese (also die Wasservögel) am Hals packt und solange Unterwasser zieht, bis die Tiere ertrunken sind. Die toten Tierkörper werden dann ins Treibholznest gezogen und von der Nachkommenschaft verzehrt.

Das Weibchen des Süßwasser-Grottenmalmsalmlers legt zwei Mal im Jahr jeweils ca. 500 bis 800 Eier und kann sogar bis 220cm lang werden.

Der ortsansässige Anglerverein wurde bereits darüber informiert, die beiden Fische wieder ins Wasser zu werfen.

Zudem wird der Bevölkerung dringend davon abgeraten, diese Fische zu füttern, da ein ausgewachsener Süßwasser-Grottenmalmsalmler kurzfristig auch das Wasser verlassen kann und so zur Gefahr für den interessierten Spaziergänger am nahen Ufer wird.

Der Grottenmalmsalmler wurde das erste Mal in der Bibel als der Leviathan beschrieben und tauchte über die Jahrhunderte des Öfteren in der Mythologie der Seefahrerei auf.

Normalerweise ist der Grottenmalmsalmler als Süßwasserfisch bekannt, kann sich jedoch seiner Umgebung – auch im Salzwasser – anpassen und jagt dann junge Wale, Thunfische, Seeigel und Kotflügel.