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Konditionierung „Weitsichtigkeit“

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Vorgestern fiel mir in einem Gespräch mit Angelika wieder etwas auf, als wir über das übliche Verhalten problem- und opferorientierter Nachrichten und Meldungen auf Facebook sprachen.

Denn den meisten Meldungen geht eine Gemeinsamkeit voraus, die man mit „hilflosiger Weitsichtigkeit“ bezeichnen mag. Denn wird sich mehrheitlich auf Sachverhalte konzentriert, die in weiter Ferne liegen und an denen man, außer darüber zu klagen und zu wehleiden, sowieso nichts tun kann – außer jene, die direkt vor Ort agieren.

Am besten erkennt man dies, wenn ein neuer Planet in einer anderen Galaxie gesucht wird, irgendwo in der Ukraine der dritte Weltkrieg zum vierten Mal ausbricht und hier und da geschossen wird (während der Kameramann den Kampf als „teilnahmsloser, objektiver Beobachter“ die Szene festhält, Nordkorea wieder mal als „Bösewicht“ herhalten soll, die europäische Welt mit Ausländern „geflutet“ wird (wo so mancher Blog nur noch zum Vorbild für notwendige Polizeiarbeit degeneriert) oder ein Flieger mal wieder „Rauchende Colts“ am Himmel spielt oder man sich auf Grundlagen stützt, die nur im „eigenen Königreich“ Gültigkeit zu besitzen scheinen.

Dann wird sich zusammengefunden, um irgendwo bei „woanders“ zu spenden, während im nahen Umfeld die Realität „gemieden“ wird.

„Mutti, der Mann hat kein Geld.“ „Ja. Der ist aber nur zu faul zum Arbeiten und liegt uns allen auf der Tasche.“

Stets findet sich ein amüsanter Grund, seinen Opferkonditionierungen das notwendige Futter hausgemachter Hilflosigkeit verabreichen zu können. Jammern ist ja so was Tolles. Eine Runde Mitleid für die Opferfürsorge. Eine schweigende Klagemauer, als Spiegel leerer Köpfe.

Das Opfer selbst verfangen in Diskussionen, Detailverliebtheit und Besserwissertum – das „Eigentliche“ und Wahre außer Acht lassend – in Gründung die Gruppen „Anonyme Opfer“ und „Arbeits- und Intertessengemeinschaft Opfer“. Die goldene Ära der Klageweiber.

Je weiter das wahrgenommene Problem von der eigenen Handlungsfähigkeit entfernt ist, um so besser für das Opfer. Da es bereits genügt, wenn in seinen Gedanken sein kleines Ego-Lebchen mal wieder in einem Atompilz schreiend verglüht, während die Haut bei lebendigem Leibe abfällt.

Ob hier die Frage an den Kaufmann berechtigt ist, dass ein Märchen über die totale Zerstörung allemal günstiger ist, als der tatsächliche Bau und die Verabreichung einer Atombombe?

Mit dem Computer kann man ja auch viel Unfug machen. Zeigte sich dies mal in einem Video, wo Israel angeblich eine Atombombe geworfen haben soll. Es war erkennbar, dass es sich um tricktechnisch ausgereifte Computeranimation gehandelt hat. Denn sonst hätte man ja irgendwo noch weitere Videos gesehen – außer auf Youtube. Propaganda und übliche Hetze herrschen also auf allen Seiten.

„Informationskrieg findet nur in den Köpfen statt. Und da dort oft nicht viel drin ist, ist viel Platz für allen möglichen Dünnpfiff.“

Mit der Vorstellung einer objektiven Welt, macht sich der Mensch selbst hilf- und machtlos, trennt sich ab und lebt in der Illusion der eigenen Unverantwortlichkeit.

Die Verbreitung und Annahme von Informationen, die möglichst weit weg vom Handlungsradius des Informationsempfängers sind, sind ein beliebtes Mittel, die selbstgewählte Ohnmacht und damit verbundene Beauftragung anderer (jenem ungeschriebenen Gesellschaftsvertrag) weiter aufrechthalten zu wollen.

Es entsteht im Kern eine paradoxe Situation, in der Mutti und Vati von „anderen bösen Geistern“ erzählt, vor denen sie ihre eigenen Kinder gleichzeitig zu „schützen“ sich erkoren sieht. Sicher funktioniert das auch ganz prima in jedem anderen Land auf dieser Welt und sorgt so lokal für verhaltensgerechte und gehorsame „Kinder“, die natürlich betreut und beaufsichtigt werden müssen.

„Man bekommt immer das, was man sich nimmt. Stimmt’s, Mutti?“

P. S. „2030 – Aufstand der Alten“ zeigt hervorragend die Illusion der Objektivität, dass ein ZDF auch dann noch existieren soll, wenn schon lange keine GEZ mehr bezahlt worden ist.

Auf dieser Ebene: Durch die „Beobachtung des Beobachters“ können wir die geschaffene Illusion künstlicher Objektivität erkennen. Man spricht hier auch von „Kybernetik der 2. Ordnung“.