Ich sag’s doch: Die anderen müssen einfach nur mehr arbeiten!
(v1.1) Zehn Minuten habe ich nun wirklich intensiv darüber nachgedacht und sogar mit mir „systemisch konsensiert“: Es muss nicht logisch klingen, nur irgendwo viel Geld auftauchen, was es anschließend „nur gerecht zu verteilen“ gilt. Oder?
Wie meinte ein Bekannter im vergangenen Jahr? Warum drucken die nicht einfach nur genug Geld, damit jeder genug hat? Das klingt doch logisch. Da fällt das Arbeiten auch nicht so schwer… schließlich ist die Arbeit dann ja auch mehr wert.
Ist es jedoch nicht so, wenn viel Geld im Markt ist, ist dann nicht auch die Kaufkraft weniger wert? Was frag’ ich denn? Es muss nur genug gearbeitet werden!
Dann gibt es mehr Produkte und damit fallen auch wieder die Preise. Die sind ja auch wirklich unverschämt hoch. Laut einer Webseite, die Kindern den Begriff „Inflation“ erklärt, seien die Preise deswegen so hoch, weil die Leute viele Produkte kaufen würden und deshalb ein Mangel an Waren entstehen würde. Die sind also schuld.
„Chef, ich hab’ letzten Monat so viel verdient, damit ich den Sprit an die Arbeit und zurück nach Hause bezahlen kann.“ „Sei froh! Nicht jeder hat das Glück!“
Obwohl: Damit die Preise weiter unten bleiben, dürfen dann halt doch nicht so viele Produkte gekauft werden, sonst sind wieder nicht genug da, denn dann gehen die Preise ja wieder hoch.
Würde es nicht verrückt klingen, wenn jene, die die Produkte herstellen, diese im Geschäft auch noch teuer kaufen müssten. Gut, dass es da so etwas wie einen Werksverkauf gibt.
Damit nicht wieder alles „weggekauft“ wird, muss es doch so etwas wie Verkaufsgrenzen für Produkte und Dienstleistungen geben, oder? Was denk ich denn? Am besten fährt man mit: „Hauptsache ich hab’ genug… und zurückgelegt!“
Obwohl: Wenn die Preise wieder hochgehen, gibt es ja auch mehr Steuereinnahmen, um über die Umsatzsteuer den jährlichen Zuschuss für die Rentenkasse weiter aufrechterhalten zu können… alles für die Rente.
Der Chef hat letzten Monat gesagt, dass wir evtl. Kurzarbeit machen, weil unsere Produkte nicht mehr so häufig gekauft werden. Auch der chinesische Zulieferer hat bereits Preiserhöhungen angedeutet, während mein Chef hingegen schon über Entlassungen nachdenkt. Der Betriebsrat sei auch schon informiert.
Zuhause hat sich das recht schnell geregelt. Mit der Familie wird halt nur noch zweimal im Jahr in den Urlaub gefahren und der Kauf eines neuen Rechners wird erst mal um ein Jahr verschoben. Da müssen die Kinder halt nochmal ein Jahr mit dem Rechner weiter auskommen. Alle müssen einfach an ihre Familien denken.
Es ist auch mal gut, wenn alles teuer ist, da konzentriert man sich wieder auf das Wesentliche.
Ja, ja! Es wird einfach mehr gearbeitet, was zu höheren Steuern führt, die Rentner bekommen mehr, die Löhne steigen, der Wohlstand wächst. Die Kassen sind wieder voll. Alles bestens… bis jetzt kam die Regierung noch nicht auf die Idee, zusätzliche Grundschulden in die Grundbücher der Häuser einzutragen.
Wenn der Anteil inländischer Produkte gegenüber eingeführten Produkten einfach wieder erhöht werden würde…
Vielleicht ist das mit der GEZ auch so? Die Städte bekommen davon einen Anteil, haben jedoch die Verpflichtung ausstehende Beiträge einzutreiben.
Na, ab und zu will man schon seine Mango und seine „Advokado“. Die Tomaten aus dem Garten sind letztes Jahres auch nicht so „der Bringer“ gewesen.
Ist doch gut, dass man doch viele Produkte auch aus dem Ausland bekommt, wenngleich die Arbeitsumstände wohl nicht die besten sind, wie man hört.
Wenn wieder mehr gearbeitet wird, brauchen die Rentner vielleicht auch nicht mehr bis 80 Jahre zu arbeiten, sondern es werden einfach wieder mehr nachkommende Generationen in die Pflicht genommen. Mehr für jetzt!
Einem damaligen Bekannten hatte das Finanzamt durch den Steuerberater ausrichten lassen, er könne jetzt schon mal eine Rückstellung bilden. Das Finanzamt begründete das damit, schließlich würde er in den nächsten 25 Jahren ja noch genug Mieteinnahmen haben.
Natürlich brauchen wir auch Steuererleichterungen und Verzicht der Beamten auf einen Teil ihrer künftigen Pensionen. Die Preise müssen insgesamt runter und die Löhne rauf und Mieten werden dauerhaft gedeckelt. Wegen der Staatsschulden muss halt auch was gemacht werden, da sollen sich die nachfolgenden Generationen mal mit auseinandersetzen.
„Während die Märkte lernen, Intelligenz zu produzieren, modernisiert sich die Politik, steigert die Paranoia und versucht, die Kontrolle zu erlangen.“
Mit den Mehreinnahmen aus den im Ausland verkauften Produkten, lassen sich auch mehr Steuern einnehmen und wieder genug soziale Gerechtigkeit erreichen. Aber die anderen, die müssen einfach arbeiten gehen. Diese Faulenzerei kann sich kein Staat leisten.
Man könnte auch ein EU-Programm aufsetzen, so dass man selbst immer so viel Geld zur Verfügung gestellt bekommt, um damit die monatlichen Ausgaben dauerhaft zu bestreiten. Ein gesamtgesellschaftliche Entlastung. Dann wäre das mit den Beamten-Pensionen in den nächsten Jahren ebenfalls geregelt.
„100% Alpenmilch, jedoch nur 90g Packungsinhalt. Shrink Inflation.“
Ist das nicht herrlich eine Lösung zu haben? Man erarbeitet sich gemeinsam die notwendige Billigkeit der Produkte wieder herbei. Gemeinsam für Deutschland.
Jetzt muss nur noch irgendein Blödmann her, um ihm den ganzen Unfug glaubhaft zu machen.
Alte Frau im Bus in Recklinghausen: „Man muss heute froh sein, wenn man Arbeit hat.“
Mh…
Was wäre, wenn jemand nur erzählt hat, es gäbe eine Inflation. Dies jedoch gar nicht stimmt und nur eine aus der Luft gegriffene Behauptung sei, um damit ein nicht mehr zeitgemäßes Polit-System, sich ausdehnende Haushaltslöcher und überbordende Schulden in den Griff bekommen zu wollen?
Ich mag es mal so ausdrücken: Jeder hofft auf Lösungen, wo seine Person in einer langen Reihe von anderen Personen genannt und mitbedacht* ist, wenn es darum geht, auch morgen noch kraftvoll „mitzubeißen“.
* Jene, die bisher noch nicht genannt wurden, sind jene, die es wohl am Ende bezahlen werden.
Ein passendes Beispiel dafür, dass die Vorstellung von „sozialer Gerechtigkeit“ am Ende wohl doch nur eine Illusion ist, um sich als politische Dauerbeschäftigung etablieren zu wollen. Doch kann man sie immer wieder den gewöhnlichen Leuten als Einheitsmärchen auftischen. Die Politik stirbt an ihrer eigenen Verzweiflung und mit ihr all jene, die sich an ihren Rockschößen festhalten.
Kann es umgekehrt nicht auch sein, dass behauptet wird, dass viel Geld im Markt sei, um lediglich das Gesparte von den Konten zu locken?
Nachtrag: Wo waren da jetzt eigentlich „Angebot“ und „Nachfrage“?