Auffangbecken Parteien

Klassische Parteistrukturen, die sich mehrheitlich als hierarchische Organisationen präsentieren, schießen derzeit wie Pilze aus den Boden – in der Hoffnung, eine Art Mehrheit für sich zu erheischen. Dabei übersehen sie, dass zum einen das Vertrauen aktuell mehr und mehr fluktuiert, wie auch die strukturelle Unordnung gesamtsystemisch weiter zunimmt.

Parteiprogramme unterscheiden sich in der Regel nicht wirklich, wenn man sie mal gelesen hat. Denn sie sind darauf ausgelegt in der Regel nur von der Mehrheit wahrgenommene Symptome bekämpfen zu wollen. Man mag sich mit Schönreden hervortun, um Wähler zu gewinnen. Wähler. Ja.

Denn was jedem Parteimitstreiter jedoch selten auffällt, dass man immer jemanden „erwählen“ muss, der dann was tun soll – von dem er in seltenen Fällen Ahnung hat. Aber man hat ja wenigstens mal einen gewählt und damit das alte System der Verschiebung der Verantwortung ins Leben gerufen. Denn darum geht es im Kern. Alles andere ist nur weiter im Alten zu rühren, was man eigentlich zu verlassen gedenkt.

Da jene Erwählten selten Handlungsgrundlagen für die dargebotenen Probleme und damit verbundene Lösungen haben, es also nicht selbst lösen können, beschränkt sich ihr Handeln auf reden, delegieren sowie eigene und den Wähler Gewissen beruhigende Gesetzgebung oder das zur Verfügung stellen von Steuergeldern in Form von Geldtöpfen. Spätestens an dieser Stelle kommt die Frage auf, warum man jene denn gewählt hat.

Da wir es zu 99,5% immer nur mit Symptomen zu tun haben, ist das ein Dauergeschäft; sowohl für Pöstcheninhaber, wie auch für jene, die sich dann engagiert mit Symptomen beschäftigen.

Was man mehrheitlich jedoch übersieht, hat man es in der Regel mit hierarchischen Strukturen zu tun, die das Alte manifestieren, statt das wirklich Neue zu entwickeln. Denn bewegt sich die 99,5% Mehrheit nach wie vor in einer Welt des Wunschdenkens und Beibehaltung alter Gewohnheiten und Besitzstandswahrung. Hinzukommt der Wunsch nach Geldmitteln, um etwas zu bewegen. Was letztlich zu nichts führt.

Spätestens, wenn es darum geht, das Beschlossene umzusetzen, scheitern die Beschließer. Vor allem dann, wenn ersichtlich wird, dass man sich kollektiv und heldenhaft der Donquichotterie hingegeben hat. Hinzu kommt, dass das Ganze ab dem Moment nicht mehr funktioniert, wenn man es mit Menschen zu tun hat, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Was bedeutet, dass jene sich nur ihrem Gewissen und dem Schöpfer verantwortlich fühlen.

Und jene, die wissen wie es wirklich zu tun ist. Denn jene sind im Bewusstsein der Verantwortung. Und der Rest? Der bewegt sich weiter in einer selbstgeschaffenen Illusion.

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Vom Ende klassischer Politik – BERG. Blog

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.