Begriffe und ihre Bedeutung – Teil 1: die Menschenwürde

Ich dachte gestern über eine neue Reihe nach, um einige Begriffe intensiver zu beleuchten, die allzu gern in Dialogen verwendet und „woanders“ gefordert und erwartet werden. Die viel gepriesene Menschenwürde mag den Anfang machen.

Artikel 1 GG, Absatz 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Es handelt sich immer nur um Hinweise zum Weiterdenken und nicht gleich daran festhalten. Wie gesagt: Die Nummer, um die es hier geht, ist viel größer und jene, die an ihren alten Rockzipfeln festzuhalten gedenken, finden sich auch bei jenen, die das „Reich“ noch vor Augen haben.

Wenn Sie’s gaaaaanz laaaangsaaaam lesen, werden Sie erkennen, dass eine „unantastbare Würde“ gar nicht geschützt werden muss. Denn sie ist ja unantastbar.

Ich kann Sie an dieser Stelle jedoch beunruhigen: Das was Ihnen aus Ihrem Innersten heraus als „Würde“ verkauft wird, lässt im alten System (Sie wissen noch, was im Kern „das System“ ist?) die Würde antastbar sein. Für Würde gebräuchliche Namen sind: „Eigentum“, Besitz, Hab und Gut und Geld und alles andere, was sich als Materie besetzen lässt, was nebenbei auch das Vorhandensein der Besetzung erklärt.

Und wenn man schön lieb, artig und brav ist, das kennt man noch aus der Kindheit, dann darf man auch weiter darüber verfügen – solange die Autorität, „das System“, der „Großen Bruder“ der es einst gab, anerkannt wird.

Im Buch „Wahrheit sagen, Teufel jagen“ von Gerard Menuhin, gibt es zur Würde eine treffende Passage:

 Halten Sie mir, der ich mich so abschätzig über diesen Konsumenten äußere, bitte keine Vorträge über Menschenwürde. Ich bin schon seit langem keinem würdigen Menschen mehr begegnet, sofern ich überhaupt je einen kennengelernt habe. Würde bedingt nämlich persönliche Verantwortung.

Mit der Menschenwürde verhält es sich wie mit den Menschenrechten – auch diese sind ein künstliches Konzept, das von künstlichen, kosmopolitischen Organisationen wie den Vereinten Nationen oder dem Gerichtshof für Menschenrechte erfunden wurde, um nationale Gesetze zu verdrängen; sie sind leeres Gerede, welches das Ziel verfolgt, althergebrachte Rechte zu usurpieren.

Unter Berufung auf die betrügerische Menschenrechtserklärung von 1789 haben diese Organisationen die hohlen Schlagworte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit zu einer Art Religionsersatz erhoben. Wenn das Recht auf saubere Luft und sauberes Wasser sowie auf Rede- und Versammlungsfreiheit nicht garantiert ist, wozu sind diese hochtönenden Erklärungen dann gut?“ Gerard Menuhin

Eine liebe Bekannte sendete mir einen Text aus einem Buch, der sich ebenfalls mit der Menschenwürde auseinandersetzt:

„Menschenwürde (Art- 1 I GG) ist der innere und zugleich soziale Wertanspruch, der dem Menschen um seinetwillen zukommt. Die M. besteht darin, dass der Mensch als geistig-sittliches Wesen von Natur darauf angelegt ist, in Freiheit und Selbstbewusstsein sich selbst zu bestimmen und in der Umwelt auszuwirken. Die M. ist unantastbar.

Daraus folgt, dass einerseits die Würde des Menschen nach der Verfassung der höchste Wert und damit der Mittelpunkt des Wertesystems ist und andererseits der — Staat ausschließlich um des Menschen willen da ist und Verletzungen der M. verhindern muss. Art. 1 I GG ist eine objektive Verfassungsnorm, die sich in der Form einer modal ausgerichteten Generalklausel als Verhaltensnorm an alle richtet, die aber dem Einzelnen kein subjektives Recht gewährt. Ihren Kern bildet der Schutz vor Tabu Verletzungen.

Eine ihrer wichtigsten Ausprägungen ist das allgemeine — Persönlichkeitsrecht. Die M. ist auch ein allgemeiner Grundsatz des Gemeinschaftsrechts der Europäischen Union.“ Lit.: Meyer-Ladewig, J., Menschenwürde und Europäische Menschenrechtskonvention, NJW 2004, 981; Fischer, M., Der Begriff der Menschenwürde, 2004

Das klingt doch erst mal ganz nett, wenn es nur weit genug gedacht wäre. Es bewegt sich nur innerhalb der Gedankenmuster des Systems, mund- und artgerecht formuliert.

„Würde“ stammt vom althochdeutschen Wort „wirdi“ oder dem mittelhochdeutschen Wort „wirde“ ab und bedeutet im engeren Sinne „einen Gegenwert habend“ und ist eng verwandt mit dem Adjektiv „wert“.

Mit Würde stehen Begrifflichkeiten wie Achtung, Selbstachtung, Wertschätzung und Selbstwertschätzung in Verbindung. Das Gebot: „Liebe Deinen Nächsten, wie dich selbst“ finden wir dazu in der Bibel.

Weitere Synonyme von Würde sind: Wesen, Wesensart und -merkmal, Wesen aller Dinge, Wirtschaft, Mehrwert, Würdigung, Hochachtung, Ansehen, Ehre, der Begriff „Wort*“ an sich und viele weitere, welche die Liste beliebig erweitern.

Dass das Schaffen von Werten in der (Wirt)Schaft vonstatten geht und somit auch eine Gestaltungsaufgabe verbunden ist, wird hier mehr als deutlich. Würde bezeichnet aber auch eine innere Wesenseigenschaft, wie sie von allen lebenden Wesen ausgeht.“ „Menschenwürde – eine kurze Betrachtung“

Ich konnte da jetzt nichts Materielles ableiten. Ich kann sie an dieser Stelle noch weiter beunruhigen: Haben Sie sich einmal dazu entschlossen, diesen inneren Weg zu beschreiten, wird sich Ihr Leben zunehmend verändern und alles wird zur rechten Zeit zu Ihnen kommen oder was nicht mehr passt, wird von alleine gehen. Lassen Sie es dann auch gehen.

Denn die Außenrepräsentation, die Ihnen widerfährt, tut dies solange, wie Sie mit Ihr in Resonanz stehen. Das ist wie mit einem Radiosender, wo Sie selbst entscheiden, welche Sendung Sie einstellen.

Mit dem Unterschied, dass das Drehen an Ihrem Knopf nicht sofort eine „neue“, Ihnen gefällige Sendung zur Folge hat. Das ist der Weg, den Sie ab jetzt beschreiten.

Sie mögen das für sehr unkonkret halten. Das liegt nur daran, dass Ihr „Ich“ immer konkretes in der Hand haben will. Das macht Sie zu seinem Untergebenen – Ihr eigentliches Joch, siehe: „Esau-Segen“:

„Da sagte sein Vater Isaak zu ihm: »Dort, wo du wohnst, wird das Land nicht fruchtbar sein, kein Regen fällt darauf.
Mithilfe deines Schwertes musst du dich ernähren. Und deinem Bruder wirst du dienen, doch dann wirst du seine Herrschaft abschütteln und frei sein.“ 1. Mose, 39,40

Wenn Sie an Ihrem liebgewonnenen Besitzstand und allem was Sie haben festzuhalten gedenken, dann ist dies Ihre Entscheidung. Jedoch klagen Sie ab diesem Moment nicht mehr, ertragen Sie Ihre Entscheidung.

Sie wissen doch, was eine Entscheidung ist. Das ist das Tor auf dem Euroschein und der Weg ist jene Brücke auf der anderen Seite. Bringen sie sozusagen eine Wende in Ihr Leben.

Einige hatten sich über die Jahre beschwert („Wer sich beschwert, erleichtert sich nicht“), dass ich meine Texte so schreiben müsse, dass es auch Kinder verstehen. Obwohl „das System“ eine Welt mit Kinderaugen betrachtet (einfach und schwer, Gut und Böse, Null oder Eins, dafür oder dagegen &c.) ist.

Sie sind aber keins. Kinder sind offen für „Neues“.

„Vor einer Milliarde Jahre wurde uns das Leben geschenkt. Macht etwas daraus.“ Lucy, 2014

„Kinder verschwinden zu lassen, ist unser persönlicher Krieg, den wir gegen Gott führen. So verlieren die Menschen ihren Glauben und dann werden sie zu Dämonen…“ Prisoners, 2013

Würde es Ihnen etwas ausmachen?
Nun an einem Punkt angekommen, stellt sich die Frage: Sind Sie womöglich das erste Mal im Leben bereit etwas für sich selbst zu tun? Und welchen Preis sind Sie bereit dafür zu zahlen?

„Den Preis zu zahlen sei bereit,
freien Herzens Du ihn bestimmst.
Sei gelassen und mutig, wenn mehr verlangt.
Was gibt es außer berührender Liebe?
Die Welt ist mehr, als mit bloßem Auge zu erfahren.“
aus:
„Hinüber in die Neue Zeit“, Selbst

Vielleicht werden Sie das alles als Spinnerei abtun. Doch mag ich Ihnen sagen, dass alles vor Ihren Augen liegt, um etwas Neues zu beginnen. Es liegt nur daran, was Sie davon aufheben.

Der einzige Engpass im Leben ist der Weg durch sich selbst, geschaffen und zugestellt mit Konventionen, von denen es sich zu lösen gilt.

Und denken Sie daran: Wir stehen erst am Anfang, dennoch kommt alles zur rechten Zeit, wenn Sie sich selbst entschließen.

„Schauen Sie sich im Spiegel in die Augen, schauen Sie auf Ihre Hände.“

„Seien Sie kreativ und fangen Sie endlich an zu leben. Sie brauchen dazu keinen Schein oder eine Geburtsurkunde.“

„Das gesamte schulische und berufliche Bildungssystem ist ein sehr aufwendiger Filter um freie und selbstständige Menschen auszusortieren. Menschen, die nicht wissen, wie man sich unterwirft und in die vorhandenen Institutionen integriert.“ Noam Chomsky, MIT

„Denken ist jener Prozess, der sich hinter allzu beliebtem Verdrängen abspielt und zu wirklichen Veränderungen führt.“

„Die nächste Bundestagsverdrängung ist in 2021.“

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