Darüber nachzudenken ist durchaus möglich…

Lesezeit: ca. 17 Minuten

(v1.1) „Geld regiert die Welt, doch wer regiert das Geld?“ Vielleicht haben Sie den Spruch schon mal gehört und möglicherweise auch den einen oder anderen Gedanken für „Reiche“, „Politiker“, „Banker“, „Eliten“ usw. übrig gehabt.

Was das Thema „Geld“ (gelt) und damit verbundene Abhängigkeiten“ angeht, lässt sich dieses auch anders, als üblich betrachten.

Auszug aus der Packungsbeilage: Gewohnt in „entweder…oder“ zu denken, sorgt dafür, dass der Raum zum Denken und Verstehen grundsätzlich verschlossen bleibt. Es bedarf weder voreiligen Entscheidungen, selbst wenn „die eine Frage auf den Nägeln brennt“.
Hinweisend: Es gibt auch keine schnellen Lösungen von gewohntem „Format“, denn es wäre nur der übliche Aktionismus, der letztlich nur zum Üblichen führt.

Es geht darum, das vom Menschen geschaffene System, basierend auf seinen anerzog-entwickelnden Denk- und Verhaltensweisen hinter allem zu verstehen, was eben nicht in ein paar Minuten erklärt, noch verstanden worden ist und „zehn Minuten später geht’s los“.

Manche sind der Meinung, dass da natürlich etwas getan werden muss. „Umverteilung“, „Reichensteuer“, „Vermögenssteuer“ usw.! Zumindest vor einer Wahl, wenn nicht gerade linke, rechte oder sonstige Terrorattentate, Landnahmen und -käufe „mal wieder frisch in Mode“ sind.

Das „Geriebene“ gelangt in der Regel als „Kredit“ (lat. „credere“ = Glauben) ins System.

Es wird im Akt der Dar-Lehensvergabe zu einem großen Teil aus dem Nichts geschaffen und erlangt seinen „Wert“ durch Besicherung durch den Dar-Lehensnehmer, genauer: über den anerzogenen Glauben, dass Geld, Arbeit, Ressourcen, Produkte, Dienstleistungen usw. etwas wert seien.
Zusätzliche, jedoch geldlich nicht mitgeschaffene Zinsen (Betriebswirtschaft: „Kosten des Geldverkehrs“) fehlen grundsätzlich und sorgen dafür, dass diese durch zusätzlichen Aufwand in der Wirtschaft erbracht werden müssen.

Probleme“ (Sicht- und spürbare Symptome des Systems), die auf dem Glauben an den Wert von Geld und Arbeit beruhen, können weder mit Geld (plus Zinsen) noch durch noch mehr Arbeit, noch durch Erhöhung des Drucks auf die Gesellschaft gelöst werden.

Hinweisend: Die gewohnt damit verbundene Denkweise führt im Akt der „Problemlösung“ zu mehr immer komplexer werdenden Strukturen, die immer mehr Energie und Einsatz benötigen, um diese auch weiter aufrecht zu erhalten. Am Ende kollabiert die Struktur.

Um Tilgung und Zinsen zu bedienen, treffen sich alle Dar-Lehensnehmer und nicht Dar-Lehensnehmer „auf der Arbeit“, um das „Fehlende“ gemeinsam abzuarbeiten.
Es funktioniert, weil man gemeinsam an den anerzogenen „Wert“ von Geld und Arbeit glaubt. So ist das mit: „Geh’ erst mal an die Arbeit, damit du was wirst.“

Paul Watzlawick sagte mal: „Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.“

Der im Haben erzogene Mensch definiert sich durch die Dinge, die er sein Eigen nennt, auf diese Weise Ansehen genießt und gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht.

Es ist der anerzogene Glaube, dass das Geld und was der im Haben erzogene Mensch damit erwirbt, etwas „wert“ sei, ihm gehören würde, ihn ausmacht, weshalb er mitunter dafür zu kämpfen meint, damit er es behält oder dafür bezahlt, damit er es auch weiter sein „Eigen“ nennen darf.

Über diesen Vertrag sitzen jene in der Rolle der „Untergebenen“ mit ihren vielen „Oberherrschaften“ in einem Boot, weshalb stets nach „gerechte Autoritäten“ gesucht werden, die man dann gegen die „Ungerechten“ auszutauschen meint, um weiter an der gewohnten Illusion von „Eigentum“ festzuhalten.

In der Tat ist es jedoch die „Ordnung“, die weiterhin mit ihren Prinzipien und Wertvorstellungen erhalten bleibt und ihren Ursprung in der gewohnten Erziehung findet, die weiträumig von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Ein Phänomen ist hierbei die hierarchische Organisationsstruktur.

„Kapitalismus ist eine Erscheinung des Systems der alten Ordnung, der seine Existenz aus dem anerzogenen Glauben des im Haben erzogenen Menschen an künstliche Werte bezieht, über die sich der Mensch zu definieren versucht, jedoch selbst versklavt.“

Mal abgesehen davon, dass sich der Mensch für seine Person (Hülle, Rolle, Maske) hält, die er im globalen Rollenspiel verkörpert.

„Macht funktioniert nur zusammen mit Ohnmacht.“

Provokant: Nahezu alle „Werte“, die sich der Mensch geschaffen hat, sorgen dafür, dass er sich nicht nur darüber selbst versklavt und über ihren möglichen Verlust fremdbestimmbar macht, sondern auch die Grundlage für Konflikte geschaffen hat. Denn wer will schon nichts (wert) sein, weil er „nichts“ hat?

Das funktioniert dann besonders „gut“, wenn sich der Mensch zudem für seine Denk- und Verhaltensweisen hält, die im Kern stets von Veränderung betroffen, jedoch nicht gewillt sind, was so den inneren Druck erhöht, für den man – typisch für das System – anderen die Schuld zu geben meint.

Bei den Jünger*innen des Systems besteht noch immer die Hoffnung, dass es lediglich „gerechter Autoritäten“ bedarf. Und so wird sich darum gezankt, wer nun „die richtigen, gerechten Autoritäten“ seien.

Gewohnte Erziehung erleichtert es, dies zu glauben, um sich so aus der eigenen Zuständigkeit zurückzuziehen, um diese anderen zu überlassen, die „einem“ hoffentlich wieder „die Kohlen aus dem Feuer holen“ werden.
Doch mehr sieht es danach aus, dass sich diese Wunschvorstellung seit geraumer Zeit bereits ausgeträumt hat – und dies mit Ansage!

Seit längerer Zeit lässt sich beobachten, dass die Zeit klassischer Politik ihren Zenit bereits überschritten hat und das übliche „Stimmen abgeben“ nicht mehr zu dem führt, was vorher versprochen wurde. Mehr wirkt es wie inszeniert, während der „politische Kinobesucher“ noch immer reichlich zu klagen und zu jammern meint – als ob es damit getan wäre.

Durch die gewohnte Vorstellung, der Mensch müsse sich „im Außen“ auslassen, nur genug gegen etwas zu sein, beruht das gesellschaftliche Dilemma auf einer irrigen Vorstellung.
Im eigenen Entwicklungsprozess erkennt man im Prozess der Infragestellung, dass es nicht einfach nur von einer Denkweise hin zu einer anderen geht, sondern dadurch eine weitere hinzukommt.

Es macht keinen Sinn, sich über jene in der Rolle der Politiker aufzuregen, auch wenn so manche noch nie „an der Macht“ waren und es mit „Lamentieren und Beschließen“ eben nicht mehr getan ist.

Was die geschaffen-entstandenen Situationen angeht, zieht die Bevölkerung es wohl vor, lieber „durch die Hölle zu gehen“, getragen von üblicher Schuldzuweisung, durch die sich die „Anwender“ nur selbst entmachten.

Dass viele diese Haltung einnehmen, erweckt den Anschein, dass es deswegen „richtig“ sein muss und sich jene gleichsam in der Rolle der unschuldigen Opfer politischer Umstände“ zu erkennen meinen, während auf der anderen Seite die „gerechten Betreueranwärter“ ihr „Entgegenkommen“ vorsorglich schon mal signalisieren.

Offensichtlich geht es erst einmal durch die Hölle, die nicht einfach ein Ort ist, wo man nach dem Tode hingelangt, wenn man den (irrationalen) Autoritäten nicht gehorcht hat.
Es handelt sich lediglich um eine Geisteshaltung.

Mehr drängt sich mir der Gedanke auf, dass die Politik die Richtung verfolgt, dass sich die Bevölkerung wieder ihres eigenen Denkens bemächtigt, statt gewohnt denken zu lassen. Links und Rechts erscheinen dabei mehr nur als Statisten in der Rolle des „nützlichen Begleitpersonals“.

Hinweisend: Es reicht nicht, gewohnt nur zwischen „Links“, „Rechts“ und dem „üblichen Rest“ hin- und her zu springen oder sich gar in der typischen Vorstellung von „Frieden“, „Freiheit“, „Gerechtigkeit“ usw. zu bewegen.

Die Suche nach „gerechten Vorgesetzten“ ist ein anerzogenes Verhaltensmuster, was sich vom anerzogen-entstandenen „Bedarf nach Obrigkeiten und einhergehender Fremdbestimmung und Betreuung“ nährt, begleitet von wohlwollend zugestandener „Verantwortungsfreiheit“.

„Ja, aber irgendjemanden muss man doch wählen! Man darf seine Stimme doch nicht „den Anderen“® überlassen!“

Zu sehr wird sich auf das Klein-in-Klein-Denken der Bevölkerung verlassen, die sich meist damit abfindet, dass „man“ ja nichts ändern kann und erst „die Richtigen“ für „soziale Gerechtigkeit“ sorgen würden.

„Wir mussten die Preise erhöhen, um den Zuschuss für die Rentenkasse aus der Umsatzsteuer zu finanzieren.“ Provokante Behauptung

Ich selbst habe in 2016 an meinem Geburtstag, in einem Telefonat mit einem Mitarbeiter der „Deutschen Rentenversicherung“, auf meinen Rentenanspruch verzichtet, worauf er sich darüber aufregte, dass er nun viel Arbeit damit hätte. Hauptsache ich nicht.

Wie ich das handhabe? Seit 2012 ist mir der „Status: Deutsch“ offiziell „abhanden gekommen“, was mir jedoch nicht zum Nachteil ist. Wie und was andere darüber denken meinen, dafür bin ich nicht zuständig.

Ich kann mich nur dafür bei jenen bedanken. Denn statt innerhalb des Systems gewohnt nur gegen oder für etwas zu sein, sich also für eine „der beiden Seiten“ zu entscheiden, ermöglicht dies, einen eigenen Weg der Sichtweise zu beschreiten und dabei das System infrage zu stellen.
Da braucht man auch nichts zu bekämpfen oder Hass in der Welt verteilen, als ob es nichts anderes gäbe &c.

Das Tamtam dauert für den Einzelnen solange, bis er erkennt, dass er selbst gefragt ist, sich auf den Weg zu machen und dass er sich nicht mehr auf seine erhabenen „Imperatoren“ verlassen kann, wo mitunter noch die Vorstellung herrscht, es handle sich doch um gewählte „Staatsdiener“, die ihrem „Volk“ dienen. Mitnichten (und Tanten). Man wählt sich lediglich seine Betreuer.

“Wer seine „Stimme“ abgibt, hat nachher nichts mehr zu sagen. Wenn das Demokratie sein soll…? „Nicht wirklich. Es handelt sich lediglich um hierarchische Strukturen aus zu Untergebenen erzogenen und ihren „Oberherrschaften“, etikettiert mit „Demokratie“.“

Der Druck in der Bevölkerung wächst, weil sich der Widerstand ihrer eigenen Denk- und Verhaltensweisen gegen Veränderungen erhöht.
Da gewohnt nicht selbst gedacht wird, herrscht die Vorstellung, man hätte die Meinung des „Feindes“ zu übernehmen – ein anerzogen-geschlossenes Weltbild.

Wie gesagt, die eigenen Denk- und Verhaltensweisen versuchen sich gegen ihre Veränderung zur Wehr zu setzen.
Erleichterung verschafft man sich nur kurzfristig durch Klagen, Jammern, sich beschweren, Schuldzuweisungen usw.. Hat es bisher etwas gebracht?

Ja. Es führte zu diesem System, deren Ursache sich in der Herrschaft der Denk- und Verhaltensweisen über den Menschen findet.
Durch gewohnte Erziehung zur Gehorsamsbereitschaft, Entsprechung und im Haben, erscheint es einfacher „Herr über andere“ zu sein, statt „Herr über sich“.

Bist Du für oder gegen uns?
Vor längerer Zeit stellte ich fest, dass ich weder zu der einen, noch zur anderen Seite einer herrschenden Gegnerschaft gehöre, ergab sich konsequenter Weise daraus auch der eigene Weg, verbunden mit der Erkenntnis, dass es sich beim System um ein mentales Konstrukt handelt, was jene in der Rolle der Gegner, diese in einem gemeinsamen Gegeneinander verbindet.

Ist das Neue tatsächlich „neu“?
Die Tage meinte ein österreichischer Politiker tatsächlich von „Neuer Weltordnung“ zu sprechen. Zwei Bekannte verwenden gern den Begriff „neuzeitlich“.

Hinweisend: Solange die Prinzipien, Denk- und Verhaltensweisen, Wertvorstellungen usw. auf denen die bekannte „Ordnung“ beruht, nach wie vor die selben sind, auf denen das System basiert, solange kann man getrost von „Alter Ordnung“ sprechen. Jene Ordnung infrage stellend, erscheint mir damit die vordringliche Aufgabe, um das Gegenstück zu entwickeln.

Ausdrücke wie „Demokratie“, „Freiheit“, „Gerechtigkeit“, „freiheitlich demokratische Grundordnung“ usw., sind nur Etiketten, was nur deswegen funktioniert, weil in der Regel nur oberflächlich draufgeschaut wird, wenn überhaupt.

Das „Gute“ dabei ist, dass es sich lediglich um ein globales Rollenspiel handelt, was nur deswegen „alternativlos“ und deswegen „ernst“ erscheint, weil sich weiträumig für die Rolle gehalten wird.

Das ist nicht weiter schlimm. Wie könnte man sonst etwas infrage stellen?
Der Prozess der Infragestellung geschieht nicht in der Weise, dass man einfach gegen etwas oder andere ist, und erst „weg“ muss. Das sieht nur für den gewohnten Denker so aus, der versucht seinen „Spiegel“ zu verleugnen, zu beseitigen.

Hat man verstanden, dass niemandem etwas, jemand, „die Wahrheit“ und das Leben gehören, geschaffene Werte vom im Haben erzogenen Menschen erfunden wurden, verliert das übliche Kriegsgeplänkel an Bedeutung.
„Ausländer“, die man zu „remigrieren“ versucht, verschwinden dann von ganz allein, wenn man die Grenzen weglässt.

„Grenzen sind die Domäne der Begrenzten.“ „Morpheus“, Matrix Resurrections, 2021

Sich gewohnt über die Politik zu beschweren nutzt nichts, solange sich mit ihr weiter im Alten bewegt wird, vor allem dann, wenn die Vorstellung herrscht, man habe ja „etwas zu verlieren“.

„Du bist solange gut, solange mir das gefällt.“

Hat man sein Dasein jedoch auf arbeiten, gehen, Geld verdienen (lassen) und wieder ausgeben reduziert, um das Erreichte weiter zu mehren oder wenigstens noch weiter aufrechtzuerhalten, so greift die Panik schnell mal um sich, wo Verlustangst dafür sorgt, dass notwendiges Denken ausbleibt, wenn das Erreichte gefährdet ist. Alles oder nichts… Ich kenne das von ganz früher.

Und wissen Sie was? Kaum jemand will wirklich, dass sich etwas ändert. Es genügt so einigen, das selbst geschaffene Leid im Internet zu veröffentlichen, um es bestätigt zu bekommen. Würde man jedoch an das Leben glauben, statt auf gerechte, irrationale Autoritäten und auf künstliche Werte…

„Ihr Daseinszweck ist es nicht zu herrschen, sondern das Verursachen von Leid und Schmerz und Tod. So ist es gewesen, so ist es jetzt noch, und so wird es immer sein. Und alles nur, damit andere ihretwegen über sich hinauswachsen können.“ „Mobius M. Mobius“ zu „Loki“, Loki, 2021

Beim Thema „Geld“ geht es nicht einfach darum, wer es regiert. Mehr ist es der mit Haben erzogene Mensch, in der Vorstellung, ihm würde etwas gehören, was ihm wohlwollend zugestanden wurde oder er sich „erarbeitet“ hat, um alsdann „etwas wert“ zu sein, was ihm möglicherweise, wenn er nicht gehorsam ist, es ihm jederzeit wieder genommen werden „könnte“ oder „kann“.

„Wenn Du die Regeln änderst, die dich kontrollieren, dann änderst du auch die Regeln deiner eigenen Kontrolle.“ „Mr. Green“, Revolver, 2005

Nachtrag: Bargeld erhält nicht seinen Wert. Es ist der anerzogene Glaube des Menschen, dass es etwas wert sei. Es ist ein gewollter Irrglaube, dass einem selbst das Geld gehören würde. Denn damit hält man sich die Masse „bei der Stange“.