Eine einfache Frage bedeutet noch lange keine einfache Antwort

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(v1.2) Die Tage regte sich jemand darüber auf, dass man auf einfache Fragen doch auch einfache Antworten erwarten kann und begründete dies mit der Frage: „Wie alt bist du?“

Mal abgesehen davon, dass Zahlen nur vom Menschen geschaffene Symbole sind, um das „Unbegreifbare“ auf menschliche Größe reduzieren zu wollen.

Die Welt ist weder einfach, noch steht der Mensch ihr objektiv gegenüber, sondern in einer ständigen Wechselwirkung – also subjektiv.
Eine „objektive“ Haltung suggeriert, dass der Mensch unabhängig von der Welt existieren würde, was sich dann als Illusion herausstellt, wenn er bei einer Wahl einst die Verantwortung abgab, und er am Ende doch wieder die Rechnung zu bezahlen hat.

Statt „objektiv“ kann man zumindest von sachlich sprechen, was jedoch nicht wirklich gelingt, solange sich ein Dialogpartner bei allem persönlich betroffen zeigt.
Je sachlicher man zu argumentieren meint, desto emotionaler reagiert so mancher – ein Klageliedchen auf den Lippen. Und wenn es „ganz dick kommt“, wird auch schon mal Schuld verteilt.

Jemand, der alles „persönlich“ nimmt, ist das im Grunde nicht er, sondern seine Denk- und Verhaltensweisen, für die er sich hält (bzw. die ihm vormachen, er sei sie.), die in der Weise reagieren, um sich – trotz vorangegangenem Klageliedchen – gegen gleichzeitig mögliche Veränderungen zu schützen versuchen.

„Ich nehme das nicht persönlich! Ich ärgere mich nur darüber!“ Geschehene Aussage

Es heißt: Wahnsinn herrsche dann, wenn fortgeführt gewohntes Denken und Handeln, selbst nach dem xten Mal, zu keinen anderen erwarteten, als den üblichen Ergebnissen führt.
Gleichsam herrscht dann Krise, wenn gewohntes Denken und Handeln eben nicht mehr zu gewohnt erwarteten Ergebnissen führt, was wiederum ein Umdenken erfordert.

„Meine Fresse!“

Innerhalb des gewohnten Systems und seiner anerzogen-geglaubt alternativlosen Ernsthaftigkeit geht es um die dauerhafte Nutzbarmachung des weiträumig gesellschaftlichen Strebens des im Haben erzogenen Menschen nach „finanzieller Freiheit und Sicherheit“.
Der Glaube, dass das Geld einem gehöre, es sozusagen erworben-erarbeitetes Eigentum sei – es folgt Reklame – ermöglicht es erst, die „Gläubigen“ darüber fremdbestimmen zu können.

Das Fatale ist die ebenfalls etablierte Vorstellung von „alles oder nichts“, was dann geschickt mit „Leben oder Tod“ oder „Haben oder nicht haben“ gleichgesetzt wird.

Jemand in der Rolle des Rentners beschwerte sich mal, weil er den Hals nicht voll bekam: „Ja, was würdest du denn dagegen tun?“ „Ich? Als erstes würde ich die Mieten verdoppeln und im Gegenzug die Löhne und Renten halbieren. Nach einer Weile würde ich dann… ganz brutal… alles Geld abschaffen.“

Natürlich regte er sich als „Rentner“ nur über die Rentenhalbierung auf.

Apropos „verdienen“: Es ist nicht das Geld, was „verdient“ wird, sondern der Mensch dafür zu dienen hat, wenn Arbeit mit künstlichen Werten vergleichbar und Arbeit innerhalb des Systems so zur Tauschware wird.

„Aber dafür geben wir Dir doch das Geld, damit Du das machst, was wir wollen.“ „Wenn Ihr schon wisst, was Ihr wollt, dann spart Euch doch das Geld, und macht es selbst.“ Stattgefundener Dialog

„Während Goethe sinngemäß mal sagte, dass man das Wahre immer wiederholen müsse, genügt es dem Kaufmann, wenn man die Ware immer wieder holen muss.“

Wissen Sie, warum man die Wahrheit gar nicht sagen kann? Weil sie einem nicht gehört.

„Jenseits der Logik liegt die Wahrheit.“ „Lee Shaw“, Monarch: Legacy of Monsters, 2023

Nochmals darauf hinweisend, dass nicht jedes Tun mit „Arbeit“ gleichzusetzen ist, wofür man dann eine „Rechnung“ schreibt oder „einen dicken Hals schiebt“, weil es keinem auffällt.

„Herr Berg, letztlich sind wir doch gleich, es geht uns doch nur ums Geld.“ „Ja? Würden Sie 15.000 DIN-A4-Seiten schreiben und kostenlos ins Internet stellen?“ „Nein.“ „Sehen Sie, dann sind wir wohl doch nicht gleich.“ Dialog vor einigen Jahren

Tun und Arbeit.

Zwar wird gerne durch „entweder…oder“ entschieden – bestenfalls von „jetzt auf gleich“, jedoch ist die Veränderung der eigenen Denk- und Verhaltensweisen eben kein Akt in Form eines „heute so, morgen so“. Die Denk- und Verhaltensweisen stehen mit der eigenen Lebenssituation stets in einer Wechselwirkung.

Und wenn der Mensch glaubt alleine zu sein, und wanderte im finsteren Tal… ist ihm das Leben dennoch stets nahe.

Selbstreferenzierung
Vernunft und Gewissen sind zwei Eigenschaften, die sich nicht durch autoritär auferlegte Vorgaben, was „gut, richtig und vernünftig“ sei, entwickeln, um damit gleichzeitig die „Betreuung der „Unvernünftigen“ zu rechtfertigen, durchgeführt von jenen, die die Vorgaben zuvor aufgestellt haben.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ Art. 1, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Der Mensch, der sich für seine Person(en) hält, pocht ebenfalls auf die anderen „Menschenrechte“.

Wenn gesagt wird, dass der Mensch das Problem auf dem Planeten sei, stimmt das nicht wirklich. Mehr sind es seine Denk- und Verhaltensweisen, die ihm glaubhaft machen, er sei sie.

Erst wenn man den Unterschied zwischen Mensch und Person realisiert hat, erkennt man auch den Selbstbetrug: Der Mensch, der sich – gewohnt unwissend darüber – für seine (jeweilige) Rolle (Person, Hülle, Maske) hält, erzeugt so eine Selbsttäuschung.

Die Tage meinte jemand, ich müsste die Sachen einfacher schreiben, es würde sonst der Eindruck entstehen, ich würde andere für dumm halten und da er den Unterschied zwischen Mensch und Person nicht kannte, nahm er es auch gleich mal persönlich.

Man nimmt nur dann etwas persönlich, wenn man sich für die Person hält. Jemand der sich so richtig ärgert, gleichsam sagt, dass er es nicht persönlich nimmt, widerspricht sich selbst, was wiederum ein Hinweis und Raum für Entwicklung beinhaltet.

Bei einem Paradoxon handelt es sich um ein „Konstrukt“, an dem man sich dann bewusst entwickeln kann, wenn sich die aufeinander treffenden Gegensätze erklärbar unter einer gemeinsamen Überschrift wiederfinden.

Jemand, der die Dinge persönlich nimmt, weil er sich – unwissend darüber – für die Rolle hält, wird alles unternehmen, sich beschweren, wütend sein, kämpfen usw., da er „seine“ Existenz bedroht sieht – besser: die strukturelle Existenz seiner Denk- und Verhaltensweisen, die sich im Anblick der selbstgeschaffenen Alternativlosigkeit durch Veränderungen bedroht sehen.

Durch Veränderung der Denkweise, was durch Infragestellung (des Systems) geschieht, wird gleichsam die geglaubt „alternativlose Ernsthaftigkeit“ ad absurdum geführt – vorbei an jenen, die sie ständig unter Angabe möglicher Verluste von Hab und Gut beizubehalten versuchen, um so die „Kontrolle“ behalten zu wollen.

„Was mag wohl schlimmer erscheinen? Unter gewohnten gesellschaftlichen Wertvorstellungen kein Geld und kein Eigentum zu haben oder nach vierzig fünfzig (tausend) Jahren zu erkennen, dass die bisher geglaubte Vorstellung, es handele sich bei dem System um eine „alternativlose Ernsthaftigkeit“, während aus dem Blickwinkel eines bereits infrage gestellten Systems, jene geglaubte Vorstellung das System weder „alternativlos“ noch „ernst“ ist. Das wiederum setzt die Kenntnis voraus, was das „System“ ist.“

Ich bin froh, dass es das System – so wie es von seinen Prinzipien her „ist“ – gibt, weshalb ich mich nicht nur bei den Verfechtern auch nur allzu gerne bedanke.
Denn gleichsam bedeutet es, dass man etwas wahrnimmt, um es sogleich auch infrage zu stellen, statt gewohnt nur dagegen zu sein. Letzteres würde nur dafür sorgen, dass man sich nicht nur im Kreise dreht, sondern es dadurch auch aufrechterhält.

Noch mehr Verbindendes & Aufgereihtes
Wenn jemand darlegt, „Gott“ habe ihm geholfen und der andere kein „Gläubiger“ ist und die Aussage anzweifelt, sind beide durch den Gedanken miteinander verbunden, dass „Gott“ lediglich der Name für das Leben ist, was beiden gerade näher ist, als ihre Halsschlagader, wer wird schon am Leben zweifeln wollen, was jedem geschenkt wird, jedoch nicht wirklich gehört.

Anmerkend: Es handelt sich weiträumig um eine Irrung, dass das jung geborene Leben einem gehören würde. Auf diese Weise etabliert der Mensch nur die Versklavung in der Welt.

Die Welt erscheint als ein mentales Konstrukt, was die Erde überlagert, wo sich der gewohnte Mensch für die Rolle hält, wie er mitunter auch die Erde für die Welt zu halten meint.

Wissen Sie, auf diesem Blog gibt es keine Produktlösungen, die man sich eben mal schnell „reinpfeift“ und anschließend nachmacht, um auf diese Weise unangenehmen Situationen entkommen zu wollen. Falls Sie auf einen „Erlöser“ oder „Führer“ warten, der Ihnen wieder „die Kohlen aus dem Feuer holt“:

„Wenn du Menschen kontrollieren willst, erzählst du ihnen, ein Messias wird kommen, und dann warten sie Jahrhunderte lang.“ „Chani“ zu „Paul“, Dune 2, 2024

Jeder ist selbst gefragt, und es ist nicht damit getan, dass man „nur gemeinsam stark sei“.

Das aktuelle Bild schaut in etwa so aus: Der Mensch steht an einer Haltestelle und wartet seit längerer Zeit auf jenen Bus, dessen Fahrer er jedoch selbst ist.

„Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.“ Paul Watzlawick

Wir brauchen aber Lösungen!
Mal ungeachtet, dass mit der Denkweise, aus denen die Probleme hervorgegangen sind, man keine Lösungen entwickeln kann, ist es ebenso wenig damit getan Probleme stets auf einen Nagel zu reduzieren, um den einmal gelernten Umgang mit dem Hammer auch weiterhin zu rechtfertigen.

Zu argumentieren, dass die eigene Existenz „beschissen“ sei, während die Denk- und Verhaltensweisen, aus denen eben jene Situation hervorgegangen ist, jene Denk- und Verhaltensweisen auch noch verteidigen zu wollen, hilft erst dann, bis jener erkennt, dass es nicht weiterhilft.

Am wenigsten funktioniert die Nummer, indem man anderen dafür die Schuld gibt, während man sich zuvor noch selbst dazu entschlossen hatte, den „Ungerechten“ bei der nächsten Wahl „einen Denkzettel verpassen“ zu wollen.

Wissen Sie, auch ich habe mal so gedacht, dass die Welt so einfach sei.

Das eigene Handeln damit zu begründen, dass ja die anderen auch so seien, ist im Grunde ein Armutszeugnis, wo jene nur das ernten, was sie gesät haben.

Jemand sagte einmal zu mir, er müsse betrügen, weil die anderen ja auch betrügen würden.

Was die Welt angeht, was sogar die naheliegende Umgebung betrifft: „Man glaubt, man sieht etwas ganz Einfaches. Doch dann nimmt die Sache Schichten und Tiefen an, so komplex, dass einem schwindelig wird.“ „Miles Bron“, Glass Onion: A Knives Out Mystery, 2022

Oder auch: „Der Einzelne steht wie gelähmt vor einer Verschwörungstheorie, die so monströs ist, dass er sie einfach nicht fassen kann.“ J. Edgar Hoover, Leiter des FBI und Freimaurer

Natürlich kann man das alles auch anzweifeln, entpuppt sich die Rolle des Zweiflers nur dann von Vorteil, wenn sich die eigenen Denk- und Verhaltensweisen dadurch geschickt „vor Veränderung schützen“. Das geht jedoch auch nur eine Weile „gut“ und mutiert dann zu einem Problem… Es sei denn, jene setzen alles dran, sich durch ständiges Verdrängen eine Psychose einfangen zu wollen.

Sich gegen Veränderungen zu verteidigen, fußt mitunter auf einer erfolgten Bestrafung für eigenständige Entwicklung durch eine irrationale Autorität, die deren Ansehen und Position möglicherweise gefährdet sah. Fromm unterscheidet hierbei zwischen zwei Arten von Autoritäten.

In der Vergangenheit sagte so mancher, dass er nicht anders könne, untermauerte dies damit, dass er ja schließlich auch „leben“ wolle, setzte jener „haben“ und „nicht haben“ mit „Leben“ und „Tod“/“Siechtum“ gleich.

Es ist auffällig, dass sich jemand bereits gegen ein darüber nachzudenken heftig zur Wehr setzt, während er gerade noch auf einen Tisch zu klopfen meinte, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass „dies“ schließlich die Realität(!), diese aus seiner Sicht sogar „objektiv“ sei.

Die Angst der Denk- und Verhaltensweisen, die dem Mensch verkaufen, es sei seine Angst, dass sie sich durch nachdenken verändern würden, erscheint zu groß, weshalb bereits jede erahnt entfernte Auseinandersetzung mit derartigen Themen, die möglicherweise zu Veränderungen in der eigenen Haltung führen könnten, wird sich bereits zu Beginn eines Dialogs dagegen argumentiert. Eine Antwort „muss so einfach sein“, weil ja die Frage bereits einfach war.

Vor längerer Zeit rief mich ein Bekannter an und legte sofort los, wie beschissen doch alles sei, er diese und jene anderen für ihn ein „echtes Problem“ seien.
Als ich damit begann daraus eine Lösung zu entwickeln, sagte er zu mir: „Ich habe nicht angerufen, damit sie eine Lösung entwickeln.“
Worauf ich sagte, dass ich lösungsorientiert arbeite und es nicht einfach damit getan ist, nur über Probleme zu klagen. Er hat nie wieder angerufen. Das war doch jetzt mal wirklich einfach.

„Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.“ Kurt Marti

Bei den Dinosauriern geregelte sich das Problem mit der Existenz mit Hilfe eines Asteroiden.
Heute ist der Mensch für Veränderungen, damit verbundene Anpassungen und Konsequenzen selbst verantwortlich, während er jedoch meint, er habe keine Zeit, sich darum zu kümmern.
Das ging mir früher auch so, schließlich sollte sich ja die Politik darum kümmern. Wie die Realität gezeigt hat, habe ich mich in diesem Punkt geirrt, und das ist auch gut so. Denn wie sollte man sich sonst entwickeln?

Hat man sich zur eigenen Entwicklung durch Infragestellung des Systems entschlossen, was spannender als „Star Wars“, „Indiana Jones“ und „James Bond“ ist, überschreitet man mit der Zeit die „anerzogen-geglaubten Grenzen“ des Systems.
Dabei handelt es sich letztlich um eine rein mentale Angelegenheit, die die eigenen Denk- und Verhaltensweisen beeinflusst.

Erst vorgestern wurde mir gesagt, ich sei arrogant, wodurch sich jener mit diesem Trick selbst „in den Staub warf“, um so aus der selbst eingenommenen Position mit dem Finger auf mich zu zeigen, dass ich daran „schuld“ sei. Da ich mich nicht für die Person, also die Rolle halte, kann ich mit so etwas leicht umgehen, sachlich und gelassen bleiben.

„Letztlich kann man niemanden auf eine Reise mitnehmen, zu der man nur selbst eingeladen wurde.“

Der im Haben erzogene Mensch versklavt sich durch seine eigenen, anerzogenen Haltungen und Wertvorstellungen selbst – während er gleichsam von einer Form von „finanzieller Freiheit“ zu träumen meint.
Werte, die ihn wertiger erscheinen lassen sollen, an die er fest zu glauben meint und sogar bereit ist, diese in jeglicher Art und Weise – besser die Vorstellung darüber – zu verteidigen.

Am wenigsten mag man sich in seinem bisherigen Leben darüber getäuscht haben, an was man zu glauben meinte. Das klingt nur dann dramatisch, wenn man den eigenen Entwicklungsprozess bisher durch „äußere Ersatzentwicklung“ zu vernachlässigen wusste.

Die „Täuschung“ und das „Wahre“ erscheinen in der Existenz des Menschen zu einem Konzept zu gehören, was als universelle Entwicklung des Lebens daherkommt, während in der Täuschung Wahres und im Wahren Täuschung enthalten ist, worüber beide, im Prozess wechselseitiger Infragestellung untrennbar miteinander verbunden sind. Man also nicht einfach an „entweder…oder“ zu glauben braucht.

Was ein Mehr Desselben mit sich bringt, ist der Moment, wenn ein Kipppunkt überschritten wird, und bisher „Gutes“ – irreversibel – ins Gegenteil kippt.

„Menschen verteidigen notwendigerweise ihr eigenes Ich. Wir nennen das: „ohne Grenzen“. Sie werden lügen, betrügen, stehlen, morden. Sie werden alles tun, was notwendig ist, um das aufrechtzuerhalten, was wir „die Grenzen des Ichs“ nennen.“ Andrew Samuels, Ph. D., Revolver, 2005

Es zeigt sich klar, dass man mit jemandem, der fest im System verhaftet“ ist, also unwissend darüber von den eigenen Denk- und Verhaltensweisen gegängelt wird, nicht in der Lage ist, über den „systemischen Tellerrand“ zu blicken. Zu sehr wird er den möglichen Verlust des Erreichten und damit auch die entsprechenden Glaubenssätze zu verhindern versuchen.

Sich in der Weise selbst unter Druck zu setzen, während man gleichsam die Rolle des Sklaven nicht zu spielen bereit ist, jedoch weiter auf das Recht auf Geld pocht, „funktioniert“ nicht wirklich.

Damit dies funktioniert, ist nicht nur der Glaube an das Leben notwendig, also das Gegenteil an irgendwelche „befähigten Autoritäten“, um von deren Wohlwollen und künstlichen Regelwerken anschließend abhängig zu sein. Darüber hinaus offenbart sich die eigene Lebensaufgabe als ein unsklavisches Tun.

Entscheidet man sich dafür, die Rolle des Sklaven nicht mehr zu spielen, ist es notwendig auch auf „das Recht auf Geld“, es haben zu wollen, zu verzichten, was nicht bedeutet, dass man dann keins hat. Es regelt sich sozusagen von selbst.

„Das Recht auf Geld, ist nicht das Geld. Ebenso wenig, wie der Glaube an Werte nicht die Werte selbst ist. Ebenso dass ein Unterschied darin besteht, ob man eine Rolle nur spielt, oder sich für die Rolle hält.“

Wer glaubt, man müsse nur einen anderen Staat mit „gerechten Polit-Betreuern“ und richtig geltenden (Link) Gesetzen ins „Leben“ rufen, bewegt sich genauso in der gewohnten Fiktion, wie andere, die an den „hiesigen“ zu glauben meinen. Da es jedoch nichts zu verlieren gibt, kann man in der Angelegenheit entspannt bleiben.

In der Bergpredigt gibt es diese Stelle mit dem Tor: „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor zum Verderben ist breit und der Weg dorthin bequem. Viele Menschen gehen ihn. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dorthin schmal! Deshalb finden ihn nur wenige.“ Matthäus 7,13-14

Sich mit den Themen nicht auseinandersetzen zu können, wird damit argumentiert, dass „man“ keine Zeit hätte. Verständlich, wenn man gewohnt Probleme dort zu lösen versucht, wo sie sicht- und spürbar in Erscheinung treten, transformiert sich das einst geschaffene Komfortsofa – „wie von selbst“ – in ein Hamsterrad mit immer mehr Tritten. Denkweise und geschaffene Strukturen stehen stets in einer Wechselwirkung.

Die gewohnte Denkweise zeichnet sich durch Zunahme der Komplexität in den geschaffenen Strukturen aus, wodurch die „Energie“ (im Alten das „Geld“) auf den Erhalt dieser Strukturen fokussiert wird, während die Funktion, warum sie einst geschaffen wurden, immer weiter „in den Hintergrund“ tritt, bspw.: die Wirtschaft.

Mit der gewohnten Denkweise und damit verbundenem Handeln, lassen sich die sicht- und spürbaren Probleme jedoch nicht lösen.
Eine Denkweise ist jedoch nicht etwas, was man eben mal irgendwo „hinpinselt“, was sich andere anschließend einfach kopieren können.

Laut einer Studie in 2015 hat der Mittelstand bekräftigt, dass er an den starren Hierarchien festzuhalten meint, siehe: „Mittelständler halten an starren Hierarchien fest“

Sie sehen, welchen Einfluss die Denkweise auf Strukturen hat und welchen Einfluss damit auch dem Menschen zukommt. Mit der Ausrede, ja nicht anders zu können, wird lediglich eine – für gewohnte Sichtweisen und Haltungen – Katastrophe heraufbeschworen.

Sichtlich wurde ein systemischer Kipppunkt übersehen, um eine andere, als gewohnte Richtung einzulegen, die sich erst durch Umdenken, also infrage stellen des Gewohnten ergibt, woran man ohne selbst umgedacht zu haben, man im Akt „vom Mehr Desselben“, nur daran scheitern kann.

„Man bekommt immer das, was man sich „nimmt“. Und das, was man sich „nimmt“ wird von den eigenen Denk- und Verhaltensweisen bestimmt.“

Nachtrag:

„Du, Papa? Du hast doch gerade die Avocado gekauft.“ „Ja.“
„Und nun hast du den Kern gepflanzt.“ „Ja.“
„Und sicher willst Du, daß auch etwas wächst.“ „Ja.“
„Und wenn es dann gewachsen ist, dann willst du sicher auch ernten.“ „Klar, deshalb habe ich das auch gemacht.“
Mein Sohn umfasste meinen Oberarm, schaute mir in die Augen und sagte leise: „Papa, das hast du gut gemacht.“
Ich fühlte mich geschmeichelt und da umfasste er plötzlich nochmals meinen Oberarm, schaute und sagte: „Das ist aber auch wiederum schlecht.“
Ich war sichtlich verwirrt und fragte warum. „Weil der Mann, der dir die Avocado verkauft hat, kein Geschäft mehr mit dir machen kann.“ Dialog mit „meinem Sohn“ Maximilian (12/13 Jahre)