Cubus

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(v1.1*) Vielleicht kennt der eine oder der andere den Film „Cube“, aus dem Jahre 1997. Ich muss zugeben, früher fand ich den Film „beschissen“. Man sieht: „Alles braucht seine Zeit.“
Beim Schauen fiel mir dieser Dialog auf, der sich ebenfalls mit dem System auseinandersetzt, was im Film in diesem Dialog sehr schön zum Ausdruck gebracht wird.

Worth: „Ich habe die Außenhülle konstruiert.“ „Holloway: „Was?“ W:“Die Hülle, den Sarkophag.“ H: „Wir verdanken das Ding dir?“ … W: „Ich hatte nur den Auftrag, Pläne für eine Hülle zu zeichnen – den Cubus.“ H: „Den Cubus?“ „Warum hast du uns das nicht gesagt? Großer Gott! Worth, du hast gewusst, was es ist.“ W: „Nein.“

Quentin: „Worth, du bist ein Lügner.“ W: „Nicht von Anfang an.“ Q: „Wer steckt dahinter?“ W: „Ich weiß es nicht.“ Q: „Wer hat dich beauftragt?“ W: „Kann ich nicht sagen. Ich habe mein Büro nie verlassen. Ich hab‘ mit ein paar Leuten telefoniert, anderen Typen, wie ich. Spezialisten, die irgendwelche Details entwickelt haben. Niemand wusste, um was es ging. Hat auch keinen interessiert.“ Q: „Glaub‘ ich dir nicht. Du hast es von Anfang an gewusst. Sieht doch jeder. Er steckt bis zum Hals damit drin.“

H: „Nein, Quentin. Das ist die alte Taktik. Jeder bleibt allein, damit die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Und die Hintermänner lassen sich nie blicken.“ Q: „Welche Hintermänner?“ H: „Na, der ganze Apparat. Nicht wahr? Das Pentagon, multinationale Konzerne, die Polizei. Du erledigst einen kleinen Job, baust einen Kasten… und ehe du es erkennst, steckt er zwei Meilen unter der Wüste, als wesentlicher Bestandteil in einer Todesmaschine. (Hysterisch) Ich hatte recht! Genau das habe ich mein Leben lang gewusst! Ich hab‘ dich gewarnt Quentin! Niemand hat das Recht, mich paranoid zu nennen! Wir müssen hier raus und die Sache an die Öffentlichkeit bringen!“

W: „Holloway, du hast keine Ahnung.“ H: „Dann hilf mir bitte. Sag‘ wie es ist.“

W: „Es ist vielleicht für dich schwer zu verstehen, aber es gibt keine Verschwörung. Niemand trägt die Verantwortung. Es ist letztlich eine sinnlose Stümperei, unter der Illusion eines Meisterplans. Wann begreifst du das? „Big Brother“ hat’s nicht auf dich abgesehen.“

Q: „Was soll denn das für eine beschissene Erklärung sein? W: „Die beste, die ihr kriegen könnt. Ich analysiere und ziehe den einzigen vernünftigen Schluss daraus und der ist: Da oben gibt es niemand.“ Q: „Jemand hat den Auftrag für dieses Ding erteilt.“ W: „Was für’n Ding? Nur wir wissen, was es ist.“

Q: „Nein, wir haben keine Ahnung, was es ist.“ W: „Aber wir wissen mehr, als jeder andere. Vielleicht wussten manche irgendwas, bevor… bevor sie gefeuert oder abgewählt wurden oder verkauft. Aber wenn dieses Ding jemals einen Zweck hatte, dann wurde er falsch interpretiert oder ging unterwegs verloren.
Das hier ist ein Hirngespinst, ein vergessenes, überholtes, öffentliches Arbeitsprojekt. Denkt ihr, irgendwer will Fragen stellen? Die wollen nichts anderes als ein sauberes Gewissen und einen fetten Barscheck. Ich habe mich monatelang für dieses Ding abgerackert. War ein echt cooler Job.“

Q: „Wozu steckt man Menschen hier rein?“ W: „Weil es existiert. Entweder du benutzt es oder du gibst zu, dass es völliger Quatsch ist.“ Q: „Aber es ist absolut sinnlos.“ W: „Quentin, genau das meine ich.“

H: „Wie weit sind wir gekommen? Es ist schlimmer, als ich gedacht habe.“ W: „Nicht wirklich. Es ist nur zum Heulen.“

Q: „Du machst mich krank, Worth.“ W: „Ich mach‘ mich auch krank. Wir sind beide Teile dieses Systems. Ich entwerfe eine Schachtel, und du drehst eine um. Es ist wie du sagst: Verlier‘ den Kopf nicht, mach‘ nichts kompliziert. Achte nur auf das, was vor dir liegt. Niemand will doch das große Ganze erkennen. Das Leben ist zu kompliziert. Im Ernst, was soll das? Wir sind doch nur hier, weil dieses Ding außer Kontrolle ist.“ H: „Richten wir so die Welt zugrunde?“

Dialog zwischen „Worth“, „Holloway“, „Quentin“, Cube, 1997