Das gewohnte „sich im Kreise drehen“ verlassen

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(v1.25*) Erstaunlich, wie viel heute so im Internet steht und wer was mitzuteilen hat. Ich finde es hervorragend, wenn sich so viele Menschen im kybernetischen Raum (Cyberspace) zusammenfinden und miteinander austauschen – vorausgesetzt, man sucht den Dialog.

Was jedoch ausfällt ist, dass zwar viel gewusst wird, jedoch aus den Informationen keine Schlussfolgerungen und Konsequenzen für die eigene Entwicklung und der damit verbundenen Kommunikation gezogen werden.

Es reicht nicht, einfach nur genug Unsäglichkeiten und Frust ins Internet zu kübeln, um damit seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen. So wird der Druck nur weiter erhöht, der im Kern von den gewohnten Denk- und Verhaltensweisen (durch Widerstand gegen Veränderung) erzeugt wird, während man anderen dafür die Schuld zu geben meint.
Das nutzt jedoch nichts, weil das Ergebnis das gleiche ist, wie wenn man sich freiwillig über das vorgegebene Martyrium mit seinen einhergehenden Unsäglichkeiten hinaus entwickelt.

Die Frage lautet: Selbst entschlossene Entwicklung oder der Weg durch das selbst geschaffene Leid hindurch, hin zu einer neuen Qualität?

Es gibt viele, die im Widerstand sind, noch mehr die warten, viele die zu klagen wissen und sehr wenige, die ihren Weg entschlossen gehen.

Mit Scheinbeschäftigung wird der Punkt der eigenen Entwicklung nur hinausgezögert, jedoch nicht verhindert – einschließlich der Erkenntnis, dass man bisher einer Illusion hinterhergelaufen ist.

Offen gefragt: Ist es nicht besser, Selbstentschlossenheit bei der eigenen Entwicklung an den Tag zu legen, statt das übliche Geheule, dass die anderen erst einmal weg müssen?

Das empfundene Leid schafft man nur in sich selbst.

Auffällig, dass das Denken über den gewohnten Horizont bei den meisten Akteuren irgendwie blockiert ist. Wer weiß schon, dass er mit der gewohnten Denke, an die er festzuhalten meint, ein Teil jener Szenarien ist, die ihm täglich vorgegaukelt werden und er gerade deswegen ein Teil von ihnen ist, weil er eben an den eigenen Denk- und Verhaltensweisen festzuhalten meint, bzw. sein „Ich“.

„Paranoia, das kommt toja.“

Es wird zu viel innerhalb der Konventionen gedacht und übersehen, dass ein entscheidendes Um- und Weiterdenken die vorgefertigten Unsäglichkeiten an Bedeutung verlieren lässt (was nichts mit Schönreden zu tun hat), was vom Einzelnen lediglich abverlangt, dass er von der Vorstellung loslässt, alleine könne er ja sowieso nichts machen.

Denn er kann in der Tat etwas machen: nämlich an sich selbst arbeiten.

Die Vorstellung, man müsse auf die Straße gehen und demonstrieren, ist so sehr in den Akteuren verwurzelt, dass sie übersehen, dass es lediglich nur ein kollektives Klagen ist, was dem selbst geschaffenen Leid nur kurzfristig ein Ventil bietet – mich wiederholend.

„Demos bringen nichts. Damit verschleiern wir nur unser Nichtstun… Wir demonstrieren gegen die Agrarpolitik, nachdem halb Afrika verhungert ist. Wir rationieren das Wasser, nachdem das Grundwasser knapp wird, wir reden über den Klimawandel, nachdem die Welt in Flammen steht.“ „Samantha“, Utopia, 2020

Was die Masse in sich selbst gefangen hält, nimmt seinen Anfang bereits beim Einzelnen. Die Masse ist keine wirkliche Einheit, sondern lediglich nur eine Ansammlung. Etwa wie Sand in den Händen. Sie kennt es ja nicht anders.
Was jene verbindet ist die gemeinsam erlebte Ungerechtigkeit und die mögliche Gefährdung ihrer Existenz.
Das hat man davon, wenn man sich innerhalb eines künstlich geschaffenen, mentalen Gebildes bewegt und dies – anerzogen – als alternativlos und deshalb auch für ernst zu nehmen und zu verteidigen meint.

Es ist ein Unterschied, ob man nur nach seinen Denk- und Verhaltensweise funktioniert oder ob man in der Lage ist, sich selbst ändern zu können und so über sein „Funktionieren“ erhebt, um wieder „Herr über sich“ selbst zu sein, statt gewohnt „Herr über andere“ sein zu wollen.

Um Sie alle, die sich auf den Weg machen, zunächst einmal zu beunruhigen: Das gewohnte Traktieren funktioniert nicht, hat man das System, seine Methoden und Werkzeuge insgesamt erfasst und verstanden.

Ich konnte mir anhand der vielen eigenen Erfahrungen und denen aus der Aufklärerszene recht schnell ein eigenes Bild machen, da sich aus den Ergebnissen entsprechende Schlussfolgerungen und Konsequenzen für meine eigene Entwicklung ergaben und mitunter noch immer ergeben, dem ein entsprechendes selbst darüber reflektieren und ein Gespür und erkennen von Prinzipien vorausgehen.

Es ist empfehlenswert, sich nicht mit der täglichen Auflistung von Unsäglichkeiten zufrieden zu geben, die nach Infragestellung förmlich betteln.
Wenn Sie das Gefühl haben, dies nun nicht verstanden zu haben, dann liegt es lediglich daran, dass Sie sich noch nicht wirklich mit sich selbst auseinandergesetzt haben.

So mancher hofft, dass der Kelch der Veränderung an ihm lautlos vorübergeht und sich später wieder eine Situation einstellt, wo er sich gewohnt anzukoppeln weiß.
Es ist empfehlenswert, sich selbst entschlossen zu entwickeln – notfalls gegen alle Widerstände (in der Regel sind es nur die eigenen).
Das gewohnte Kämpfen – eines von vielen Verdrängungskonzepten – hält einen nur davon ab.

Dass erst einmal die „Bösen“ weg müssen ist mittlerweile erkennbarer Käse. Dem kommt eines hinzu: Der Weg zurück gelingt nur über den eigene Entwicklungsprozess und nicht durch irgendwelche „Standardlösungen“, die dann nach dem „Gießkannen-Prinzip“ auf alle ausgegossen werden.

Schon mal darüber vorgedacht, warum es möglicherweise nichts bringt, sich gemeinsam im Einklang aus Klagen und Jammern an jener Grenze zu bewegen, die es entschlossen zu überschreiten gilt?

Der gewohnte Denker scheitert in der Regel daran, weil er eines nicht selbst im Fokus hat: seine eigene Entwicklung, die nichts mit dem üblichen Sermon aus Existenzsicherung und dem Festhalten an alten Gewohnheiten zu tun hat.

Wer Veränderung fordert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er sich dann etwas vormacht, wenn sie erst einmal „bei den Anderen“ oder „woanders“ stattfinden soll.

Das ist auch der Grund, warum die gesamte Bevölkerung in einen Sack gesteckt wird, ob ihr das recht ist oder nicht. Denn eines ist sicher: Die Bevölkerung arbeitet bereits zusammen – und zwar entschlossen gegeneinander.

Es ist einfacher sich selbst entschlossen zu entwickeln, statt sich im Zuge des eigenen Widerstandes durch die Denk- und Verhaltensweisen entwickeln „zu müssen“, wofür „die Anderen“ nicht verantwortlich sind, sondern stets man selbst – auch wenn das schwer zu glauben ist.

Lediglich der Mensch in der Opferrolle, sieht seine Unterwerfung, während er seine Rolle selbst nicht erkennt oder erkennen will.

„Man bekommt immer das, was man sich nimmt.“

Nachtrag: Sicher kann man alles weiter beklagen, weil es der anerzogenen Opferhaltung zu eigen ist, doch was bringt das schon, wenn man die Rolle, die man dabei spielt, nicht erkennen will? Denn erst ab da, wird man sich auf den Weg der eigenen und mehr und mehr auch der kollektiven Entwicklung machen.

Der Einzelne kann also etwas verändern und es vorleben. Dadurch geschieht Veränderung.

Musikalische Untermalung: