Ein Umdenkprozess ist keine plötzliche Zustandsänderung…

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(v1.1*)… und dann ist alles anders. Heute morgen erhielt ich eine E-Mail, die einmal mehr zeigt, wie sehr sich so manche weiter im Alten bewegen, außerstande sich vom Gegebenen zu lösen, mit dem sie von sich aus untrennbar in Verbindung zu stehen scheinen.

Erst vor kurzem konnte ich in einem Gespräch feststellen, dass es vorbereiteten Theoretikern nicht gelingt, über ihren eigenen Schatten zu springen, den sie mit ihrer Einstellung selbst erzeugen.

Während zwar bei allen bisher wissentlich genickt, reflektiert und bestätigt wurde, mag bei jenen der Umdenkprozess nicht wirklich funktionieren und so verweilen sie weiter in gewohnten Denk- und Verhaltensweisen, die sie mitunter auch noch heftig zu verteidigen gewillt sind.

„Etwas zu verstehen ist einfacher, als es zu lernen. Das ist der Grund, warum Veränderung länger dauert.“

„Ich will was haben, für mein Geld.“ Eine beachtliche Menge Illusionen in nur einem einzigen Satz.

Dass jene Situationen – gleich wie weit entfernt sie vom Betrachter in Erscheinung treten – dazu gedacht sind, um den eigenen Umdenkprozess in Gang zu setzen, darauf kommen die wenigsten. Und wenn, dann bitte so, dass es keine Konsequenzen hat.
Jene bewegen sich zusammen mit dem „Unvermeidbaren“ in einem Teufelskreis aus geistiger Bekämpfung und Verdrängung.

„Damit Verdrängungskonzepte funktionieren, bedarf es gleichermaßen eines Feindbildes, um eben jene Konzepte damit rechtfertigen zu können.“

„Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag‘ ich dir den Schädel ein.“

Die bessere Variante lautet übrigens: „Willst du nicht mein Opfer sein, so schlag‘ ich dir den Schädel ein.“

„Ihr größter Feind, ist Ihr eigenes Selbstbild. Ihr „Ich“.“ Dr. Obadiah S. Harris, Ph.D., Revolver, 2005

„Meine Freunde, es steht eine Revolution bevor. Wenn die Menschheit entdeckt, wer wir sind, wozu wir in der Lage sind, dann müssen wir alle eine Entscheidung treffen: Versklavung oder Machtergreifung. Die Entscheidung liegt bei euch.
Aber denkt daran, wer nicht für uns ist, ist zwangsläufig gegen uns.
Also… ihr könnt leiden und für die Menschen kämpfen, die euch hassen und fürchten. Oder ihr könnt euch mir anschließen und leben wie Könige… und Königinnen.“ „Sebastian Shaw“, X-Men: Erste Entscheidung, 2011

Die Beibehaltung eben dieser Denk- und Verhaltensweisen und Einstellungen sorgen dafür, dass sich die Teilnehmer der Gesellschaft in einer gegenseitigen Unterwerfung bewegen, außerstande etwas daran ändern zu können.

Die Gesellschaft schafft sich ihre eigenen Feindbilder, die sie dann selbst zu bekämpfen meint – mitunter belohnt natürlich, siehe:

„Wissen sie, warum sie in der Funktion als Polizeibediensteter existieren?“ „Nein.“ „Weil sie vorgeschickt werden, um die Auswirkungen gesellschaftlich tolerierter Unvernunft oberflächlich zu kaschieren.“ „Stimmt. Und ich gehe davon aus, dass dies noch eine Weile der Fall sein wird.“ Gespräch mit Selbigem in 2017

Da die Vorstellung besteht, dass Veränderung stets „woanders“ oder bei „anderen“ stattzufinden hat, drehen sich die Angehörigen dieser Vorstellung fleißig im Kreis.

Und wenn von „Lösungen“ gesprochen wird, so bewegen diese sich wieder im gewohnten Rahmen der Verdrängungskonzepte und wenn auch das nicht mehr klappt, nehmen sie die Rolle des klagenden Opfers ein, was sie jedoch nicht bei sich selbst zu erkennen bereit sind.

Der Friedensvertrag auf Papier steht symbolisch für nichts anderes, als einfach die gewohnten Denk- und Verhaltensweisen weiter beibehalten zu wollen. Unterschreiben kurz freuen und fünf Minuten später so weitermachen, wie bisher.

Diese Verdrängungsverhalten schließen mit ein, das Erreichte weiter für sich beanspruchen zu wollen, da es sich in der Regel um Macht, Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut handelt und in der (irrigen) Vorstellung, dass einem etwas oder jemand gehören würde – einschließlich des gewohnten Irrsinns von Grenzen und Feinden, vor denen man sich schützen muss. Ach so, ganz vergessen: Deswegen macht man ja einen Friedensvertrag.

Dazu ein Hinweis an alle Frauen dieser Welt. Was sich da zwischen den Beinen zur Welt bringt gehört nicht ihnen, sondern es ist ein Geschenk des Lebens an sich selbst.
Frauen schenken kein Leben, sondern nur das Leben schenkt Leben.

Selbst das Leben gehört dem Menschen nicht. Er ist lediglich Teil des Lebens. Niemandem gehört etwas oder jemand.
Der Mensch, der unter diesem Aspekt zur Welt kommt, wird sich grundsätzlich anders entwickeln und mit ihm auch sein Umfeld.

Genau das ist auch der Grund, warum man keine Veränderung fordern, sondern nur öffentlich und authentisch vorleben kann. Der Punkt, wo nicht wenige daran scheitern und mehrheitlich noch nicht einmal davon wissen.

Das was sich dahinter dem Wort „gehört“ versteckt, ist lediglich das „Ich“ des Menschen, was sich an seine Existenz klammert, die es dem Menschen als dessen „Leben“ zu verkaufen versucht. Das „Ich“, von dem der Mensch denkt, er sei es. Die größte Täuschung.

Wer gibt sich offen gefragt mit einem Leben zufrieden, was auf einer Täuschung beruht?

Wo der Glaube an „Sichteinlagen“ und mit Zahlen bedrucktem Papier, Macht, Eigentum, Besitz, Hab und Gut und dass einem etwas oder jemand gehören soll, herrscht, doch der Gläubige so nur zum willigen Gehorsamen wird, eben weil er daran glaubt.

Es geht bei allem lediglich um Macht, nicht einfach über andere, sondern über das Leben selbst, was der gewohnte Mensch versucht durch ein künstliches System überlagern zu wollen… mehr oder weniger vergeblich.

Wer also nur weitere Generationen obrigkeitshöriger Sklaven in die Welt setzen möchte, mag sich die Frage stellen, ob er sich nicht etwas vormacht, ein „toller Hecht“ zu sein – ebenso mit der gesellschaftlich gelernten Vorstellung von Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit usw.

Die Gesellschaft zieht sich ihre eigenen Sklaven auf, die dann für die älteren Generationen arbeitet, während die ältere Generation „Rente“ bekommt, die sich aus den Arbeitenden heraus finanziert. Wie ich dies handhabe? Ich habe auf meinen Rentenanspruch mit Absicht verzichtet.

Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind alles nur die Wiege gelegte Worthülsen, die erst mit tiefgreifenden Bedeutungen belegt werden müssen, um wirksam zu sein. Sie sind Eigenschaften des Menschen selbst, die man nicht fordern, sondern nur bei sich selbst entwickeln kann. Dazu ist es notwendig, dass sie nach außen Wirkung zeigen, jedoch nicht im Außen einfach zu finden sind.

Der Spruch der Eltern: „Wir wollen, dass ihr es mal besser habt, als wir“, ist letztlich nur der Versuch der eigenen Gewissensberuhigung, der in der Regel daran scheitert, dass die Nachkommen weiter so sein sollen wie ihre Vorgänger. Was also die Entwicklung des Menschen betrifft, ist er an diesem Punkt auf sich selbst gestellt.

Das meint der Spruch: „Zur Freiheit bedarf es nur des Mutes. Doch wisse: Es gibt nur ein Mitkommen und kein Mitnehmen.“ Denn wie sollte sich sonst ein selbstbestimmender Mensch entwickeln?

Die E-Mail, die ich heute morgen erhielt, zeugte von einem gewissen Frust über die Zustände, während sich „Experten“ mal wieder daranmachten, eine noch „größere Sau durchs Dorf treiben“ zu wollen.

Dass sie sich fortwährend in einer anerzogenen Opferrolle im Kreise ihrer Mitstreiter bewegen, hält die „Experten“ natürlich nicht davon ab, auch noch Gleichgesinnte damit ansprechen zu wollen – ungeachtet, dass sie noch nicht einmal wissen, in welcher Rolle sie unterwegs sind.

„Wenn der Gegner an der Wand steht, wird damit die Investition des Opfers und dadurch auch seine Intelligenz in Frage gestellt. Niemand kann das akzeptieren… nicht mal sich selbst gegenüber.“ Revolver, 2005

Das ist der Grund, warum die Situation so ist und sich fleißig weiter zuspitzt und der Druck auf die Betroffenen weiter zunimmt, weil man sich mehrheitlich nicht der wesentlichen Aufgabe widmet.

All jene können also weiter verdrängen oder sich entschlossen mit ihrer eigenen Entwicklung auseinandersetzen.

Dazu ist auch zu wissen, dass das gewohnte (Auswendig)Lernen nichts nutzt, wenn sich aus dem Gelernten keine sichtbaren Konsequenzen ableiten.

„Neo, genau wie ich, wirst du irgendwann einsehen, dass es ein Unterschied ist, ob man den Weg nur kennt oder ob man ihn beschreitet.“ „Morpheus“, The Matrix, 1999