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Für einen Bekannten, der gefragt hat

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(v1.1, kleine Korrekturen) … ob man eine Denkweise in der Weise beschreiben kann, dass jemand es nicht nur sofort versteht, sondern auch unmittelbar verinnerlichen kann, wenn die gewohnte Denkweise, mit der heute Probleme „gelöst“ werden, sichtlich nicht mehr ausreicht.

„Wie, andere Denkweise?“

Die gewohnte Denkweise führt im Rahmen einer Problemlösung, für gewöhnlich in Form der Bekämpfung von Symptomen, nicht nur zu einer Zunahme der Komplexität in den vom Menschen geschaffenen Strukturen, sondern bedürfen diese alsdann auch mehr Energie (Geld, Strom &c.) zu ihrer Erhaltung, während für die Erfüllung der Funktion jener Strukturen, z.B. Grundlage zur Gewährleistung der Existenz, Gewinne, Möglichkeiten zur technischen und technologischen Entwicklung und/oder Anpassung an globale Marktveränderungen immer kürzer kommen. Ich spreche hier – klassisch – von den Unternehmen.

Ein hier bekanntes Beispiel ist ein Möbelhändler, wo vor Neuorientierung 480m³ Möbel in 16 Stunden in 12 Lkw verladen wurden mit dem Ergebnis einer rot/schwarzen Null in der Betriebswirtschaft und Bauchschmerzen bei den Mitarbeitern.
Nach erfolgter, ganzheitlicher Neuorientierung waren es dann 1.420m³ Möbel in 8 Stunden in 18 Lkw. Das bedeutete für alle Unternehmensteilnehmer insgesamt nicht nur eine Erleichterung, sondern auch aus heutiger Sicht eine entsprechende Energieeinsparung, die früher weniger Beachtung fand, als in der heutigen Zeit.
Die Vorgehensweise im Rahmen einer ganzheitlichen Neuorientierung läuft nicht nach einem Plan oder üblichen Standardvorgehensweisen statt, sondern gestaltet sich jedes Mal individuell.
Jener, der solche Projekte realisiert hat, war der Beratergeneralist K.H. Schubäus, der in 2018 verstarb.

In einer anderen Realisierung ging es um einen Küchenhersteller, wo sich die vielen Küchenteile bereits hinter der einzigen Halle auftürmten, und zunächst der Bau einer Lagerhalle für 400.000 DM geplant war, jedoch nach einer ersten Begehung nicht mehr notwendig war.
Es stellte sich heraus, dass zwischen der Software zur Verwaltung der Kleinteile und der den Lagerbeständen, zwei Realitäten entstanden waren. Einmal nicht vorhandene Kleinteile im Lager, und dem „angezeigten Bestand“ in der Software und – trotz häufiger Hinweise aus dem Lager – dennoch keine bestellt worden waren.

Der so entstandene Engpass führte ebenfalls zu außerordentlichen Verzögerungen wie auch unvollständigen Lieferungen an den Kunden. Die Küchen konnten mangels fehlender Kleinteile beim Kunden deswegen auch nicht aufgebaut werden.

Erst als der Engpass mit den Kleinteilen, im Kern die Kommunikation zwischen Bestellung und Lagerbestand geregelt war, fing der Haufen Küchenteile hinter der Halle nicht nur an zu verschwinden, sondern konnte später ein Teil der Versandhalle sogar als Montagebereich genutzt werden. Von nun an konnten auch die Kundentermine eingehalten werden.

Sicher könnte man jetzt sagen: „Ja, aber, das hätte man doch sehen/wissen müssen!“ Das Zauberwort heißt Betriebsblindheit und mangelndes Vertrauen in der Zusammenarbeit. Hinzu kamen die üblichen, innerbetrieblichen Animositäten.

Als Leser darf man sich nicht dabei erwischen, dass alles möglicherweise „einleuchtend“ klingt, weil man es erst nach einer Neuorientierung dokumentieren und lesen kann.

Da gibt es vorher weder ein Plan, noch irgendwelche Mutmaßungen, was es sein könnte, wenn man den Fuß das erste Mal auf jenes Werkgelände setzt, bedarf es nicht nur eines Gesprächs, welche „Probleme“ in Erscheinung(!) treten, einer Begehung durch den Beratergeneralisten, sondern auch den Blick wie sich die grundsätzlichen Abläufen gestalten und wo sich Auffälligkeiten zeigen. Vereinfacht ausgedrückt.

Das ist wie ein unbekannter Tatort, den „Holmes“ das erste Mal betritt – so ungefähr kann man das formulieren. Der Berater ist im Grunde auch kein „Berater“, sondern setzt das, was notwendig ist, um den Gesamtablauf wieder herzustellen, gemeinsam mit den entsprechenden Mitarbeitern um. Es sind auch keine zusätzlichen Berater notwendig.

Soviel mal zum Thema „Strukturen“, denen die Denkweise des Menschen gegenüberstehen, führt die gewohnte Denkweise, durch aufwendiges Kaschieren von Symptomen (sicht- und spürbare Probleme, Phänomene, Erscheinungen, (ein Denken in Dingen und Teilen und scheinbar unabhängig voneinander existierenden „Problemen“)) zu einer strukturellen Zunahme, während ganzheitliches Denken und Handeln zu einer Abnahme einer strukturellen Komplexität, führt, weil in dynamischen Beziehungsmustern, wechselseitigen Abhängigkeiten, kybernetischen, symbiotischen, synergetischen und kausalen Wirkmechanismen gedacht und gestaltet wird, was am Ende unter anderem zu lautlos fließenden Prozessen und außergewöhnlichen Produktivitäten führt usw.

Irgendwann kam für mich die Frage auf, warum die realisierten Projekte später wieder verschwunden sind, wie bspw. eine Werft, wo bei gleicher Mitarbeiterzahl die doppelte Tonnage – von 9.000 BRT auf 18.000 BRT – gesteigert werden konnte. Das Ergebnis der Werft zeigte sich im Auftrag, das Forschungsschiff „Meteor“ zu bauen.
Vor jener Neuorientierung hatten sich bereits einige Berater vergeblich daran bemüht.

Dennoch verschwand die Werft eines Tages, weil der Eigentümer später – trotz mehrerer Hinweise – auf die Idee kam, nach der geschaffenen Struktur eine größere Werft für ca. 10.000.000 DM für größere Schiffe zu bauen. Danach blieben die Aufträge aus und die Werft wurde später geschlossen.

Für die Neuorientierung, verbunden mit der weltweit eingeführten Sandwich-Bauweise, interessierten sich jedoch die Koreaner und die Japaner, während sich die Deutschen erst viel später für die Bauweise beider interessierten, was einiges auch über die heutige Situation aussagt.

Irgendwann kam für mich die Frage, warum die realisierten Projekte später wieder verschwunden sind.
Sie fielen vom Prinzip her der gewohnten Denkweise „mehr und noch mehr“, schnelle Heuschrecken-Geschäfte und falsche Management-Entscheidungen wieder zum Opfer, eben weil mit der gewohnten Denkweise die andere Denkweise nicht erfasst werden kann, nur umgekehrt. Das liegt daran, dass für jede Denkweise andere Prinzipien greifen.
Im Wesentlichen konnte nicht verstanden werden, dass hier mit einer anderen Denkweise den strukturellen Problemen begegnet wurde.
Und das war der Grund, warum ich selbst damit begann, das System hinter dem Gewohnten zu hinterfragen und zumindest für mich infrage zu stellen, woraus sich das Gegenstück zur „alten Ordnung“ (das aktuelle System darüber hinaus) in ihren Details und Prinzipien und worauf sie beruht, offenbart worden ist, worüber hier auf dem BERG. Blog reichlich gelesen werden kann.

Nachtrag: Die gewohnte Denkweise ist vorwiegend auf der Erfassung von Inhalten und quantitativen Informationsmengen ausgelegt, im Gegensatz dazu orientiert sich das Ganzheitliche auf der Beobachtung Etablierung von Prinzipien, wie sie in der Natur zu beobachten sind.
Beide Denkweisen zusammen, ermöglichen eine andere Sicht- und Vorgehensweise im Bezug auf sicht- und spürbare Erscheinungen in dynamischen Strukturen. Was auf der einen Seite als „Problem“ – was behandelt werden muss – gesehen wird, wo mitunter auch der oder die „Schuldigen“ dazu gesucht werden, handelt es sich bei ganzheitlicher Sicht- und Handlungsweise lediglich um Symptome, deren Ursachen nur sehr selten dort zu finden sind, wo sich die Symptome zeigen. Nicht nur aus diesem Grund sind ganzheitliche Neuorientierungen individuell zu betrachten.