In eigener Angelegenheit – oder: „He, Du da…“

Lesezeit: ca. 27 Minuten

(v1.3.5, Korrekturen) Zwischendurch etwas Grundsätzliches zu den Blog-Beiträgen. Vor ein paar Tagen hat mich jemand angerufen. Ihm fiel auf, dass in den Beiträgen nicht mehr so viel Neues zu finden sei. Das kann ich auch gut verstehen. Nochmals Danke für den Hinweis.

Der Umstand lässt sich damit begründen: Ursachen verhalten sich entgegengesetzt zu den daraus entstehenden „Problemen“ (Symptomen, Phänomenen und Ereignissen) und dass –

  • die wahrgenommenen Symptome nicht die Ursachen sind,
  • das Beibehalten des Konzeptes der Schuldzuweisung für die eigene Entwicklung abträglich ist und zu keiner Veränderung führt, und es letztlich auch nicht um Schuld geht,
  • die Ursachen nicht jede Woche anders erscheinen, wie die gewohnte ständige Ereignisberichterstattung, wo ständig „die nächste Mediensau durchs Dorf getrieben“ und die Bevölkerung auf diese Weise kontrolliert unterhalten wird
  • &c.

Die Beschäftigung mit gesellschaftspolitisch-ökonomisch-ökologischen Symptomen (regional, national, global) bedient die gewohnte Denkweise, „Probleme“ (Symptome) überall dort „behandeln“ zu wollen, wo sie sicht- und spürbar in Erscheinung treten.

„Einst überließen die Menschen ihr Denken den Maschinen in der Hoffnung, dass dies sie befreien würde. Aber das ermöglichte es nur anderen Menschen mit Maschinen, sie zu versklaven.“ Frank Herbert, Autor von „Dune – Der Wüstenplanet“

Möglicherweise versucht man bei dem daraus hervorgehenden Aufkommen von Informationen, mit der „KI“ diesem Umstand „Herr werden“ zu wollen, was den Menschen auch weiterhin ermöglicht, das eigene „Denken“ nicht allzu sehr zu „belasten“.

Zitat aus dem RT-Beitrag “Einstein hat Recht behalten: Forschern gelingt erstmals „Zeitreise“: „…indem man sie mit der Möglichkeit ausstattet, Fehler in einem System rückgängig zu machen.“

Dazu der Kommentar: „Der Mensch müsste über sich selbst hinauswachsen, um einer Technologie Eigenschaften zu verleihen, die er in sich selbst bis jetzt noch nicht erkannt hat, und wenn er diese Eigenschaften erkennt, wird er der Technologie nicht mehr die gewohnte Bedeutung einräumen, wie er dies bisher getan hat.“

Es geht um die übliche Weiterführung der Beziehung aus Untergebenen und ihren Oberherrschaften, was sich im Allgemeinen „Ordnung“ nennt, auch gern mit „freiheitlich demokratische Ordnung“ betitelt wird.
Jene Ordnung hat weder etwas mit Freiheit, noch hat sie etwas mit Demokratie zu tun, sondern heißt nur so. Beides bedarf keiner irrationalen Autoritäten, die über andere befinden.

Es geht darum eine in gewohnt familiärer Erziehung herangewachsene Bevölkerung auch weiter in einer „gemeinsam vereinbarten Betreuung“ zu halten, an die man in der Kindheit bereits gewöhnt wurde. Der Bürger glaubt inhaltlich (etwas austauschend) eine Entscheidung zu treffen, während die Nummer vom Prinzip har (nachdem etwas funktioniert) jedoch so weitergeht.

Wenn man für den „Ernst des Lebens“ vorbereitet wird, so handelt es sich letztlich um die für das System wichtigste Rolle innerhalb des globalen Rollenspiels, die des gehorsamsbereiten, auf Entsprechung und im Haben erzogenen Untergebenen, Sklaven.

Hierbei ist es nicht damit getan, den „Betreuern“ dafür nur die Schuld zu geben, wie es aktuell läuft, da es sich um ein systembedingtes Phänomen handelt. Vielmehr besteht die Aufgabe darin, über den konventionellen Tellerrand mit seinen üblichen Wertvorstellungen zu blicken.
Da in der Regel doch „erst mal die Anderen“ damit anfangen sollen, hält man sich selbst und gegenseitig unten.

Der Weg aus der Nummer besteht darin, den eigenen zu gehen. Mitnehmen kann man dabei niemanden, da die Entscheidung beim Einzelnen liegt, so wie er für das Abgeben seiner Verantwortung bei der Wahl seiner Oberherrschaften, am Ende dennoch die Rechnung zu tragen hat. Also warum erst den Umweg gehen? Vermutlich um das „Unvermeidbare“ nur lange genug hinauszögern zu wollen.

Vielleicht kennen Sie ja den Spruch: „Mich interessiert nur meine Rente/Pension. Sollen sich doch die nachfolgenden Generationen mit den Problemen auseinandersetzen.“

Er passt zu weiteren Aussagen, wie:

  • „Geh’ erst mal arbeiten, damit du was wirst“,
  • „Dein Vater geht für dich arbeiten, damit du was zum Essen und zum Anziehen hast“,
  • „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, machst du das, was ich will“,
  • „Sie werden hier fürs Arbeiten und nicht fürs Denken bezahlt“,
  • „Mach’ mal die Augen zu. Dann weißt du, was dir gehört“,
  • „Die anderen sind schuld…“
  • &c.

Alles Aussagen, um über das System nicht eben mal kurz darüber nachzudenken, da sie das Gegenteil von dem verkörpern, nach was der Mensch in seinem vergessenen Entwicklungsprozess streben würde.

Ich erinnere mich an einen Dialog mit einem ehemaligen „Leiharbeiter-Verleiher“. Ich selbst hatte mal die Rolle des Unternehmers inne und führte einen Haufen Erfahrungen mit mir. Aufgrund des spontanen Zusammentreffens wusste er natürlich nichts.
Mitten im Dialog explodierte er und fast schreiend wies er mich darauf hin, dass ich, wenn ich doch irgendwann mal wieder einen Job wollte, doch das Denken dringend einstellen müsse.

Tja. Scheinbar habe ich wohl eine gänzlich andere Aufgabe, wie man dies auf dem Blog erkennen kann.

Die Tage regte sich jemand wie ein Rohrspatz über das Hiersein der „Ausländer“ auf.
Problemorientierung und Hass mit Hilfe gewohnter Verdrängungskonzepte lösen zu wollen, ist kein Lösungsansatz, sondern Donquichotterie. Am Ende geht es nur noch ums Klagen, um des Klagens willen… wobei „natürlich die Anderen“ auch daran schuld sind.

„Die anderen müssen erst weg, damit wir dann das Neue machen können.“ „Und wann kommst du dann wieder?“

Man sieht, zwar ist jeder auf seine Art und Weise davon betroffen, mit der Situation fertig zu werden. Ich habe das für mich in der Weise gelöst, dass man alle „Ausländer“ abschaffen kann, indem man die Grenzen weglässt. Mental ist dies einfacher. Wie andere darüber denken mögen, dafür bin ich nicht zuständig.

„Lex Parsimoniae.“

Wenn man den anerzogenen Glauben, die etablierte Bedingung, dass Geld und Eigentum etwas seien, was den Menschen mehr wert erscheinen lässt, diesen gedanklich spaßeshalber mal weglässt… welche Auswirkungen das wohl hat…

Manchmal ist es notwendig, sich von alten jedoch notwendigen Vorstellungen zu distanzieren.

„Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Hermann Hesse

„Tanzen und Distanzen.“

Warum sollte man sich von notwendigen(!) Vorstellungen distanzieren? Es geht ums Umdenken und der damit einhergehenden Infragestellung bisheriger Denk- und Verhaltensweisen, Glaubenssätze, Konventionen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen.

Insgesamt geht es auch nicht einfach um „entweder…oder“, sondern darum, eine zweite Denkweise in sich wiederzubeleben, die im Rahmen gewohnter Erziehung „zu kurz gekommen“ ist.

Gleichsam erkennt man, dass die gewohnten Bedeutungen von Frieden, Freiheit, Vernunft und Gerechtigkeit innerhalb des irrig für „alternativlos“ und „ernst“ erachteten Rollenspiels nicht wirklich das sind, woran man nicht einfach beharrlich festhalten, sondern auch diese hinterfragen und infrage stellen sollte.

„Der Einzelne steht wie gelähmt vor einer Verschwörungstheorie, die so monströs ist, dass er sie einfach nicht fassen kann.“ J. Edgar Hoover, Leiter des FBI und Freimaurer

Hat man erlebt, wie sich das Leben versucht nicht nur durch den Menschen selbst verstehen zu wollen, dann verwandelt sich das, was bisher die Existenz des Einzelnen zu bestimmen schien, zu einem wichtigen Nebenschauplatz.

„Eines darfst du nie vergessen: Das Kalb gehört dir nicht. Es wird dir bloß anvertraut.“ „Elsa“ zu einem Jungen, Das Leuchten der Rentiere, 2024

Es erscheint wie ein erziehungstechnisch angewöhntes Unvermögen, über die sich zeigenden „Probleme“ hinausdenken zu können, sich jedoch lieber an diese zu klammern, weil man sich durch diese, über das Haben, zu identifizieren meint.

„Ich habe ein Problem.“ „Mehr jedoch hast du eine Herausforderung vor dir.“

Man bekommt immer das, was man sich „nimmt“. Doch das, was man sich „nimmt“, wird von den gewohnten Denk- und Verhaltensweisen bestimmt.

Ach so. Übliche Haltungen das Thema „Ausländer“ betreffend, bewältigt man nur durch eigene Entwicklung. Eben jene, die bisher weiträumig aberzogen und ausgeblendet wurde, weil man sich der wohlwollend zugestandenen Privilegien durch die in der Zeit gewählten Oberherrschaften weiterhin gewiss sein und keine Unbill erleben will.

„Den Feind, den man im Gegner zu erkennen meint, ist nur eine Projektion der eigenen Denk- und Verhaltensweisen, weshalb man bei sich einmal mehr nur genauer hinzuschauen braucht.“

Der erste „Irrtum“…
…besteht in der Vorstellung, man sei die Rolle (Hülle, Maske, Person), die man unwissentlich darüber, dass es nur eine Rolle ist, dies jedoch nur spielt.
So sorgt diese Haltung dafür, dass man sich mental in einem Kopfknast bewegt, gleichzeitig auch gegen Veränderung schützt. Da es jedoch so etwas wie geschlossene Systeme nicht gibt,…

„Den Schlüssel in der einen und mit dem Daumen der anderen Hand auf dem Schlüsselloch: „Lasst mich raus, ihr Verbrecher.“

Gleichsam stellt sich heraus, dass es so etwas wie eine kopierbare „Gesamtlösung“ nicht gibt, was sich darin begründet, da eben jeder individuell ist.

Was die Menschen in ihrer Fremdbestimmbarkeit befördert, ist die gewohnte Erziehung in der Kindheit zu Gehorsamsbereitschaft, Entsprechung und im Haben, die zu üblichen hierarchischen Organisationsstrukturen führt. Nun braucht man sich nur mal IN der Welt umschauen, und schon hat man die Bude voller „Leviathane“.

Die Vorstellung von „Erlösern“ und „Führern“ mündet in der Regel in üblicher Betreuung. Die „Rettung“ besteht nicht darin nur Veränderungen zu fordern, von diesen jedoch selbst nicht betroffen sein wollen.

Was die verbreitete Vorstellung einer „objektiven“ Weltanschauung angeht, würde diese dann funktionieren, wenn das Feedback von Ereignissen keine Wirksamkeit beim handelnden Zuschauer entfalten würde. Klagen, Jammern und sich beschweren, bestätigen jedoch das Gegenteil.

Wie man sieht, wird das Klagen lauter, eben weil es keine objektive Weltanschauung gibt, wo man im Grunde nur die „Vorteile“ abgreifen mag, während „Nachteile“ ganz bequem „sozialisiert“ (im Sinne von „nach unten“ geschoben, nach woanders verschoben oder „wohlwollend“ anderen überlassen werden). Diese sogenannten „Nachteile“ sind jedoch Aufgaben im Sinne der eigenen Entwicklung.
Hat man das erst einmal verinnerlicht, so gibt es keinen Grund mehr, sich gegenüber der Welt „objektiv“ zu positionieren.

„Ich übergebe mein Recht, mich selbst zu regieren, diesem Menschen oder dieser Gesellschaft unter der Bedingung, dass du ebenfalls dein Recht über dich ihm oder ihr abtretest. Auf diese Weise werden alle Einzelnen eine Person und heißen Staat – oder Gemeinwesen. So entsteht der große Leviathan oder, wenn man lieber will, der sterbliche Gott, dem wir unter dem ewigen Gott allein Frieden und Schutz zu verdanken haben.“ Seite 143, PDF: „Leviathan“, Thomas Hobbes, 1651

Zu Beginn eines durch Wahlen und Ernennungen geschaffenen Teilsystems, wie einem „Staat“, mag das Verhältnis innerhalb zunächst noch ein symbiotisches zwischen den Untergebenen und den von ihnen gewählten Oberherrschaften sein.

Aufgrund zunehmender Strukturkomplexität, durch die gewohnte Denkweise bei der Entwicklung von „Lösungen“ bei auftretenden Symptomen durch übliche Bekämpfung (Herumlaborieren, Kaschieren, „Behandlung“), nimmt die Komplexität jenes Teilsystems zu und verwandelt sich die Beziehung mehr und mehr in eine parasitär-symbiotische, während der Irrglaube herrscht, man müsse nur „den Anderen“ dafür die Schuld geben und sich beim nächsten Mal endlich nur die „gerechten Vorgesetzten“ wählen.

Tatsächlich sitzen jene in der Rolle der Untergebenen, mit jenen in der Rolle der Oberherrschaften „in einem Boot“, auf dem Weg zu den Niagarafällen – beide sich in einer wechselseitigen, selbst geschaffenen Abhängigkeit bewegend.

Der Betreute braucht seine Betreuer, das Opfer seine Beschützer und Täter… Rollenspiele.

„Ja, aber sie haben es doch versprochen.“

Nebenbei: „Stellen Sie sich mal keinen rosa Elefanten vor“, führt zunächst dazu, das man sich einen vorstellt, um ihn dann wieder auszublenden. Wie wäre es stattdessen, sich ein anderes Tier vorzustellen oder einen leeren Platz, was gleichsam in der Aufforderung steckt. Die umgekehrte Maßgeblichkeit kann auch ein Werkzeug des Geistes sein – der Kernmechanismus im Prozess der Infragestellung. Man findet die „umgekehrte Maßgeblichkeit“ ebenfalls in der „Aufhebung der Aufhebung von Gesetzen“.

Mal ehrlich zu sich selbst. „Erwachsene“ lassen sich noch immer mit erzählten „Gute-Nacht-Geschichten“ ködern, im Glauben, wenn man später beim „Kreuzchen machen“ nur fest genug aufdrückt, dass die zuvor vernommenen Versprechungen in Erfüllung gehen?

Da kann der eine oder andere noch so viel Wut entwickeln. Letztlich ist jeder selbst für das verantwortlich, was er erlebt – selbst dann, wenn er anschließend mit einem besonders dicken Zeigefinger auf „die Schuldigen“ zu zeigen meint – auch dann, wenn es viele sind, die sich in der Schuldzuweisung zu üben meinen.
Denn auch die Vorstellung, dass „Mehrheit“ für „Richtigkeit“ stünde, ist anerzogen nur eine Täuschung, während man sich gleichsam dadurch gewiss ist, dass ein Einzelner ja „nichts sei“ und so keine Veränderung stattfinden könnte.

Bildlich vereinfacht ausgedrückt, würde das dazu führen, dass flüssiger Stahl niemals erstarren würde, wäre er in der Lage, die eigenen Verunreinigungen zu ignorieren, an denen der Prozess seiner Auskristallisierung ihren Anfang nimmt.

Wenn jemand in den Raum stellt, dass einer alleine ja „nichts“ und „man nur gemeinsam stark“ sei, so bedeutet das letztlich auch dass viel „Nichts“ zusammenkommt und letztlich „nichts“ bewirkt, außer sich weiter als bezahlt betreuungswürdig zu geben.

Übrigens: „Man nimmt nur dann etwas persönlich, wenn man sich für die Person hält.“

Das stattfindende Gezeter sogenannter „Altparteien“ gegen ihre erschaffenen „Feinde“, den „Rechten“, ist die Feindbildprojektion dazu gedacht, um damit die eigene Handlungsexistenz weiter rechtfertigen zu wollen.

Zwar mögen sich die de jure verantwortungslos konstituierten Parteien inhaltlich unterscheiden, vom Prinzip her unterscheiden sie sich nicht. Der Begriff „Altparteien“ entpuppt sich somit als Selbsttäuschung zur Unterstützung einer Feindbildprojektion.

Spontan: Vielleicht entpuppt sich der Ausdruck „transhuman“ letztlich nur als „transpersonell“, eben weil der Mensch noch glaubt, seine Rolle(n) zu sein. In diesem Moment geht es um menschliches Sein jenseits der Person, also der Rolle, und damit es Rollenspiels.

„Es ist ein beachtlicher Unterschied, ob man eine Rolle nur spielt, oder sich für die Rolle hält.“

Im Grunde kann das ganze politisch übliche Tamtam nur zu einem gemeinsamen Gegeneinander bis zu seiner Selbsthaltung verkommen, da sich die Gegner zwar inhaltlich, jedoch vom Prinzip her nicht unterscheiden, während der sich betreuungswürdig sorgend gebende Untertan mehr und mehr allein gelassen meint.

„Sehen Sie, wenn die Spitze eines hierarchischen Systems sich nicht mehr in Übereinstimmung befindet, wenn die Autoritäten sich streiten, gibt es keinen unbedingten Gehorsam mehr.“ „Prof. David Naggara“, I wie Ikarus, 1979

Der Blick in Richtung Politik verrät zunehmend die Absicht, dass sich der Untergebene doch bitte wieder seines eigenständigen Denkens bemächtigt… dauerhaft und somit auch die Rolle des Untertanen hinter sich lässt.

Wer andere wählt, damit diese wieder „die Kohlen aus dem Feuer holen“ und weiter für „Behaglichkeit auf dem monetären Komfortsofa“ sorgen sollen, entledigt sich nicht nur seiner eigenen menschlichen Entwicklung, sondern entmachtet sich ebenso, wie er später jenen, die Schuld dafür gibt, eben weil es mal wieder nicht geklappt hat.

„Am Tun werdet ihr sie erkennen“ bedeutet ebenso, dass man auch am eigenen Tun erkennt, wo man sich „befindet“.
Daran erkennt man auch, ob man sich entwickelt oder nur wie eine „leere Lohntüte“ herumläuft.
Da Realität im Kopf „beginnt“, ist dies auch der Ort, wo – eigenständige – Veränderung am besten stattfinden kann.

Das ist der eigentliche „Dschihad“ und nicht gewohnt nur jener, wo der im Gegner erkannte „Feind“ erst beseitigt werden muss, bevor man – zumindest vertraglich – von „Frieden“ sprechen kann.

„Mein alter Herr hatte folgendes Motto: Frieden bedeutet, dass man einen größeren Stock hat, als der andere.“ „Tony Stark“, Iron Man, 2008

Gewohnte Aktionismen, hervorgegangen aus gewohnten Denk- und Verhaltensweisen, führen zu gewohnten Ergebnissen. Wahnsinn ist jene Vorstellung, unter Beibehaltung gewohnter Denk- und Verhaltensweisen andere Ergebnisse erwarten zu wollen.

Ebenso lässt sich beobachten, wenn gewohnte Denk- und Verhaltensweisen eben nicht mehr zu gewohnt erwarteten Ergebnissen führen – auch kein Mehr Desselben, sondern sich durch gewohntes Tun sogar das Gegenteil einstellt. Es wurde ein Kipppunkt – irreversibel – überschritten. Krise.

Erst gestern erhielt ich den Link zu „1. Nick Land – Meltdown“, um es zu lesen, worüber er sich bereits eindringliche Gedanken gemacht hatte. Ich bin noch dran.

„Während die Märkte lernen Intelligenz zu produzieren, modernisiert sich die Politik, steigert die Paranoia und versucht, die Kontrolle zu erlangen.“, 1. Nick Land – Meltdown

Wer seine Existenz gewohnt auf arbeiten, Geld verdienen und wieder ausgeben reduziert hat, den eigenen Wert daran bemisst was er hat, sich eine Existenz aus den gesellschaftsüblichen „Werten“ geschaffen hat, die er unter dem Prinzip „alles oder nichts“ zusammenhält, wird sich schwertun, an der eigenen Existenz (die im Kopf beginnt) herumzusägen. Verständlich.

Das Wesen des Systems und seine Prinzipien verstehen zu wollen, in dem sich – meist unbewusst darüber – die Gesellschaft mental bewegt, wo auch die Ursachen zu finden sind, dafür ist jeder selbst zuständig. Ebenso wenn es darum geht, sich selbst zu überzeugen.

Hinweisend: „Es ist nicht damit getan, einfach nur den „richtigen Wolf“ zu füttern, wenn man weiter nur Hundebesitzer sein will.“

Mehr und mehr für sich selbst zuständig zu sein, es handelt sich um eine Entwicklung und keine abrupte Zustandsänderung, verliert das gewohnte Verhalten der Schuldzuweisung nicht nur an Bedeutung, sondern findet auch immer weniger Anwendung. Selbst entscheidend, kann man es auch dauerhaft bewusst unterlassen, bis der Zwang, es zur Anwendung zur bringen, zur Erinnerung verstummt ist.

Es ist sinnvoll Schuldzuweisungen grundsätzlich zu unterlassen, um sich dadurch nicht selbst zu entmachten. Es geht insgesamt auch nicht darum, wer „schuld“ oder „nicht schuld“ ist.

Es geht um die eigene Entwicklung innerhalb des Lebensprozesses… über das gewohnte Haben und Sichern der Existenz hinaus. Dabei geht es auch nicht um „entweder…oder“, also „haben“ oder „nicht haben“. Es geht darum, sich des eigenständigen Denkens und der eigenen Entwicklung wieder dauerhaft zu bemächtigen.

Solange man unter der Fuchtel der gewohnten Denk- und Verhaltensweisen, Glaubenssätze, Konventionen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen unterwegs ist, wird das nichts. Also: Umgekehrte Maßgeblichkeit?

Hinweisend: Umgekehrt erzeugen diese Gedanken auch ein gegensätzliches Verhalten gewohnter Verdrängungskonzepte gegen Veränderung. An diesem Punkt erkannt man die verdrehte wechselseitige Abhängigkeit jeweils daraus hervorgehender Verhalten, die gleichzeitig existieren.

Keinesfalls ist es nicht einfach mit einer Gegenfrage oder Gegenbehauptung getan, da es sich nicht um einen Angriff handelt. Sichtlich geht es darum, das System infrage zu stellen, bevor man gesellschaftspolitisch über Lösungsmuster nachdenken kann.

Das System ist auch nicht einfach etwas, was „woanders“ oder „bei anderen“ zu finden ist. Es sind die gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensweisen, Glaubenssätze, Konventionen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen, die es erzeugen und gleichsam aufrechterhalten.
Das System infrage zu stellen, bedeutet unter anderen auch die eigenen Denk- und Verhaltensweisen infrage zu stellen.

Wenn – klassisch bedeutend – „Probleme“ auftauchen, geht es jedoch stets um die Sache selbst.
Wer dabei etwas persönlich zu nehmen meint, bewegt sich in der Vorstellung, sich für die Person (Rolle, Hülle, Maske) zu halten, was irriger Weise als „alternativlos“ und deswegen auch für „ernst“ interpretiert wird, eben weil „Mensch“ und „Person“ für ein und dasselbe gehalten werden.

Auf diese Weise verbaut man sich unwissentlich selbst den Weg aus der Nummer, wenn nach „Auswegen“ gesucht wird. Dabei gibt es auch kein Patentrezept.

„Die Leute sagten mir immer, dass es beim Erwachsenwerden nie um ein Ziel ginge, sondern um die Reise. Aber was, wenn man das Ziel selbst ist? Was, wenn man es immer selbst ist?“ „Elliot Alderson“, Mr. Robot, 2015-2019

Ein weiterer Hinweis ist, sich über das zu freuen, was man zur Verfügung hat, statt sich ständig über das aufzuregen, was nicht da ist. Das wäre nur ein Zeichen für einen inneren Mangel, den man sowieso nicht mit Äußerlichkeiten „füllen“ kann. Da verhält man sich sonst wie jemand auf Drogenentzug.

Den eigenen Wert am Haben zu messen, erscheint erst dann sinnvoll, wenn man erkennt, wie sehr man sich durch solch eine Sichtweise nur selbst versklavt.

„Wenn Du die Regeln änderst, die dich kontrollieren, dann änderst du auch die Regeln deiner eigenen Kontrolle.“ „Mr. Green“, Revolver, 2005

Auf der anderen Seite gibt es auch jene, die die so geschaffenen Grenzen ihrer Denk- und Verhaltensweisen, notfalls auch „bis aufs Blut“ zu verteidigen, meinen.

Was das „Chaos“ angeht, ist es nur dann ein Ungetüm, wenn man es aus der Position der (Illusion von) Kontrolle heraus betrachtet, was ein typisches Verhalten innerhalb der mentalen Grenzen des Systems darstellt, gleichsam zu einer reduzierten Vorstellung führt, jedoch „Chaos“ nicht einfach etwas „unkontrollierbares und Angst einflößendes Etwas“ ist, vor dem man den Bürger „schützen“ muss, sondern ebenso als ein „Universum der Möglichkeiten“ betrachtet werden kann.

Versprechungen sind nicht „das Gelbe vom Ei“, da es stets anders kommt, als man denkt, zudem „veräußert“ man sich nur selbst, statt bei sich zu bleiben und unterstellt sich so den Vorstellungen und Erwartungen anderer, die dann allzu gern „enttäuscht“ sind, weil sie sich vorher gemeinsam „getäuscht“ haben.

Der wesentliche Unterschied in den vor kurzem beschriebenen Denkweisen, die eine bringt sich dadurch zum Ausdruck, dass sie Symptome bekämpft, während die andere sich der Ursachen annimmt und die „kritisierten Symptome“ wie von Geisteshand verschwinden.
Führt erstere zu vermehrter Komplexität in den Strukturen, während die gegensätzliche zu fließenden Strukturen und zum Wesentlichen wieder zurückführt – vereinfacht ausgedrückt.

Wie man sieht, ist letztlich selbst ein „Einfach“ nicht „einfach“ nur „einfach“. „Einfach“ kann auch eine oberflächliche Betrachtung sein, die zu „einfachen“ (und schnellen) Lösungen führt, damit es anschließend so weitergeht, wie bisher.

Nachtrag: Warum wir manchmal das tun, was wir tun.