Verwoben Verschrobenes, Betrachtungen: Teil 1

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(v1.3) Auf dem alten FDM-Drucker „Creality CR-10“ druckten vor ein paar Tagen einige Ersatzgriffe für einen „Phrozen Mega 8K“.

Während es im Hintergrund so vor sich „hindruckte“, stach mir beim Lesen des Artikels „Der Merz-Komplex“ in einer Gewerkschaftszeitung der Begriff „Faschisten“ ins Auge. Hm.
Sicher mag die Welt komplex erscheinen, was aufgrund ihrer vielen Symptome („Probleme“, Erscheinungen usw.) in der Tat der Fall sein mag,… verbunden mit einer entsprechenden Denkweise. Wer denkt da schon über Ursachen nach, die außerhalb von „die sind schuld“, „das sind die Feinde“, „die müssen weg“ usw. liegen.

Ja, Faschisten hier los?
Nur allzu gern wird mit dem Begriff um sich geworfen, den so mancher in seinem „Wunschgegner“ zu erkennen meint, während sich im gemeinsamen Gegeneinander „das Schwarze unter den Fingernägeln“ nicht gegönnt wird.
Hinweisend: Wenn zwei sich streiten, ist es sinnvoll, sich für keine Seite zu entscheiden.

Faschismus der ersten Tage: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, machst du das was ich will.“

Faschismus ist keine Eigenschaft, die man eben mal schnell politisch zuordnet, so nach dem Motto: „Rechts“ ist gleich „Faschismus“.
Faschismus ist ein Phänomen des Systems, in dem sich mental mehrheitlich gewohnt unbewusst darüber, darin bewegt wird, was sich zwischen zu gehorsamsbereiten, auf Entsprechung getrimmten und im Haben erzogenen „Untergebenen“ und den von ihnen ernannten „Oberherrschaften“ aufspannt.

Also ist die Aussage „Dort sind die Faschisten!“ allenfalls als projiziertes Feindbild zu betrachten, was den eigenen Denk- und Verhaltensweisen entsprungen ist. Diese sind der Feind selbst.

An dieser Stelle bietet sich reichlich Raum zum Ignorieren derartiger Aussagen, um mit dem projizierten Feindbild die eigene Handlungsexistenz weiter rechtfertigen zu wollen.

Verdammt, es muss doch irgendwie einfach sein…
Entwicklung ist kein Akt, es so zu erklären, dass ein Kleinkind anschließend die Welt versteht. Ich mag von zwei wesentlichen Formen von „einfach“ sprechen.
Die Welt ist auf der einen Seite „einfach“, wenn sie ihr Röckchen hebt und ihre Prinzipien offenbart, nach denen sie funktioniert. Doch das tut sie nicht, die hat man selbst herauszufinden.

„Einfach“ ist, sich gewohnt belohnt mit Symptomen auseinanderzusetzen, sich über diese zu erzürnen, um sogleich die Schuldigen ausfindig zu machen, um alsdann schnell an den Symptomen herumzulaborieren. Das versteht auch jeder. Ist gewohnt, nur ist es zur Entwicklung von Lösungen der falsche Ansatz.

Letztlich nutzt es nichts, sich über die wahrgenommenen Unsäglichkeiten „das Maul zu verreißen“, um so dem angestauten Frust nur ein Ventil zu geben… bis zum nächsten Mal.

Geld regiert die Welt, doch wer regiert das Geld?“ „Die Frage ist nicht „wer“, sondern „was“. Es ist der anerzogene Glaube, dass Geld etwas wert sein soll, was man dafür bekommt, wenn man für einen anderen arbeiten geht.“

Das System beruht – mich wiederholend – auf menschlichen Denk- und Verhaltensweisen, Glaubenssätzen, Konventionen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Also kann man doch etwas ändern, wenn von Veränderungen schon die Rede ist. Sich gezwungen zu fühlen, beruht auf dem Widerstand der eigenen Denk- und Verhaltensweisen gegen ihre Veränderung.

Auf der anderen Seite ist es auch nicht „einfach“ damit getan, nur den Vorgaben von seinen Peinigern anderen nachzugeben, sondern über das Gewohnte auch noch hinauszudenken. „Einfach“ nur die KI zu fragen hilft nicht. Man würde sich nur etwas vormachen.

Hat sich der im Haben erzogene Mensch einfach“ auf arbeiten gehen, Geld verdienen und wieder ausgeben reduziert, sich also selbst oder andere „vor den Karren gespannt“, schaut die Lage zunächst bedenklich aus, ebenso die Aussage, er habe ja schließlich keine Zeit.

Zeit erscheint im Sinne von Organisation als „Abfallprodukt“ eines mehr oder weniger komplexen Ursache-Wirkungsprozesses. Ob ein Bearbeitungsprozess gewohnt zwei Tage (ohne Vorrichtung) in Anspruch nimmt oder nur 2,5 Stunden (mit Vorrichtung), bei gleichen Parametern, macht den Unterschied.
Es gibt Dinge, die kann man nicht einfach weitergeben, selbst wenn man dies möchte.

Die gewohnte Denkweise neigt zu einer Zunahme der Komplexität, da in der Regel auftretende Symptome des Systems meist teuer kaschiert werden, wo sich die „Lösung“ im Nachhinein doch nur als „Verschlimmbesserungen“ herausstellt.

System hat dann etwas, wenn gewohnte Denk- und Verhaltensweisen zu gewohnt erwartbaren Ergebnissen führen.

Ist dies nicht mehr der Fall, stellt sich eine Krise ein, was nichts anderes bedeutet, dass gewohnte Denk- und Verhaltensweisen eben zu KEINEM erwarteten Ergebnis mehr führen – auch kein Mehr Desselben.

Da hilft nur umdenken. Doch von dem hat man sich bereits lange verabschiedet, da es leichter war, sich dauerhaft mit auftretenden Symptomen des Systems oder geschaffenen Feindbildern auseinanderzusetzen, um alle vier Jahre lieber ein Kreuzchen zu machen, seine geliebten Gladiatoren vorzuschicken, um sich weiter auf Arbeiten, Geld verdienen und wieder ausgeben zu konzentrieren, als ob es „normal“ sei. Auch ich habe mal so gedacht…

„Morgen geht die Welt unter!“ „Verdammt! Ich muss noch einkaufen.“

Übliches Kaschieren von „Problemen“ führt zu einer Zunahme der Komplexität, bis die marodierenden Strukturen in sich zusammenfallen, dazwischen eingespannt das Konstrukt aus verwalteten, betreuungswürdig und obrigkeitshörig erzogenen Untergebenen und ihren Oberherrschaften.
Ein Konstrukt, was gerne „öffentliche Ordnung“ oder sogar als „freiheitlich demokratische Grundordnung“ bezeichnet wird – mal abgesehen davon, dass es nur „Demokratie“ heißt, vom Wesen her jedoch keine ist.

Es muss gerecht sein…
Bei allem geht es weder um „Schuld oder Unschuld“, „Gut oder Böse“, „Freund oder Feind“ usw.. Selbst die gewohnte Vorstellung von „Gerechtigkeit“ ist nur eine Illusion, gleichsam die Vorstellung von „Objektivität“ wie auch die Vorstellung, dass einem etwas, jemand, „die Wahrheit“ und das Leben gehören würden, man auf etwas ein Anrecht hätte – letztlich nur Grundlagen für Konflikte sind.

Eine Aufgabe in diesem Rollenspiel ist zu erkennen, dass man nur eine Rolle spielt, jedoch nicht die Rolle ist, verbunden mit der Wiederbelebung des Vertrauens des Menschen zum Leben, weniger zu seinen künstlichen, „vorgesetzten“, meist irrationalen Autoritäten.

Von Autoritäten wohlwollend zugestandene Rechte auf Freiheit, Eigentum und Schutz des Lebens sind ebenfalls von künstlicher Natur und lediglich freundlich überzeichnet, zur späteren Fremdbestimmung all jener, die daran glauben und notfalls auch „gehorchen“. Der wesentliche Vertrag mit den Obrigkeiten, befindet in einem selbst in Form von anerzogenen Glaubenssätzen.

Wie gesagt, es geht nicht „einfach“ um „entweder…oder“, sondern ums Denken selbst.

Das Schaf, das Anstoß erregt oder dessen Verderbnis die ganze Herde zu verderben droht, muss verlassen werden.“ Pastorales Paradoxon

Was die vorhin angesprochene Objektivität angeht, würde diese bedeuten, dass der Mensch unabhängig von der Welt existiert. Somit ist alles subjektiv zu betrachten. Zumindest kann man von einer sachlichen Betrachtung sprechen.

Betrachtungen und Bewertungen sind stets von den Denk- und Verhaltensweisen beeinflusst. Hinzukommt, dass dann etwas persönlich genommen wird, wenn man sich für die Person hält, also die Rolle, die man innerhalb des Rollenspiels spielt, der wesentliche „Kopfknast“ durch (Selbst)Täuschung.

„Es verkauft seine Gedanken als die Ihren. Seine Gefühle als die Ihren. Sie halten es für sich!“ Leonard Jacobson, Revolver, 2005

Gut, dass es letztlich darauf hinausgelaufen ist, das System infrage zu stellen, statt sich üblicherweise mit Symptomen und „Feinden“ auseinanderzusetzen, um anschließend aufwendig daran herumzulaborieren oder zumindest sich klagend daran zu üben.

Hinweisend: Man begegnet dem System dann auf Augenhöhe, wenn man erkennt, warum es existiert: Damit der Mensch eine Grundlage hat, um von da aus über sich selbst hinauszuwachsen, was über gewohntes dagegen sein, sich unterwerfen, mit Dingen umgeben, um sich „wertiger“ zu fühlen, widerständlich geben, resignieren usw., hinausgeht.

„Na, wie wär’s?“

Was das Umdenken angeht, verbirgt sich hinter diesem Begriff der bewusste Prozess der Infragestellung. Diese ist übrigens weniger tödlich, als übliche Konflikte, bei denen es in der Regel darum geht, DIE VERMALEDEITEN FEINDE endgültig zu beseitigen, die man in den Gegnern zu erkennen meint, jedoch letztlich nur selber in sich trägt. Man sieht hier deutlich, dass es die eigenen Denk- und Verhaltensweisen sind, mit denen man es im Kern zu tun hat.
Hinweisend: Wenn es um Verhalten geht, sollte man sich nie einfach mit der Ausrede zufrieden geben, dass der Mensch letztlich ja nur ein Tier sei, während dies anschließend aufwändig begründet wird. Es geht um die eigene Entwicklung, jedoch nicht im Rahmen gewohnter Vorstellungen und Erwartungen.

Also kann man doch etwas ändern, nämlich die eigene Haltung – besser: die Denk- und Verhaltensweisen, Glaubenssätze sowie die Einstellung zu den gesellschaftlichen Konventionen und Wertvorstellungen.

Hinweisend: Die gefühlt-anerzogene Machtlosigkeit wird von den eigenen Denk- und Verhaltensweisen erzeugt, die in der Regel über den Menschen „herrschen“.

He, Du da…
Mal was Grundsätzliches zum Blog. Vorgestern hat mich jemand angerufen. Ihm fiel auf, dass in den Beiträgen nicht mehr so viel Neues zu finden sei. Das kann ich auch gut verstehen. Und danke für den Hinweis.

Es lässt sich damit begründen, dass sich Ursachen entgegengesetzt zu daraus entstehenden Phänomenen und Ereignissen verhalten, dass die Ursachen eben NICHT jede Woche anders sind, wie die gewohnte Ereignisberichterstattung, wo ständig „eine andere Mediensau durchs Dorf getrieben“ wird und der Gewohnte in ständigem „Zwang zur Aktualität“ lebt, um allabendlich vor der „Tagesschau“ oder dem „Heute Journal“ herumzulungern, um sich die neuesten Symptome anzuschauen.

Hinweisend: Dennoch bedarf es eines längeren Zeitraums, um zunächst die im Hintergrund im System wirkenden Mechanismen zu erkennen, was die Aufmerksamkeitsspanne von 47 Sekunden eindeutig überschreitet und auch über den wohligen Rausch Dopamin fördernder Teppichreinigungs- und Katzenvideos weit hinausgeht.

Was das System angeht bedarf es auch keiner weiteren Informationen in Form von Details, von Details, von Details &c., über die sich der eine oder andere Leser, nochmals weiter informieren kann, so dass er sich möglicherweise dann nur noch entscheiden braucht, um „dabei“ zu sein, weil für ihn schon „vorgedacht“ wurde.

In der Vorstellung nun endlich „alle“ Informationen zu haben, folgt mit der Zeit jedoch der Zweifel, möglicherweise doch nicht alle Informationen vorliegen zu haben, und so zieht sich die Angelegenheit immer weiter in die Länge.

Nicht wirklich, denn es gibt einen systemischen Kipppunkt, auf den das gesamte Tamtam hintendiert.

Das erkennt man dann am besten, wenn man einen Laden betritt, wo merklich eine gedämpft-gedrückte Stimmung vorherrscht, ein leises Flüstern zum letzten politischen Abendmahl mahnt, sich der Tod vor der Tür bereits postiert hat und in den leeren Augen der Mitarbeiter abzulesen ist, dass die Politik an allem schuld ist.

Ein Ende mit Schrecken kann man im Grunde nicht verhindern und jene, die die Ruder weiter in den Händen zu halten meinen, lässt man sie einfach machen, gleich was ihnen so alles einfallen mag. Am Ende rubbelt es ordentlich im Gebälk.
Spätestens dann ist es an der Zeit, den eigenen „Gehirnskasten“ in Betrieb zu nehmen. Und warum? Weil sich der Mensch die Welt in der Weise „vereinfacht“, indem er nur das glaubt, was er sieht.

Das Beste was einem „passieren“ kann, dass man vorher kapiert, dass man nichts verlieren kann, weil einem nichts gehört… egal was das sein mag.

„Eins ist sicher… frische Wischblätter… von Bosch.“

Was das Thema „System“ angeht, sind die denkbar schlechtesten Vorgehensweisen –

  • abzuwarten,
  • sinnlose Stammtisch-Treffen abzuhalten,
  • sich mit künstlich hochgetakteten Nebenschauplätzen zu beschäftigen,
  • das Rechts-, Reichs- und Geschichtsrad exhumieren,
  • zu klagen, zu jammern und sich zu beschweren,
  • sich in Gewalt gegen sich oder andere zu versuchen,
  • sich in Wahnsinn, Resignation und Regression zu üben,
  • nur noch Dopamin-Videos zu konsumieren,
  • auf „Erlöser“ oder „Führer“ zu hoffen,
  • irgendwelche „Verantwortlichen“ zu beschuldigen,
  • das ganze Thema weitreichend zu ignorieren,
  • sich an die wahrgenommenen Probleme zu klammern,
  • mit gewohnter Denkweise nach Lösungen zu suchen, die für die beklagten Probleme verantwortlich ist,
  • im Kern all das, was einem gewohnt in den Kopf steigt
  • &c.

Die Titanic hatte übrigens Rettungsringe aus purem Gold.

Sich auf der anderen Seite die Taschen voller Geld zu stopfen, was am Ende auch nur mit Zahlen bedrucktes Papier ist… wie zu Beginn.
Der Wert, durch den sich der Mensch versklavt, wird von ihm selbst vergeben. Der im Haben erzogene Mensch glaubt mehr wert zu sein, wenn er mehr hat.

„Nehmt euch soviel, wie ihr tragen könnt.“

So etwas wie eine Rettungsliste, die man nur abarbeiten braucht, gibt es nicht. Es geht auch nicht um „entweder…oder“. Am wenigsten geht es darum, nur keine Steuern zu zahlen oder sich ständig als unschuldiges Opfer der BRD-Behörden zu betrachten.

„Wenn du Menschen kontrollieren willst, erzählst du ihnen, ein Messias wird kommen, und dann warten sie Jahrhunderte lang.“ „Chani“ zu „Paul“, Dune 2, 2024

Alles in allem geht es darum, für das eigene Denken und Handeln und damit verbundene Konsequenzen dauerhaft zuständig (Verantwortung und Befugnisse) zu sein. Jene, die überhaupt nicht auf so etwas „stehen“, entscheiden sich für ihre weitere Betreuung, was mir einige sogar selbst bestätigt haben.

„Nicht alle streben nach Kontrolle sowie auch nicht alle nach Freiheit streben.“ „Morpheus“, Matrix Resurrections, 2021

Man darf nicht vergessen, dass die „Realität“ im Kopf beginnt, selbst was die gewohnte Zuweisung von Bedeutungen zu Dingen und Sachverhalten angeht, und es ebenso nur ein anerzogener Glaubenssatz ist, dass „Mehrheit“ stets auch für „Richtigkeit“ stehen würde.

Mittlerweile kann man erkennen, dass dem nicht so ist – auch kein Mehr Desselben davon. Es wird auch kein Erlöser/Führer kommen, der allen „die Kohlen aus dem Feuer holen“ und wieder „ordentlich Zucker in den Hintern blasen“ wird, wenn man ihn bei nächster Gelegenheit wählt.

„Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt. Und wir müssen damit rechnen, daß das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“ „Bundeskanzlerin“ A. Merkel, 2008

Himmel und Hölle sind auch keine Orte, wo man nach dem Tode hinkommt, sondern Geisteshaltungen im Hier und Jetzt.

Nebenbei bemerkend: Mal abgesehen davon, dass man überhaupt nicht wählen sollte und man auch niemanden wählt, der erst noch vorhat, ein Konzept zur Revitalisierung der Wirtschaft erarbeiten zu wollen.

Verwoben Verschrobenes, Betrachtungen, Teil 2