Was Beate Bahner und Peter S. aus Recklinghausen gemeinsam haben

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(v1.1*) In einer Zeit, wo klassische Autorität mehr und mehr an Bedeutung verliert, und sich der Glaube an gerechte Vorgesetzte zunehmend auflöst, versucht sie sich nochmals mit allen Mitteln durchsetzen und Exempel statuieren zu wollen. Reality-Show.

„Die Anwältin Beate Bahner ist vor dem Bundesverfassungsgericht mit ihrem Versuch gescheitert, gegen die staatlichen Corona-Verordnungen vorzugehen, durch die sie die Grundrechte verletzt sieht. Nach der Entscheidung des Gerichts gab Bahner ihre Anwaltszulassung zurück.“ RT-Deutsch, 11.04.2020

Mittlerweile wurde sie in die Psychiatrie eingewiesen.

Peter S. ist ein Obdachloser, der ein bisschen Gras geraucht hat und wegen 0,01 Gramm ins Gefängnis soll, während eine Frau Padberg mit Hilfe einer „Plätzchenaktion“ das Geld für Peter S. „zusammengebacken“ haben soll.

Dazu ein Kommentar: „Frau Padberg, Ihre Plätzchenaktion in Ehren, aber einem Obdachlosen zu helfen, ist lächerlich. Er hat es im Gefängnis warm und ist selbst schuld. Wollen Sie Ehrenbürgerin von Recklinghausen werden, oder was soll das? Frau Padberg, das schadet Ihrem guten Ruf hier in Recklinghausen, lassen Sie das! Helfen Sie jedem Obdachlosen nun?“

„Bestrafe einen, erziehe viele, beschäftige alle.“

Das mit dem Durchsetzen betrifft mehr die unbewussten Akteure, die in der Illusion leben, „Rechtsprechung“ weiter im Sinne geschaffener, künstlicher Regelwerke rechtfertigen, um so weiter an einer Machtposition (Pöstchen und Titel) und Entlohnung (mit Zahlen bedrucktem Papier) festhalten zu wollen, was letztlich doch nur ein Rollenspiel ist, was für echt gehalten wird/wurde.

„Das Recht ist fragwürdig, die Macht ist unverkennbar und fraglos. So konnte man die Macht nicht mit dem Recht verleihen, weil die Macht dem Recht widersprach und behauptete, es sei ungerecht und sie wäre es, die das Recht sei. Und da man nicht machen konnte, daß das, was recht ist, mächtig sei, macht man das, was mächtig ist, zum Recht.“ (Blaise Pascal, 1623-1662, Fragment Nr.298) Zitat aus „Der verborgene Pascal“ von Theophil Spoerri, Seite 132)

In die Öffentlichkeit getragen, erzeugen diese beiden Fälle ein gewisses Aufkommen an Auseinandersetzungen und Diskussionen. Das ist auch gut so.
Vor allem dann, wenn erkannt wird, dass sich alle Teilnehmer lediglich in einer für real angenommenen (geglaubten) Märchenstunde bewegen. Was die „Auseinandersetzer“ und Diskutanten jedoch nicht wissen.

Das System der alten Ordnung entsorgt sich fleißig selbst, und das ist gut so. Dabei lässt die Unbewussten fleißig agieren. Am Ende erwartet sie lediglich die Bedeutungslosigkeit.
Diese wartet natürlich nicht wirklich, sondern die Erkenntnis, dass man kollektiv nur lernte, wie es nicht funktioniert. Dafür kann man all jenen Akteuren nur danken – auch jenen, die noch dem kollektive Rollenspiel Glauben schenken.

Natürlich kann man alles auch anders gestalten. Nur würde das in dieser Zeit niemanden wirklich interessieren. Jedoch vorab ein Hinweis: Symptome sind keine Ursachen.

Ein System, was von Gerechtigkeit und Freiheit getragen sein soll, offenbart seine wahre Natur stets im Handeln. Schade, dass man „Gerechtigkeit“ und „Freiheit“ bis jetzt nicht wirklich erkannt und verstanden hat und lediglich zwei Zerrbilder davon lebt, während beide dort gesucht oder erwartet werden, wo man sie nicht finden wird.

Insgesamt bewegt sich alles in die richtige Richtung. Denn wie heißt es so schön? Bevor es besser wird, muss es erst mal schlechter werden und ein Durcheinander ist ganz normal, wenn sich etwas grundsätzlich ändern soll.

Ihnen allen einen schönen Tag.