Es dauert, wie es dauert

- Lesezeit: ca. 9 Minuten

(v1.1) Wer will schon wirklich, dass alles schnell vorüber ist, während er selbst nicht davon betroffen sein mag? Der Grund dafür ist die anerzogene Vorstellung einer alternativlos erscheinenden Welt und damit herrschende „Ernsthaftigkeit“.
Hinzukommt eine das ganze Tamtam auch noch aufrechterhaltende Denk- und Verhaltensweise jener, die wegen des stattfindenden Szenarios selbst auf die Barrikaden gehen, damit sich etwas ändert.
Demonstrieren und Proteste sind dabei nur jenes berühmte Klagen im Kollektiv, um dem selbstgeschaffenen Leid eine Ventilfunktion zu ermöglichen.

Denn man möchte ja nur, dass sich etwas (bei den anderen) ändert, während bei einem selbst alles unbedingt beim Alten bleiben muss. Die Existenz „steht auf dem Spiel“ und schließlich man hat etwas zu verlieren. Sollen sich doch „die Anderen“ erst einmal ändern.
Dass die gleichgeschaltete Mehrheit anerzogen so denkt, sorgt dafür dass sie – ohne es wirklich zu wissen – bereits gemeinsam zusammenarbeitet, indem sie entschlossen gegeneinander arbeitet (Überlebenskampf). Dies sorgt für jenen Zusammenhalt, der alles andere als förderlich erscheint. An dem Punkt tritt die gesellschaftlich invertierte Haltung deutlich zu Tage.

Die Vorstellung, man wüsste bereits genug, ist dabei ein sehr trügerischer Glaube, ähnlich bei jenen, die der Meinung sind, die Lösung läge in der Wiederholung der Vergangenheit oder noch mehr Details von Details des meist mit bloßem Auge betrachteten. Irrwege und Täuschungen.

Denn wer nur viel (im Sinne von Mengen und Sammlungen) weiß, sieht noch lange nicht das Bild. Und wenn er ein Bild sieht, was sind die Denk- und Verhaltensmuster, die es ihn so sehen lassen. Dies mal an die gerichtet, die immer wieder zu klagen und zu jammern meinen, während ihnen überall „das Ungerechte“ zu begegnen scheint.

Um es so auszudrücken: Das normale Getöse führt zu nichts.

Wer denkt schon daran, die richtigen Fragen zu stellen, statt nur die üblichen? Jene üblichen, die nur weiter zum selben führen, zum Bekannten, zum Gewohnten.

Wer denkt schon darüber nach, dass auch die Fragen bereits durch die gewohnten, mehrheitlich unbetrachteten Denk- und Verhaltensmuster beeinflusst sind?

Wer denkt schon darüber nach, dass auch alles Planen, Vorhaben, Absichten und Tun von diesen Denk- und Verhaltensmustern beeinflusst ist? Und alles weiter nur zum Selben führt, selbst wenn es anders erscheinen mag und die Euphorie im gemeinsamen Machen, die Köpfe einmal mehr vernebelt.

Das gewohnte „Ich“ mag immer „seine Nummer schieben“ wollen, die seine alternativlos geglaubte Existenz, weiter aufrechterhält oder sogar sichert und den Raum, den es einzunehmen meint, ggf. sogar zu vergrößern versucht.

„Unsere Welt folgt einer naturgegebenen Ordnung, und wer versucht sie umzukrempeln, dem wird es schlecht ergehen.“ „Haskell Moore“, Cloud Atlas, 2012

Wenn der Mensch der Meinung ist, sich „die Erde untertan machen“ zu müssen, so tut er dies in der Regel in der Weise, dass er etwas in Besitz nimmt und später sein „Eigen“ nennt – so, wie es aktuell auch stattfindet.
Alles „nett“ getriggert von seinen gewöhnlichen Denk- und Verhaltensmustern, sich daraus ergebenden Konventionen und Wertvorstellungen mit gleichbleibendem Ergebnis – in der Hoffnung auf noch zu erwartende Veränderungen. Derweil wird weiter (herum)gemacht, wie bisher.

Und wenn das alles so nicht funktioniert, hofft man zumindest auf „gerechte Vorgesetzte“, die das alles irgendwann schon „regeln“ werden. Was machen eigentlich die Reichsbürger?

Zwischendurch wird ein bisschen mit den Säbeln gerasselt und den Hufen gescharrt, während sich das Volk (die Folgenden) anerzogen entsprechend gehorsam „mobilisieren“ und „polarisieren“ lässt.

Wenn bspw. die verbliebenen „Reichsbürger-Gruppen“ der Meinung sind, man könne das alles mit einem „Reich“ wieder in den Griff bekommen, besteht zwischen dem jetzigen Zustand und dem Vorgestrigen prinzipiell kein wirklicher Unterschied. Warum?

Weil man sich auch weiterhin auf dem Verbleib in einer Fiktion einzustellen versucht, einer selbst erzeugten Fiktion – einer Scheinwelt aus künstlichen Vorgesetzten, mit ihren künstlichen Regelwerken und einer Gesellschaft, die sich bekanntlich dadurch zum Ausdruck bringt, dass sie artig und gehorsam arbeiten, Geld verdienen und wieder ausgeben geht.

Wer nun der Meinung ist, wie es denn anders gehen soll, der findet sich am Anfang eines Weges seiner notwendigen, individuell-gesellschaftlichen Entwicklung wieder, den er (den Weg) nur mit Hilfe des eigenen, wiederentdeckten Denkens und Infragestellens des Vorhandenen beschreiten kann.

Wenn die Aufgabe darin bestünde, nur genug über „Corona“ und seine Zahlen und die vielen „Expertenmeinungen“ wissen zu müssen, die mit „dafür“ und „dagegen“ abgewogen werden, bewegt sich jener fleißig in einer für ihn gemachten Illusion, damit er eines in jedem Fall macht: sich mit Vorgegebenem zu beschäftigen.
An diesem Punkt tritt die entschlossene Teilnahme von Sender wie RT zu den Bekannten deutlich hervor, während das usige Volk weiter in einer für ihn gemachten Illusion hin- und herwabert – zu unfähig und zu willensschwach, sich daraus zu befreien.
Es gibt keinen „Erlöser“, der für andere in den Krieg zieht, besser: ja gar nicht geben braucht, eben weil alles nur eine rein mentale und jeden Einzelnen betreffende Angelegenheit ist.

Das Veröffentlichen von reichlich viel Nachrichten, die sich in der Regel mit „wiederkäuender Beschreibung“ systemischer, sicht- und spürbarer Phänomene auseinandersetzen, überlagert den einzigen Weg, der vertuscht werden soll: die notwendige Entwicklung der Gesellschaft.

Hier findet sich für die meisten eine mentale Grenze, die sie zu überschreiten nicht in der Lage scheinen und nicht wenige dann wieder den Weg „nach Hause“ antreten – viele einst losgezogen, um „etwas“ verändern zu wollen.

Wenn denn Veränderung gefordert wird, so kann dies nur der Einzelne bei sich selbst tun, sofern er starken Willens ist, sich aus dem Milieu greinender und klagender Akteure herauszuwinden.

Wer der Meinung ist, er bräuchte einen „Führer“ oder einen „Erlöser“, dem er nur zu folgen meint, der alles für einen erledigt, der höre besser in sich selbst.

Wer der Meinung ist, man könne ja sowieso nichts machen, der übersieht die Möglichkeit, sich selbst entwickeln zu können.

Wer meint, er bräuchte zunächst ein Milieu, übersieht, dass es nur eines mentalen Milieus bedarf und damit ihm selbst, eines in sich zu schaffen.
Wer meint, dies mit viel Reden, Aufklärung und Bekehren von anderen erreichen zu können, der irrt.

Auf dem Weg der eigenen Entwicklung begegnen dem Einzelnen viele „Angebote“, wo es darum geht, diese nicht einfach anzunehmen, weil sie recht „nett“ erscheinen und ihm lang gehegte Sehnsüchte und Wunschträume von Reichtum, Bekanntheit und Einflussnahme erfüllen.

Der Pfad zum Leben ist schmal, und nur wenige scheinen ihn wirklich gehen zu wollen, da wenige begreifen, worum es wirklich geht.

Doch das alles erscheint nicht weiter in einem dunkeln Schatten, wenn man erkennt, dass das Leben weit über die Grenzen der jetzigen Existenz hinausgeht.

Nachtrag: Sie alle sollten sich vor augen führen, dass Sie sich nur gegenseitig und selbst ausbeuten, in der anerzogenen Vorstellung, es gäbe keine Alternative und nur deswegen, weil Sie in der Kindheit mal gelernt haben, dass Sie ersat mal arbeiten gehen müssten, um etwas zu werden, während es nur darum ging, den Vorstellungen der Autoritäten und denen der Gesellschaft zu entsprechen, die es selbst nicht anders kannten.

Seien Sie stark! Arbeiten Sie an sich selbst und Sie erkennen das Spiel, was Sie bisher als „alternativlos“ und deswegen „ernst“ erachtet haben.